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Gott und meine Freiheit


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Will Gott, dass ich frei bin, oder engt er meine Freiheit ein?

Wenn ich mich frage, ob Gott für mich eine Bedeutung haben soll, dann kommt bald meine Freiheit ins Spiel. Verliere ich nicht meine Freiheit, wenn ich mich Gott öffne? Sollte ich nicht besser zu Gott in Distanz bleiben, um mir meine Freiheit zu erhalten? Eigentlich glaube ich nicht, dass Gott etwas mit meiner Freiheit zu tun hat. Es ist doch meine Freiheit und Gott wird häufig so dargestellt, dass er durch seine Gebote mein Leben gängeln will.
Es scheint allerdings so, dass einige Menschen Gott brauchen, weil sie mit ihrer Freiheit nicht so recht etwas anzufangen wissen. Bei Kindern kann man das besonders beobachten. Als Kind war ich mir selbst meiner Freiheit nicht so bewusst, ich brauchte sie eigentlich auch nicht so notwendig. Ein Blick auf die Entwicklung der Freiheit zeigt, wie Gott und meine Freiheit in Konkurrenz treten.

Kinder brauchen einen Gott, Jugendliche distanzieren sich von ihm

Wenn wir uns im Jugendalter unserer Freiheit bewusst werden, dann wehren wir uns auch gegen das Gottesbild unserer Kindheit. Denn als Kinder brauchten wir einen „Obersten Bestimmer“, der die Guten belohnt und die Bösen bestraft. Nur wenn es eine oberste Macht gibt, konnten unsere Ängste gebändigt werden und konnten wir uns in unserer Winzigkeit beschützt fühlen.
Darüber hinaus war Gott derjenige, der den anderen Autoritäten, den Eltern, dem Zugschaffner, dem Polizisten Autorität verlieh.

Als ich dann meine Freiheit spürte, geriet ich schnell mit diesen Autoritäten in Konflikt. Habe ich früher die Schularbeiten gemacht, um der Lehrerin einen Gefallen zu tun, halten mich diese lästigen Pflichten jetzt von dem ab, was ich Interessantes vorhabe. Mit den Eltern liege ich quer, weil ich von ihnen immer noch wie ein Kind behandelt werde, das abends um 22h zu Hause sein soll. Da fängt das Leben doch erst an. Und hinter all diesen Autoritäten steht der allmächtige Gott, er macht sie stark und sorgt dafür, dass sie immer Recht haben. Meine Freiheit droht mir täglich abhanden zu kommen.
Dass ich auf Distanz zu Gott gehe, ist verständlich. Aber hat Gott überhaupt etwas gegen meine Freiheit? Auf den ersten Blick ja, denn er steht hinter all denen, die meine Freiheit einschränken wollen. Von Gott haben sie letztlich ihre Autorität.

Die Freiheit muss erkämpft werden
Im Jugendalter muss ich mich von allen Autoritäten freischwimmen, um mein Leben in die Hand zu bekommen. Langsam merke ich, wie die Erwachsenen mit meiner Freiheit umgehen. Nicht wenige wollen mich einfangen, der Sportclub, eine politische Partei, ich soll zur Konfirmation bzw. Firmung gehen. Die Eltern haben natürlich auch etwas mit mir vor. Dann gibt es noch den Konsumdruck. Zuerst ist die Musik, die ich entdecke, faszinierend. Ich gehöre einfach dazu, wenn ich die Musik meiner Clique höre. Auch das Internet und das Handy brauche ich unbedingt. Es gibt wie bei der Sparkasse Einstiegstarife. Bis ich dann merke, dass ich als Kunde gebunden werden soll, damit ich die CD’s kaufe und den Handyvertrag aufstocke.
Gegenüber der Politik werde ich auch skeptisch. Die Parteien bemühen sich intensiv um die jungen Leute, aber machen sie nicht Politik für die Rentner, weil die ja sehr viel mehr sind als die Jungen und die Wahlen entscheiden?

