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Bestimme ich mein Leben selbst?


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Was lenkt eigentlich mein Leben?
Wenn ich meine letzte Woche an mir vorbeiziehen lasse, kann ich dann sagen: Ich habe selbst bestimmt, was ich tun und erreichen wollte? War meine Zeit nicht von den vielen Aufgaben bestimmt und dem, was andere von mir wollten. Was lenkt eigentlich mein Leben? Was ist an den Berichten dran, daß der Mensch garnicht frei sei, sondern von eingeschliffenen Hirnreaktionen gesteuert wird? Ob ich meinen Alltag anschaue oder Ergebnisse der Hirnforschung zur Kenntnis nehme, die Frage lautet: Bin ich es, der mein Leben steuert, oder mache ich mir das nur vor?  Was spricht dafür, daß ich mein Leben selbst bestimme, zumindest in den wichtigen Entscheidungen, die meinem Leben die Richtung geben?

Verantwortung für kann ich nur tragen, wenn ich selbst entscheide
Habe ich wirklich die Verantwortung für die Entscheidungen, die ich treffe, oder ist jemand anderes oder ist es eine mir unbekannte Kraft, die mein Leben bestimmt? Ich kann ja nur die Verantwortung für mein Leben übernehmen, wenn ich tatsächlich frei bin. Wenn ich das, wie immer mehr Menschen in Zweifel ziehe, dann lebe ich gar nicht selbst, sondern bin allenfalls Zuschauer meines Lebens, das von anderen Kräften oder anderen Personen bestimmt wird.
Es hängt viel davon ab, ob ich wirklich frei bin und mich auch frei fühlen kann. Wenn ich meine, es sei die Prägung, die ich als Kind empfangen habe, die mein Leben steuert, dann lasse ich die Prägung wirken und schaue zu, was dabei herauskommt. Oder ich versuche, mit einer Therapie die Prägung zu korrigieren. Habe ich mir aber klar gemacht, daß ich mit meiner Freiheit mein Leben selbst bestimme, werde ich sehr viel entscheidungsfreudiger sein und mit mehr Initiative mein Leben gestalten. Schließlich werde ich andere, z.B. meine Kinder, meine Schüler, meine Untergebenen motivieren, selbständig zu werden und Entscheidungen mutig zu treffen, wenn ich davon überzeugt bin, daß es auf die Freiheit ankommt.
Die Frage nach der Freiheit ist für mein Leben wichtig. Denn wenn ich mich nicht frei fühle, werde ich mich nicht so für mein Leben interessieren als wenn ich spüre, daß es auf mich ankommt, wie mein Leben verläuft und ob es gelingt. Wie immer muss ich mich mit den Vorstellungen in meiner Umwelt auseinandersetzen. Diese sind heute ganz anders als vor 30 Jahren.

Die Weltanschauung der Freiheit hat sich geändert

Vor dreißig Jahren, als die Achtundsechziger-Bewegung begann, waren sich die jungen Menschen ihrer Freiheit bewußt. Sie rebellierten gegen das Establishment, gegen Lehrer, Professoren, Politiker, Richter und alles, was ihre Freiheit einzuschränken schien.
Eine Generation danach, in der Späten Moderne, herrscht ein anderes Lebensgefühl vor. Der einzelne steht einer Überfülle von Möglichkeiten gegenüber. Die Urlaubskataloge sind dicker und dicker geworden. Es gibt eine Unmenge Autotypen, aus denen man auswählen muß. Noch schwieriger wird die Entscheidung, wenn man eine Partnerschaft eingehen möchte.

"Die Qual der Wahl"
Doch nicht allein die zu vielen Wahlmöglichkeiten machen den Bewohner der Späten Moderne ratlos. Es sind die schwindenden Perspektiven, die Entscheidungen wenig verlockend erscheinen lassen. Werde ich mit meiner Berufsausbildung einen sicheren Arbeitsplatz bekommen? Wird der Partner, für den ich mich schließlich entschieden habe, zu mir stehen, wenn es einmal schwierig wird? Und kann ich mich überhaupt auf mich selbst verlassen? Wie oft habe ich schon Entscheidungen umgestoßen? Halte ich durch, wenn ich einmal arbeitslos werden sollte und werde ich für eine neue Stelle kämpfen? Oder bleibe ich in der Partnerschaft treu, wenn vielleicht ein anderer Mensch mir mehr Glück zu versprechen scheint?
Freiheit erscheint heute nicht mehr so reizvoll wie den Achtundsechzigern. Damals war es vielversprechend, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, anders zu entscheiden als die Eltern es erwartet hatten, neue Wege zu gehen, alles Bisherige auf den Kopf zu stellen.

