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Der Sinn der Freiheit


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Wann bin ich freier?
An den meisten Tagen fühle ich mich gar nicht so frei. Mein Tag ist von den Pflichten bestimmt, ich muß viele Aufgaben erledigen. Da erscheint mir die größere Freiheit darin zu liegen, mal etwas anderes zu machen, umzusatteln und auf ein anderes Pferd zu steigen.
Die Frage stellt sich ernsthaft und muss im Sinne meiner eigenen Freiheit genauer untersucht werden. Es geht um die Antwort auf die Frage, ob eine größere Flexibilität zu mehr Freiheit führt oder die Konsequenz, das umzusetzen, was ich mir vorgenommen habe, mir mehr Freiheit verspricht.

Mehr Freiheit durch Flexibilität oder durch Konsequenz?
Es gibt Menschen, die können aus dem Stand ein Wochenende buchen, den Job wechseln, umziehen. Damit entsprechen sie sogar den Anforderungen der Berufswelt, denn es gilt, flexibel zu sein.
Wir müssen auch jedes Jahr eine neue Mode berücksichtigen, es gibt ständig technische Neuerungen, wir müssen immer neue Menschen kennenlernen, sonst kommen wir beruflich nicht weiter.

Wie sieht mein Leben aber tatsächlich aus: Ich muss schon als Schüler täglich im Klassenzimmer oder später an meinem Arbeitsplatz sein und immer meine Arbeiten abliefern. Ich kann heute schon sagen, was ich übernächste Woche zu tun habe, wann ich die Steuerklärung abliefern muss, an welchen Geburtstag zu denken ist.

Ist da nicht der freier, der sich nicht so gebunden hat und ständig Neues anfangen kann? Sein Lebenszug fährt nicht in eine bestimmte Richtung, er steigt häufig um und nutzt damit das verzweigte Netzwerk unserer modernen Welt, die mit Handy und Email ständige Erreichbarkeit bei größter Beweglichkeit ermöglicht.
Ist das nicht das tiefere Erleben von Freiheit, jeden Augenblick das tun zu können, was gerade „angesagt“ ist, was mir einen schnelleren Erfolg ermöglicht, mich in Kontakt mit neuen Menschen bringt.

In unserer Kultur gilt der als freier, der seine Entscheidungen über den Haufen wirft und etwas Neues wagt. Aber was ist mit demjenigen, der bei der Entscheidung bleibt, mit der er den Kurs seines Lebens bestimmt hat? Nimmt seine Freiheit nicht ständig ab? Die Konsequenz wäre, dass z.B. derjenige, der sich selbständig gemacht hat, seine Freiheit immer mehr verliert. Er muss Tag für Tag am Telefon erreichbar sein, denn die Kunden bestimmen sein Leben. Wer ein Lokal aufgemacht hat, war zwar frei, ob er ein gehobenes Publikum ansprechen, mit einer typisch deutschen Speisekarte die Mittelschicht oder in einem Büroviertel mit einem schnellen Mittagessen die Angestellten als Kunden gewinnen will. Hat er sich festgelegt, dann muss er jeden Tag zur Stelle sein und kann nicht eben mal nach Mallorca oder London fliegen.
Oder wer ein Buch schreiben will, muss jeden Tag an seinem Werk arbeiten und kann nicht einfach ein Reisebüro eröffnen oder einen Motor konstruieren. Ein Kind bindet die Eltern, sie können es zwar bei den Großeltern in Obhut geben, aber sie sind jeden Tag Mutter und Vater. Gerade in der von Medien und Konsum bestimmten Welt muss ich auf die Frage ein Antwort finden: Soll ich mich festlegen oder bin ich nicht freier, wenn ich jeden Tag neu über mein Leben entscheide? Ist der freier, der seine Entscheidungen leicht revidiert oder derjenige, der auf dem Kurs bleibt, den er mit der Berufswahl, mit der Entscheidung für eine feste Partnerschaft und für Kinder eingeschlagen hat? Was verlangt eigentlich die Freiheit selbst von mir?

Die Freiheit verlangt von mir Entschiedenheit
Meine Freiheit lässt mich erst einmal gegenüber fast allem frei. Ich kann meinen Beruf wählen, meinen Partner, meine Partnerin, ich kann Gläubiger oder Atheist sein. Ich kann nur nicht „nicht“ frei sein. Das klingt paradox, aber gegenüber meiner Freiheit bin ich nicht frei. Ich muss über mein Leben entscheiden.
Wenn ich andere entscheiden lasse, daß z.B. meine Eltern meinen Beruf bestimmen, dann steckt auch in diesem „Lassen“ meine Freiheit, denn ich und nicht jemand anderes lässt andere über mich bestimmen. Auch wenn ich nicht entscheide, weil ich nicht weiss, welchen Beruf ich anstreben soll, entscheide ich und lasse mein Schiff auf offener See treiben, weil ich ihm keine eindeutige Richtung gebe.

