Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Warum Christ?Mohammed, Jesus oder Buddha?
DeutschEnglishFrancais

In Kapitel 25 des Matthäusevangeliums findet sich ein Ausblick auf das Ende der Welt.


Dieses im Text des Evangeliums entworfene Weltgericht findet sich an vielen mittelalterlichen Kirchen, das die Menschen scheidet, ob sie in das Reich Jesu eintreten können oder nicht. Diese wenigen Zeilen haben über die Jahrhunderte hinweg eine große Wirkung entfaltet. Als Kriterium wird von Jesus genannt:

„Ich war hungrig, und ihr habt mir zu Essen gegeben;
ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben;
ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank, und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, und durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd oder obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?
Und wann haben dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

Darauf wird der König ihnen antworten: amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Verse 35-40

Warum nicht Buddhist?


update-Seele unterstützen

Weil Jesus Christus entscheidend wichtig ist. Aber ist nicht Gott entscheidend, dass ich einen Weg zu Gott finde? Jeder, der mir diesen Weg eröffnet, soll mir doch recht sein. Kann ich nicht auch anderen als Jesus folgen? Für die Buddhisten weist Buddha den Weg, wie Jesus eine Persönlichkeit der Geschichte. Oder Mohammed, der von den Muslimen Prophet genannt wird. Schon im Alten Testament haben immer wieder Personen die Prophetenrolle im Auftrag Gottes übernommen. Mohammed gilt im Islam als der letzte der Propheten, der unüberbietbar den Willen Gottes verkündet hat. Die Muslime erkennen Jesus auch als Gesandten Gottes an, jedoch gilt bei ihnen Mohammed als der, der letztgültig über Gott gesprochen hat, weil Gott ihm den Koran Wort für Wort diktiert hat. Der Koran ist unmittelbar und unverfälscht Wort Gottes und kann daher authentisch nur in Arabisch verlesen und verstanden werden.

Jede Religion ist davon überzeugt, dass sie den richtigen Weg weisen kann. Das ist die Sicht aus der Innenperspektive. Das ist dadurch erklärbar, dass dem, der glaubt, sein Glaube plausibel ist. Wie soll aber derjenige, der außen steht, dem Anspruch der jeweiligen Religion etwas abgewinnen? Mit philosophischer Argumentation kann man nicht beweisen, dass Mohammed direkter den Weg zu Gott weist als Buddha. Naturwissenschaftliche Forschung wird noch weniger auf die Frage eine Antwort finden.

Die innere Überzeugung

Wer nicht nur an sein aus eigener Kraft gestaltetes Leben glaubt, sondern religiös von etwas überzeugt ist, das über das eigene Ich hinaus geht, der folgt meist einer inneren Erfahrung, die ihm mehr erschließt, als er durch Nachdenken erkennen könnte. Die Erfahrung stammt von einem Gegenüber, dem Verehrung, ja sogar Anbetung gilt. Gottesdienste drücken die Verehrung, die Hingabe aus. Solche Erfahrungen verändern das Lebensgefühl sowie die Einstellung zum eigenen Ich und zu anderen Menschen. Der von der höheren Realität Erfasste spürt deutlicher den Dank dafür, dass ihm nicht nur das Leben, sondern auch die Erkenntnis des Spenders allen Lebens geschenkt wurde. Diese tiefere Sicht des eigenen Lebens und des Gesamten der Welt, dass alles aus der Güte Gottes fließt und Gott letztlich barmherzig ist, indem er den Menschen aus seiner ausweglosen Situation herausholt, führt zu Dank, Anbetung, zum Lob Gottes. Sich von Gott gewollt, von ihm geliebt erfahren, das macht das Herz einer Religion aus und findet sich in der Mystik wieder, ob bei den Sufis im Islam, den buddhistischen oder christlichen Mönchen und Ordensfrauen, bei all denen, die tiefe Gebetserfahrungen gemacht haben. Sie fühlen sich einem Höheren, von Gott ergriffen.