Heute scheint die Freiheit nicht mehr so viel zu versprechen, sie ist sogar zur Last geworden. Am Beispiel eines Computerkaufs wird das deutlich. Wenn wir uns nach langen Recherchen für ein Modell entschieden haben, kommt sicher jemand und sagt: Ein anderes Notebook sei viel besser. Oder noch ärgerlicher: Dieses Modell hättest Du für viel weniger Geld anderswo bekommen. So gut wir auch auswählen, wir leben in einer Welt voll verpaßter Möglichkeiten.

Was ist dann unsere Freiheit?
Trotz der vielen Möglichkeiten, die uns Touristik, Universitäten, das Internet anbieten, fühlen wir uns nicht frei. Zudem bleibt der Alltag, der uns mit den vielen kleinen Aufgaben und Verpflichtungen bindet. Unsere Freiheit ist tatsächlich nicht so gebaut, dass wir in jedem Moment frei wären. Es sind nur einige wenige Entscheidungen, mit denen ich den Kurs meines Lebensschiffes bestimme. Aus diesen Grundentscheidungen folgen viele kleine Pflichten.

Wenn ich mich z.B. für einen Handwerksberuf oder ein Studium entschieden habe, gibt es Ausbildungsordnungen, bestimmte Dinge muß ich lernen, ich muß pünktlich sein, mit den Kolleginnen und Kollegen zurecht kommen. Ähnliches gilt, wenn ich mich für ein Kind entschieden habe. Aus der Entscheidung folgen viele kleine, die die Grundentscheidung schrittweise umsetzen.
Indem ich selbst die wichtigen Entscheidungen treffe, gebe ich meinem Leben Gestalt und überlasse es nicht anderen Menschen oder unpersönlichen Kräften, mich zu steuern. Wenn ich die richtunggebenden Entscheidungen selbst getroffen habe, dann bin ich auch motiviert, die aus einer Grundentscheidung folgenden Aufgaben und Pflichten zu übernehmen, denn nur auf diesem Weg wird aus einer Grundentscheidung ein Roter Faden, der sich durch mein Leben zieht.

Einmaliges leben durch meine Berufung
Noch mehr Einmaligkeit erhält mein Leben durch die Probleme, die ich löse. Auch wenn die Probleme mir lästig erscheinen, wenn ich ihnen lieber aus dem Wege gehen würde, ich gestalte die Wirklichkeit und mein Leben entscheidend, wenn ich die Probleme angehe und sie zu lösen suche. Noch einmaliger wird mein Leben, wenn ich eine persönliche Berufung erkenne. Ein Kind ist eine solche Berufung, es tritt mir, obwohl es meine Gene trägt, als eigenständige Person entgegen, zwingt mich, sich mit ihm auseinanderzusetzen.

Berufung heißt auch, eine besondere Aufgabe in Angriff zu nehmen, nicht weil ich damit Anerkennung und evtl. sogar Geld verdienen kann, sondern weil die Aufgabe gelöst werden muß. Solche Berufungen können mich eine Lebensstrecke begleiten, wenn ich z.B. die Jugendmannschaft im Verein trainiere, mich in die Elternpflegschaft wählen lasse, mich um einen kranken Menschen kümmere. Es gibt auch Berufungen, die ein ganzes Leben ausfüllen, z.B. Komponist oder Schriftsteller zu sein, ein Sozialprojekt aufzubauen, einen spirituellen Weg konsequent zu gehen und andere auf ihrem spirituellen Weg zu begleiten.

Aber wird diese Konzeption von Freiheit nicht von der  Hirnforschung in Frage gestellt?


Die Fragezeichen der Hirnforschung

Lenkt das Hirn den Menschen?
Das Gefühl, doch nicht wirklich frei zu sein, wird von Hirnforschern mit scheinbar wissenschaftlichen Untersuchungen untermauert. Einzelne Forscher haben beobachtet, dass im Hirn die Nervenzellen aktiv sind, die einen Handgriff auslösen. Erst Bruchteile von Sekunden später kann die Versuchperson sagen, dass sie den Handgriff ausführen wollte.
Entscheidend für diese Argumentation ist, dass das Bewusstsein auf den Gehirnimpuls folgt, der die Hand in Bewegung setzt und nicht vorher zu beobachten war, dass der Handelnde eine bewusste Entscheidung getroffen hat, auf die hin dann erst der Gehirnstrom zu beobachten war, mit dem die Handbewegung ausgelöst wurde. Steuert also unser Hirn unser Handeln und täuscht uns nur vor, wir selbst hätten den Handgriff „gewollt“?