Wer will eigentlich meine Freiheit? Die Konsumgüterindustrie will mich als Käufer, die Parteien als Wähler, die Eltern als erfolgreichen Schüler, Schülerin bzw. Studenten, Studentin. Es richten sich viele Erwartungen an mich, aber meist haben sie nicht meine Freiheit im Blick, sondern sie brauchen Nachwuchs und Leute, die in einigen Jahren für die Rente sorgen. Ich treffe allerdings auch auf Menschen, die an mir interessiert sind. Die finden zwar auch nicht alles gut, was ich mache, aber sie schauen wohlwollend auf meine Zukunft, ermuntern mich, mir etwas zuzutrauen. Es sind Menschen, die nicht gleich an sich denken, wenn sie sich mit mir beschäftigen.

In all den Erfahrungen mit meiner Freiheit stoße ich auch auf die Frage, ob meine Freiheit eigentlich aus mir selbst kommt. Sie ist in mir und ich muss sie mir gegen all die Autoritäten, die mir „reinreden“, erkämpfen. Aber habe ich meine Freiheit selbst gemacht oder bin ich nur auf sie gestoßen, weil sie schon in mir gelegen ist und nur entdeckt werden wollte?
Wenn ich nicht mehr so um meine Freiheit kämpfen muss, lerne ich sie langsam als Geschenk schätzen. Sie gibt mir ein einmaliges Leben, ich kann selbst die Verantwortung für mein Leben übernehmen. Ich kann, weil ich eben frei bin, jemand anderem meine Liebe schenken. Die Freiheit gibt mir die Kraft, mir selbst ein Urteil zu bilden. Ich muss nicht nachbeten, was andere mir vorsagen.

Meine Freiheit braucht eine größere Freiheit
Einerseits stoße ich auf die Begrenztheit meiner Freiheit. Auf der anderen Seite kann ich einige wichtige Entscheidungen frei fällen, ich kann lieben und die Wahrheit selbständig erkennen.
Diese Dynamik meiner begrenzten Freiheit braucht eine grössere Freiheit, die mich frei will und meine Freiheit von innen her ermöglicht. Denn wäre ich nur ein Lebewesen mit einem sehr komplexen Gehirn auf einem abgelegenen Planeten am Rande des Weltalls, dann wäre meine Freiheit nicht viel wert. Die Milliarden Sterne des Kosmos interessieren sich sowieso nicht für meine Freiheit und auch nicht dafür, dass mein Leben gelingt.
Kann die Materie überhaupt so etwas wie Freiheit hervorbringen, verbunden mit der Fähigkeit, selbständig zu erkennen und zu lieben? Die Materie wird doch von den Naturgesetzen gesteuert, ohne dass sich die Planeten, die Berge und auch die Tiere der Kräfte bewusst sind, von denen sie bewegt werden.

Meiner Freiheit bin ich mir aber immer mehr bewusst geworden. Sie muss woanders herkommen.  Wenn es keine große, eine nicht durch Raum und Zeit begrenzte Freiheit gibt, dann könnte meine Freiheit tatsächlich nur ein kurzes Aufflackern am Rande des Universums sein oder eine Täuschung des Gehirns, das mir nur suggeriert, ich sei frei, obwohl ich tatsächlich durch die Gehirnströme gelenkt werde. Meine kleine Freiheit braucht in dem riesigen Weltall, das nach den Gesetzen der Physik bewegt wird, einen starken Rückhalt. Wenn die vielen Milchstraßen sich nicht für meine Freiheit interessieren, dann braucht das Weltall meine Freiheit auch nicht.

Vielleicht ist meine Freiheit nur ein Gefühl. Was gibt mir die Gewissheit, dass ich mich nicht nur frei fühle, sondern von innen her frei bin? Weder der Blick in den Sternenhimmel, noch der in den Atomkern beantwortet diese Frage, denn beide Welten werden von den Gesetzen der Physik bestimmt und interessieren sich in keiner Weise für meine Freiheit.
Wenn ich im Innersten nicht frei bin, dann werde ich von etwas bewegt, das ich nicht selbst bin. Ich werde von einer Kraft oder einer Person gelenkt, ohne es zu merken.