Diese Erfahrungen werden aber nicht nur einigen Mystikern und Mystikerinnen geschenkt. Zwar reicht unser Verstand aus, um uns zur Einsicht zu führen, dass Gott am Anfang steht und ich mein Leben Gott verdanke, dass dem Kosmos wie der Gemeinschaft der Menschen Gesetze eingestiftet sind, die das Zusammenleben ermöglichen. Aber die tiefere, innere Überzeugung, die mein Leben trägt, die mich danken, beten lässt und mich den anderen Menschen nicht nur als Mitspieler oder Konkurrenten, sondern als Kind Gottes sehen lässt, das kann ich mir nicht allein durch Nachdenken erarbeiten, sondern das ist das Geschenk der Religion. Dieses Besondere der Religion verdient meine Achtung, ob ich als Christ den in seiner Religion überzeugten Muslim achte oder als buddhistischer Mönch das Gespräch mit Christen suche. Wer diesen tieferen Zugang zur Religion gefunden hat, der spürt beim anderen, wie tief dieser auch in seiner Religion so verwurzelt ist, dass er von innen her dankt und Gott verehrt. Denn wie in den meisten Fragen unseres Lebens hören wir auch im Religiösen auf die innere Stimme. Diese innere Stimme ist nicht mit der ersten Generation der Christen verschwunden. Es ist die Erfahrung, die alle christlichen Generationen gemacht haben, dass der Geist Gottes den Menschen von innen her erfasst. Ähnliches gilt für Muslime, Hinduisten und Buddhisten – sie fühlen sich von etwas Höherem ergriffen und damit zu einer tieferen Sicht des eigenen Lebens und einer tieferen Verbundenheit mit allen Geschöpfen befreit. Für Christen ist das die Erfahrung des Geistes.

Die Erfahrung des Geistes

Die Christen orientieren sich an Jesus, seine Botschaft tragen sie in die Welt, sein Evangelium wird im Gottesdienst gelesen. Aber dass diese Botschaft wirksam wurde, dafür bedurfte es der Erfahrung des Geistes. Erst der Geist führt sie zu dem richtigen Verständnis von Jesus. Denn die, die Jesus auf seinem Lebensweg begleitet hatten, hatten ihn nur anfanghaft verstanden. So dachten die meisten seiner Jünger, dass Jesus ein machtvolles Israel aufbauen werde. Die Brotvermehrung wurde auch von den Juden so verstanden, dass Jesus die politischen und Alltagsprobleme lösen werde. Verständlich ist, dass die Anhänger Jesu dessen Tod als Katastrophe erlebt hatten. Als Jesus sich seinen Jüngern nach der Auferstehung zeigte, hat das die Jünger noch nicht so verändert, dass sie zu Missionaren wurden. Sie blieben angstvoll hinter verschlossenen Türen und waren weiter tief enttäuscht, dass es mit dem Reich Jesu nichts wurde. Erst die Herabkunft des Geistes verwandelt die Jünger, sie verlieren ihre Angst und treten öffentlich für Jesus ein. Was mit den Jüngern geschah, gilt für jede Generation. Die Erkenntnis Jesu wird durch seinen Geist geschenkt. Dabei geht es weniger darum, wer Jesus war, was er gesagt hat und wie sein Leben verlaufen ist. Das kann jeder in den Evangelien und in den Büchern über Jesus lesen, ohne davon berührt werden zu müssen. Die äußere Kenntnis der Person ist wichtig, aber erst der Geist macht mich mit dem Jesus bekannt, der seine Jünger das „Vater unser“ gelehrt hat. Durch den Geist können wir wie Jesus beten. Weiter führt der Geist zum Verständnis der innersten Intentionen Jesu, dass er den Menschen aus seinen Verstrickungen lösen will und die Gewalt, das Mobbing von innen her überwinden wollte. Der Geist führt zu der Erkenntnis, dass die Liebe das innerste Geheimnis Gottes ist und Gott seinen Sohn aus Liebe zu den Menschen gesandt hat. So grausam die letzten Stunden im Leben Jesu waren, der Hass, der seinen Tod wollte, kann überwunden werden. Selbst der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern Gott erweckt Jesus und alle Menschen zu einem neuen Leben. Das beinhaltet der Glaube, den der Mensch nicht aus sich selbst einfach entwickeln kann, sondern der ihm durch den Geist Gottes geschenkt wird. Der Glaube ist Geschenk. Christlicher Glaube heißt, Jesus immer besser zu verstehen und auf diesem Weg Gott, den Jesus „Abba“ Vater genannt hat, zu erkennen. Bereits am Pfingstfest zeigt sich, dass der Geist nicht einigen wenigen vorbehalten bleibt, sondern über alle Völker ausgegossen wird. In der Apostelgeschichte werden die Völker aufgezählt, die die Apostel in ihrer Sprache reden hören: Parther, Meder, Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Juda, Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyiens nach Zyrene hin, auch Römer, Juden und Proselyten, Kreter und Araber“ heißt es in in Apostelgeschichte 2, 9-11. Die Übersetzung der Bibel in möglichst alle Sprachen hat von dorther ihren Impuls erhalten.