Aber das, was die Hirnforscher beobachten, sind nur Routinehandlungen, die wir deshalb „eingeschliffen“ nennen, weil sie schnell erfolgen müssen. Wir würden ja im Verkehr nicht überleben, wenn wir nicht automatisch auf die Bremse treten, wenn wir im rechten Augenwinkel ein Auto herannahen sehen. Die Hirnforschung müsste erst einmal unserem Hirn zusehen können, wenn wir eine Entscheidung treffen, die unserem Leben langfristig eine Richtung gibt. Das wird sie höchst wahrscheinlich nicht können, denn dabei spielen viele Hirnregionen zusammen. Die Hirnforschung hat das selbst schon aufgezeigt. Sie hat nämlich keine fest umschreibbare Region in unserem Hirn gefunden, in der unser Ich-Bewusstsein lokalisiert werden könnte. Es müssen nämlich viele Hirnregionen aktiv sein, damit wir uns als „Ich“ bewusst sind.

Dann sind es sicher die Gene die mir vorgegeben sind…
Es ist auch nicht genetisch programmiert, wie unser Hirn einmal sein wird. Denn wir kommen zwar mit Milliarden Hirnzellen auf die Welt, diese müssen sich aber verknüpfen. So kann jedes Kind in gleicher Weise Japanisch wie Deutsch lernen. Hat ein Kind eine Sprache gelernt, dann sind bestimmte Hirnzellen entsprechend mit einander verdrahtet. Das Gehirn eines japanisch sprechenden Menschen sieht anders aus, als das eines Deutsch Sprechenden.

Das Hirn beinhaltet also sehr viel mehr Variationsmöglichkeiten als es der genetische Code programmieren könnte. Wir können unendlich viel mit unserem Gehirn, als was wir von Geburt an mitbringen. Denn mit allem, was wir lernen, programmieren wir auch Areale des Hirns. Wenn wir z.B. eine Sprache gelernt haben, sind Verbindungen zwischen den Hirnzellen gewachsen, die sich nicht mehr so einfach umprogrammieren lassen. Das bedeutet, dass unser Hirn das Gelernte aufbewahrt wie auch unsere Lebenslinie, die wir durch unsere Entscheidungen formen und die sich ebenfalls im Gehirn abbildet. Wir müssen uns also von der Hirnforschung nicht davon abbringen lassen, selbst unser Leben in die Hand zu nehmen, indem wir die entscheidenden Entscheidungen selbst treffen.


Zusammenfassung
Meine Freiheit hängt im Wesentlichen davon ab, daß ich die Weichen für mein Leben selbst stelle und damit die Richtung meines Lebens bestimme. Es ist wichtig für das Gelingen meines Lebens, daß ich mir über meine Freiheit klar werde. Ohne ein tieferes Bewußtsein von meiner Freiheit bin ich weniger entscheidungsfreudig und damit weniger in der Lage, mein Leben selbst zu bestimmen.

Weiterführendes zur Freiheit

Die Freiheit ist der Angelpunkt unseres Lebens. Wir müssen sie im Einzelnen kennenlernen. Es geht darum
-    daß die Freiheit uns fordert, frei zu sein und damit die Verantwortung für unser Leben zu übernehmen; Freiheit - Einmaligkeit
-    Da wir nicht allein, sondern mit anderen Freiheiten zusammen leben, bestimmt auch die Freiheit der anderen mit darüber, ob wir auch selbst frei sein können. Die Freiheit der anderen muß uns daher ein Anliegen sein. Freiheit – Gebote.
-    Zur Freiheit gehört, daß wir zu unseren richtunggebenden Entscheidungen stehen. Unsere Freiheit findet nicht darin ihre Erfüllung findet, daß ich jeweils eine Entscheidung umstoßen kann; Sinn der Freiheit
-    Da unsere Freiheit von innen und außen bedroht ist, müßte es jemand geben, der unsere Freiheit will, zumal wir uns selbst nicht frei gemacht haben, sondern uns in Freiheit vorfinden. Dieser Jemand muß selbst frei sein, um uns frei sein zu lassen.  Gott und meine Freiheit

Die Freiheit ist auch bedroht, einmal durch äußere Kräfte wie auch von innen her. Ich kann meine Freiheit verspielen, z.B. wenn ich andere unfrei mache. Die Freiheit beinhaltet das Risiko des Scheiterns. Gelingen meines Lebens

Fragen für mich


Fühle ich mich eigenlich frei in meinem Leben?
Habe ich es bisher frei und so ich es will gestaltet?

Was verstehe ich unter Freiheit und wann fühle ich  mich frei und wann überhaupt nicht?

Kann ich vielleicht zwischen den Momenten, in denen ich mich frei fühle Gemeinsamkeiten finden?
Und Gemeinsamkeiten zwischen den Momenten, in denen ich mich nicht frei fühle?

Was macht meine persönliche Freiheit aus?

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