Aber bin ich nicht doch mit Freiheit begabt?
Die Menschen hätten den Kampf um die Freiheit längst aufgegeben und wären ein Teil der Biosphäre geworden, gäbe es nicht hinter der kleinen menschlichen Freiheit eine große Kraft. Sie würden sich von den Kräften der Natur treiben lassen und hätten eben das Glück der Tiere, nicht aber das Glück der Freiheit. Es muss eine Instanz außerhalb der Materie geben, die die menschliche Freiheit beflügelt.
Wir erfahren unsere kleine Freiheit als Geschenk einer größeren Freiheit.

Würden wir dagegen behaupten, die persönliche Freiheit sei durch den Zufall erwürfelt oder durch die komplexe Materie des Gehirns hervorgebracht, würden wir unsere Freiheit verflüchtigen. Es bestände die Gefahr, dass wir uns zu einem Lebewesen zurück entwickeln, das von Instinkten gesteuert wird und seine Freiheit vergessen hätte.

Zusammenfassung
Wenn wir uns über die Freiheit klar werden, dann steht uns die Erklärung zur Verfügung, wie sie manche Gehirnforscher entwerfen: Die Materie steuert unser Leben über die Konfiguration unseres Gehirns. Das Gehirn lenkt uns und erzeugt in uns die Illusion, wir seien frei, obwohl wir durch die Gehirnströme gesteuert sind.

Die Materie wird aus sich heraus dafür sorgen, dass wir den Naturgesetzen folgen. Sie hat kein Interesse an unserer Freiheit. Die menschliche Freiheit müsste, wenn sie so von der Biosphäre abhängig wäre, den Willen zur Freiheit längst aufgegeben haben und wieder biologisch geworden sein, d.h. der Mensch würde wie die Tiere von den Naturgesetzen und den Instinkten gesteuert.
Kommt die Freiheit von Gott, dann gibt es nur die Alternative, dass er uns entweder gänzlich von sich abhängig macht und uns dadurch ruhig stellt, dass er uns das Gefühl von Freiheit gibt, uns aber von innen her so lenkt, dass wir es gar nicht bemerken.
Oder er ist die große, unbegrenzte Freiheit, die so frei ist, dass sie unsere Freiheit und das Gelingen unseres Lebens will?

Weitere Themen
Mit der Freiheit stellt sich die Frage, welche Position der Mensch im Kosmos hat. Er ist Teil des Kosmos, denn er ist aus der Evolution hervorgegangen. Wozu soll er ein selbstbestimmtes Wesen sein, wenn er nur Teil der Materie ist.

Hat das Geistige im Menschen, seine Freiheit mit der Fähigkeit, die Wahrheit zu erkennen und zu lieben, eine Bedeutung, obwohl sich keine Milchstraße und kein Planetensystem für die Freiheit des Menschen interessiert?

Aber wird die Freiheit nicht durch die Gebote und das Gewissen gesteuert, so dass wir, kaum haben wir unsere Freiheit entdeckt, uns wieder anpassen müssen: Freiheit - Gebote
Zur Selbstbestimmung gehört weiter, dass der Mensch zu einem einmaligen Wesen wird, das nicht nur durch seinen Fingerabdruck und seine Iris, sondern durch seine Person einmalig ist. Die Freiheit verspricht also Einmaligkeit
Freiheit heisst auch, dass der Mensch die Verantwortung für die Entscheidungen übernimmt, die er kraft seiner Freiheit getroffen hat: Sinn der Freiheit

Fragen für mich


Woher kommt eigentlich meine Freiheit?

Haben mich meine Eltern oder Großeltern dazu erzogen frei zu sein?
Ist das möglich?

Oder betrachte ich es als Zufall, wenn ich auf „gute Momente“ in meinem Leben zurück blicke, in denen ich mich frei gefühlt habe, weil es ja auch hätte anderes kommen können?

Wer garantiert mir meine Freiheit?

Wo ist ihr Ursprung?
Oder ist sie einfach so da?


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