Aber wie orientiert sich der, der von innen her noch nicht überzeugt ist, der erst einmal die Religionen kennenlernen will? Gibt es außer der inneren Stimme Kriterien dafür, von welcher Religion ich mich überzeugen lassen sollte und auf welchen religiösen Weg ich mich einlassen könnte?

Überwindung des Bösen

Eine Religion kann nicht nur nach dem beurteilt werden, wie viele Menschen sie als Anhänger gewinnt. Der Erfolg einer Religion ist kein sonderlich gutes Kriterium für ihren Wahrheitsgehalt. Das Christentum betont ausdrücklich, dass mit äußeren Erfolgen nicht zu rechnen ist, sondern mit Widerstand und Ablehnung. Im Unterschied zum Islam ist das Christentum keine Religion des Erfolges (Link zu „erfolgreich oder arm“.) Dafür steht das Kreuz als Zeichen des totalen Scheiterns des Religionsgründers. (Link zu „Kreuz oder Scharia“) Das Kreuz zeigt in besonderer Weise, wie nach christlicher Auffassung das Böse überwunden wird. Es ist nicht das machtvolle Eingreifen Gottes, das die Frevler vernichtet, so wie es das Alte Testament in vielen Psalmen beschworen hat. Jesus ist einen ganz anderen Weg gegangen. Er hat sich dem Bösen gebeugt, er hat das „Kreuz auf sich genommen“ und so gezeigt, wie Gott das Böse überwinden wird, so dass es am Ende der Geschichte nicht mehr bestimmend sein wird. Dieser Weg, den Jesus in der Auseinandersetzung mit dem Bösen gegangen ist, ist nicht selbstverständlich. Denn die Übermacht des Bösen könnte einen Menschen auch zu dem Schluss kommen lassen, dass diese Welt unrettbar verloren ist und dass man, um sich vom Bösen fernzuhalten, sich am besten auf den Abschied von dieser Welt vorbereitet, weil sie sich immer schneller dem Untergang nähert. Solche Tendenzen hat es im Christentum immer wieder gegeben. Die Katharer, die Reinen, vertraten im Mittelalter eine solche Auffassung. In den östlichen Religionen gibt es solche Tendenzen, jedoch wird das Wesen dieser Religionen nicht wirklich erfasst, wenn man sie nur als weltflüchtig bezeichnen würde. Dafür haben sie die Kultur zu stark geprägt und einen großen Beitrag für das Zusammenleben der Menschen geleistet. Im Vergleich der Religionen kommt es aber doch wesentlich darauf an, welchen Weg sie zur Überwindung des Bösen zeigen, ob Gott einfach die Bösen vernichtet, ob ein Weg aus der vom Bösen bestimmten Welt als Heilsweg eröffnet wird oder ob Gott selbst sich so mit dem Bösen auseinandersetzt, dass er es nicht nur „abschafft“, sondern überwindet.