Die Freiheit fordert mich ohne Wenn und Aber, nämlich dass ich die Richtung für mein Leben selbst bestimme und damit die Verantwortung dafür übernehme, wer ich einmal sein werde. Das „Ohne Wenn und Aber“ klopft an meine Tür, ich kann mich dem Klopfen nicht entziehen. Mit der Freiheit ragt etwas Unbedingtes in meinem Leben.
Ich kann der Freiheit nämlich keine Bedingungen stellen, sondern sie stellt mir die Bedingung, nämlich mich zu entscheiden. Dabei stellt sie mich nicht jeden Tag vor eine wichtige Entscheidung. Meist besteht mein Leben darin, eine einmal getroffene Entscheidung umzusetzen, nämlich das Kind gross zu ziehen, mich in meinem Beruf zu qualifizieren, dem Partner, der Partnerin treu zu sein, das Buch zu schreiben, das Haus zu bauen und abzubezahlen.
Es sind einige wenige Entscheidungen, die ich zu fällen habe und die dann den Kurs meines Lebensschiffes bestimmen. Durch diese Entscheidungen verwirkliche ich meine Freiheit und nicht dadurch, dass ich einmal getroffene Entscheidungen umwerfe oder mich gar nicht erst festlege.

Zusammenfassung
Die Freiheit verlangt von mir, dass ich über mein Leben selbst bestimme.
Das tue ich mit den richtungsgebenden Entscheidungen, mit denen ich den Kurs meines Lebensschiffes bestimme. Wenn diese Entscheidungen richtig getroffen sind, dann ist es im Sinn der Freiheit, dass ich mein Lebensschiff auf dem eingeschlagenen Kurs halte, auch wenn es hohe Wellen gibt und ich kräftigem Gegenwind standhalten muß.
So erfülle ich den Sinn der Freiheit, dass ich es bin, der meinem Ich eine bestimmte Gestalt gibt.

Weitere Überlegungen
Die Freiheit geht noch einen Schritt weiter, denn sie ist auf Dialog angelegt.
Wir brauchen andere Menschen, um über unser Leben sprechen zu können. Frauen können das meist besser als Männer.
Ich setze mich auch immer mit anderen Menschen auseinander. Ich gebe anderen Einfluss auf mein Leben, indem ich sie bewundere. Auch Menschen, die ich zu negativen Vorbildern wähle, indem ich mir vornehme, auf keinen Fall so zu werden wie sie, üben Einfluß auf mich aus. Dann sind es Lehrer und Ausbilder, die mich herausfordern, an Vorgesetzten können wir uns orientieren oder auch reiben.

Schließlich gibt es Romane, Biographien, Filme und Serien, die uns vor Augen führen, wie Menschen ihr Leben ausrichten, wie sie mit Herausforderungen fertig werden, d.h. wie sie ihre Freiheit verwirklicht haben. Alles, was erzählt wird, entspringt der Freiheit und beschreibt Freiheit. Menschen werden in ihren Entscheidungen dargestellt und es geht immer darum, ob das Projekt, das Vorhaben, die Beziehung gelingen und damit das ganze Leben gelingt oder scheitert. Meine Freiheit ist mit vielen Freiheiten im Gespräch, denn ob in der Realität oder im Film, die Menschen gestalten mit ihrer Freiheit ihr Leben und ringen darum, daß es gelingt, wofür sie sich entschieden haben.
Es geht um dabei um Freiheit und Liebe. Gebote und Freiheit

Es gibt noch einen weiteren Aspekt der Freiheit, nämlich die Chancen, die mir gegeben sind. Dazu gehören meine Begabungen, die Zeitumstände, Menschen, die mich fördern, die mir eine Chance geben und die Menschen, die mir Zuneigung schenken.
Die Freiheit ist so angelegt, dass ich sie nicht nur in meinem Inneren habe, sondern sie ist im Gespräch mit anderen und mit den Lebensumständen, in die ich hinein geboren worden bin. Die Freiheit beinhaltet einen Ruf. Freiheit und Einmaligkeit


Fragen für mich


Wie gehe ich mit meiner Freiheit um?

Wie lasse ich andere mit meiner Freiheit andere umgehen?

Lenke ich bereits das Schiff meines Lebens auf das Ziel zu, das ich mir gesetzt habe?

Habe ich die Entscheidungen für den Kurs bereits gewählt, oder lasse ich mich noch treiben?

Lasse ich mich noch von anderen ab-lenken?


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