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Ich muß lernen, mir zu trauen

 

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Es geht um mein Leben
In unserem alltäglichen Leben geht es zu allererst ums Überleben – die Klassenarbeit, das Bewerbungsgespräch, daß der Chef mit meiner Arbeit zufrieden ist. Es geht auch um das Überleben in der Clique. Da fängt im Kindergarten schon an: Spielen andere mit mir oder bin ich ein Außenseiter, mit dem keiner etwas zu tun haben will? Als Jugendlicher wird das Dazugehören noch mehr zur Überlebensfrage, denn ich kann mich nicht mehr in den Schoß meiner Eltern flüchten, liege ich doch in ständigem Streit mit ihnen, weil ich bei den anderen und sicher nicht um 22 Uhr schon zu Hause sein will.

Viele Gedanken und Fragen
Manchmal jedoch finde ich mich außerhalb des alltäglichen Getriebes wieder. Ich liege wach im Bett und es ist nur das Rauschen der Blätter zu hören. Oder ich bin einfach an einem Samstagabend allein, alle anderen sind weg und ich hatte heute keine Lust, mich in der Disco zu treffen. In solchen Momenten steht nicht mehr die jeweilige Aufgabe, das, was gerade zu tun ist, vor mir, sondern das Leben mit seinen Jahren, mit seinen Zielen, mit den Ängsten, die es uns nicht selten macht.
Diese Erfahrungen machen zuerst unruhig, vielleicht machen sie mir auch Angst. Ich werde aus meinem Alltag herausgeworfen und scheine die Bodenhaftung zu verlieren. Wie erleichternd ist es, wenn ich wieder einschlafen kann oder mich jemand anruft und etwas von mir will. Aber solche Momente kommen wieder. Dann schrecke ich nicht mehr so zurück und gewinne dem Neuen langsam etwas ab. Denn so schwer diese Momente anfangs sind, sie führen mich zu mir selbst. Es geht nicht mehr um das, was ich zu erledigen habe oder daß ich meinen Platz im Leben erkämpfe, sondern einfach um mich. Ich habe auch nicht nur einen Ausschnitt meines Lebens vor mir, sondern das ganze Leben.

Wichtige Entscheidungen stellen mir mein ganzes Leben vor Augen
Mein Blick weitet sich auch, wenn ich vor einer wichtigen Entscheidung stehe. Soll ich mich in der Schule durchbeißen, auch wenn die Lehrer mir das Leben unerträglich machen? Oder meine Berufswahl. Soll ich das wirklich werden und dann ein ganzes Leben Autos reparieren, Heizungen installieren, mich mit mathematischen Problemen beschäftigen, Kranke pflegen? So verlockend es ist, zu studieren, als Handwerker etwas zu können, für andere Menschen da zu sein – aber ein ganzes Leben auf der Entscheidung gerade für diesen Beruf aufbauen? Oder ins Kloster gehen, nicht nur für ein Wochenende oder einen Monat, sondern für immer? Oder sich für einen Menschen als Partner, als Partnerin entscheiden. Mich mit meinem Leben in die Partnerschaft einbringen?

In solchen Phasen der Entscheidung tritt auch mein ganzes Leben vor mich hin und ich spüre, daß ich jetzt eine entscheidende Weiche stelle, die meinem Leben auf Dauer eine bestimmte Richtung gibt. Ist es da nicht besser, die Entscheidung noch etwas offen zu halten, bis ich wirklich klar bin und mich traue?

Sich trauen
Blicke ich auf mein eigenes Leben oder das anderer, dann sehe ich, wie schwer es ist, Entscheidungen zu treffen. Denn in dem Moment, in dem mir klar wird, daß ich mit einer Berufswahl, einer Heirat, der Entscheidung für einen spirituellen Weg, meinem Leben selbst die Richtung gebe, übernehme ich auch die Verantwortung für mein Leben. Ich bin ganz allein dafür zuständig, ob ich glücklich sein werde, ob ich beruflich Erfolg haben werde, ob ich mit meiner Familie zufrieden sein kann. Das läßt nicht wenige Menschen dafür zurückschrecken, sich festzulegen. Deshalb brauche ich eine hohe Sicherheit, daß meine Entscheidungen zum Gelingen meines Lebens führen. Zugleich muß ich mich trauen, die Richtung für mein Leben selbst zu bestimmen, denn sonst lebe ich dieses Leben gar nicht richtig. Dazu läßt mir meine Freiheit auch gar keine andere Wahl. Die Freiheit selbst fordert mich, durch Entscheidungen mein Leben in die Hand zu nehmen und es nicht an andere zu delegieren. Sinn der Freiheit

Zusammenfassung
Diese oben beschriebenen Erfahrungen zeigen mir, daß ich in einigen wenigen Momenten oder Stunden die Chance habe, mir mein Leben vor Augen zu stellen und mich darauf einzulassen, was dieses Leben bedeutet und wie ich es eigentlich leben will. Eines zeigen diese Stunden: Ich kann mich mit dem Leben insgesamt auseinandersetzen und brauche mich nicht im alltäglich zu Erledigenden verkleben zu lassen.
Ein Weiteres: Es gibt offensichtlichen Entscheidungen, die entscheidend sind, weil sie Weichen stellen, die meine Lebensfahrt in eine Richtung lenken und nicht gleichzeitig in eine andere.
Offensichtlich kann ich zumindest einige Entscheidungen treffen, die entscheidend
sind.

Weiterführende Fragen
In den Momenten, in denen uns unser Leben vor Augen steht, entstehen auch viele Fragen. Eine könnte sein: Wofür lohnt sich mein Leben? Oder: Worauf kommt es an, daß ich jetzt und später auf mein Leben wohlwollend zurückblicken kann, weil ich gute Entscheidungen getroffen und die richtige Richtung eingeschlagen habe?
Und im Hintergrund lauert die Frage: Werde ich nicht einmal gemobbt, muß ich in einem totalitären Staat leben?  Dynamik des Bösen. Oder: Werden die Menschen, mit denen ich mein Leben teile, zu mir halten, wenn ich mal nicht weiter weiß oder ernstlich krank geworden bin?
Wird mein Leben gelingen oder werde ich am Ende feststellen müssen, daß ich gescheitert bin? Schließlich hängt alles daran, ob ich wirklich über mein Leben entscheiden oder ob mich unbewußte Kräfte, meine Hirnstrukturen oder etwas anderes lenken und ich am Ende sagen muß:
Das war gar nicht mein Leben.
Das hat jemand anderes für mich gelebt.

Fragen für mich


Wie verlief mein Leben bisher?

Gab es Entscheidungen in meinem Leben, die ich heute bereue?

Und gibt es Entscheidungen auf die ich stolz bin, obwohl ich mit ihr vielleicht erst ein Risiko eingeganen bin, oder von der mir andere Mitmenschen abgeraten haben?

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