Personalität, Menschenrechte

Ein weiteres Kriterium für den Wahrheitsanspruch einer Religion kann darin gefunden werden, wie ernst sie das einzelne Individuum nimmt. Eröffnet die Religion einen Weg, wie der einzelne zur vollen Verwirklichung seiner selbst kommen kann? Und worin besteht diese Vollendung: Soll der einzelne sich sozusagen in ein Größeres auflösen? Der Kommunismus hatte diese Idee, dass der einzelne sein Glück findet, wenn er seine Eigenständigkeit aufgibt und ganz Teil des Kollektivs wird. Die östlichen Religionen sehen die Rückkehr zum Ursprung darin, dass sich das Individuum in das All-Eine auflöst. Das wurde von neuen religiösen Strömungen im Westen aufgegriffen, die Gott als Kraft sehen (Link zu Gott gleich Kraft?), mit der ich mich vereinige und in die ich mich auch auflösen soll. Das Christentum ist einen anderen Weg gegangen, indem es sich an der Person Jesu orientierte. So konnte der Personbegriff dadurch entstehen, weil die Theologen klären mussten, wer Jesus eigentlich ist. Diese Auseinandersetzungen dauerten Jahrhunderte. Im Verlauf dieser Diskussionen entwickelte sich langsam der Personbegriff. Ein wichtiges Motiv leitet sich ebenfalls von Jesus her. Wenn Gott wirklich Mensch geworden ist, dann muss der einzelne Mensch einen ganz anderen Stellenwert erhalten. Es dauerte zwar noch Jahrhunderte, bis die Menschenrechte formuliert wurden, aber das Menschenbild der christlichen Religion führte zur Überwindung der Sklaverei im Römischen Reicht. Ohne das christliche Menschenbild wäre das Abendland nicht auf die Idee gekommen, dass dem Menschen Rechte zustehen, über die der Staat nicht verfügen kann. In der französischen Revolution wurden die Menschenrechte dann so ausformuliert, dass sie juristische Qualität gewannen und genauer beschrieben werden konnte, welche Rechte dem einzelnen zustehen und welche dem Staat. Im Mittelalter gab es diese Frage so noch nicht, weil der Staat sehr viel weniger mächtig war, um den einzelnen unter seine Kontrolle zu bringen. Die Staaten hatten z.B. keine Polizei. Diese und andere staatliche Steuerungsmittel entwickelten sich erst nach dem Dreißigjährigen Krieg. Im Mittelalter waren die Familien die beherrschenden Einflussfaktoren, wie heute noch in vielen islamischen und afrikanischen Ländern die Clans die Politik bestimmen. Im Mittelalter besetzten die Familien Throne, Bischofs- und Abtsstühle und übten so Herrschaft aus. Dass Staaten „im Besitz“ einer Familie sind, kann man in manchen Ländern noch heute beobachten.

Festzuhalten ist: Die Idee der Menschenrechte kann nur entstehen, wenn dem einzelnen ein sehr hoher Wert zuerkannt wird, den die Gemeinschaft, die Gesellschaft, der Staat absolut, d.h. ohne „Wenn und Aber“ zu achten haben. Die Idee der Person war dafür eine unerlässliche Voraussetzung.


Es ist aber nicht zu verschweigen, dass die christlichen Kirchen deshalb Probleme mit den Menschenrechten hatten, weil das Recht auf Religionsfreiheit dazu führen kann, den Wahrheitsanspruch der Religion zu relativieren und dem Eindruck Vorschub leistet, alle Religionen seien gleich. Dem kann eine Religionsgemeinschaft nicht einfach zustimmen. Die christlichen Kirchen haben inzwischen gelernt, Toleranz und Glaubensgewissheit zugleich zu  praktizieren. Der Islam steht noch vor der großen Herausforderung, das Nebeneinander von Toleranz und Glaubensgewissheit zu akzeptieren. Menschenrechte und ein hoher Stellenwert der menschlichen Freiheit grenzen das staatliche Handeln ein, sie haben auch Konsequenzen für das Zusammenleben. Ein wichtiges Kriterium, an dem sich eine Religion messen lassen muss, ist weiter ihre soziale Dimension.

Die Nächstenliebe

Eine Gesellschaft lebt davon, dass ihre Mitglieder solidarisch sind. Neben der Leistungsbereitschaft muss es Rücksicht auf den Schwächeren, Bereitschaft zur Zusammenarbeit und die Unterstützung derjenigen geben, die aus eigener Kraft nicht mithalten können. Eine Reflexion über die Freiheit führt zu der Einsicht, dass meine Freiheit auch dadurch gemindert wird, wenn die Freiheit eines anderen beeinträchtigt wird. Daraus folgt eine Solidarität, die sich aus dem Ringen um die eigene Freiheit ergibt. Religionen verfügen über andere Ressourcen, um Menschen zu motivieren, nicht nur ihrem Eigennutz zu folgen. Im Buddhismus gibt es eine Richtung, den Mahayana-Buddhismus, der nicht nur auf die Erlösung des einzelnen zielt, sondern den Mitmenschen in den Blick nimmt. Auch der Islam kennt den Auftrag an jeden, den Mitmenschen zu unterstützen. Das Christentum ist hier wie das Judentum besonders radikal. Das Gebot der Gottesliebe ist gleichwertig mit dem der Liebe zum Nächsten. In einem Bild identifiziert sich Jesus mit dem Gebot der Nächstenliebe in besonderer Weise: Wer einem anderen etwas zu essen gibt, ihn im Gefängnis besucht, begegnet in dem anderen Jesus selbst. Hier wurzelt die mystische Sicht des Einsatzes für den anderen. In der Hinwendung zum Nächsten begegnet der Glaubende Jesus selbst; s. Text in der rechten Spalte.


Zusammenfassung

Religiosität ist mehr als die durch Nachdenken gewonnene Einsicht, dass es einen Schöpfer des Universums geben muss. Religiosität speist sich aus besonderen Erfahrungen. In diesen Erfahrungen fühlt sich der Mensch durch eine höhere Macht angesprochen, er gewinnt eine tiefere Sicht seines Lebens, er antwortet in Gebet und Gottesdienst auf diese Erfahrungen und kann im anderen Menschen nicht nur den Mitbewerber und Konkurrenten sehen, sondern ein Kind Gottes. Die religiösen Erzählungen, die Riten und Liturgien deuten diese Erfahrungen an. Das erklärt, warum diese Erfahrungen Menschen in Asien eher zum Hinduismus oder Buddhismus führen, im Nahen Osten zum Islam und in Europa und auf dem amerikanischen Kontinent zum Christentum. Auch wenn diese inneren Erfahrungen den einzelnen mehr als philosophische Argumentation überzeugen, gibt es Kriterien, eine Religion danach zu beurteilen, wie sie den Menschen zu Gott führt. Diese Kriterien sind, wie eine Religion die Überwindung des Bösen einlösen will, ob der einzelne als Person eine Bestimmung hat, ob die Menschenrechte in der Religion wurzeln und wie das Verhältnis zum anderen Menschen gesehen wird.

Weiterführung

Wer von innen her ergriffen ist, will weiter auf das zugehen, was sich ihm eröffnet hat. Religiöse Erfahrungen führen von sich aus zu Gebet und Gottesdienst, sie eröffnen eine ganz andere Sicht des Nächsten (Link zu „lieben“). Freude (Link zu „sich freuen“) ist eine unerwartete Wirkung, die sich aus religiösen Erfahrungen herleitet.