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Freiheit macht mich einmalig


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Alles nur Routine?

Wenn ich meinen Alltag anschaue, dann besteht er mehr oder weniger aus Routine und festgelegten Aufgaben, die ich zu erfüllen habe, als Straßenbahnfahrer, als Mutter, als Lehrer, als Arzt. Auch der Schriftsteller und der Komponist haben täglich die Aufgabe vor sich, an dem begonnenen Werk weiter zu arbeiten.
Nicht selten habe ich den Eindruck, dass die Freiheit hinter all dem verschwindet, was ich zu tun habe. Ausgangspunkt ist, dass die Freiheit mir auferlegt, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Aber damit die Freiheit nicht nur einmal kurz in einigen Entscheidungen aufscheint und dann hinter dem Alltäglichen wieder verschwindet, sondern durchgängig mein Leben prägt, muss es etwas geben, das mich meine Freiheit täglich erleben läßt. Ich muss für meine Freiheit etwas Besonderes finden, so daß ich sie auch täglich leben kann.

Die Freiheit verheißt Einmaligkeit

Die Freiheit verwirkliche ich, wenn ich mich entscheide und meinem Leben eine bestimmte Richtung gebe. Der Auftrag der Freiheit liegt darin, das Leben anzupacken, selbst zu entscheiden und damit die Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen. In der Freiheit liegt aber noch mehr. Mein Leben soll einmalig werden. So wie ich einen einmaligen Fingerabdruck und eine einmalige Iris habe, soll mein Leben unverwechselbar nur mein Leben sein.

Zwar wollen andere mich berechenbar. Die Eltern, die Freunde, die Lehrer und Ausbilder haben eine Vorstellung, wie ich sein sollte. Noch mehr wünscht sich die Mode und die Konsumgüterindustrie, dass ich in einen vorgegebenen Trend passe und damit in meinem Konsumverhalten berechenbar werde. Nur die Freiheit will, dass ich selbst mein Leben bestimme, ihm eine Richtung gebe und so zu einer unverwechselbaren Person werde. Kann ich das aber, etwas ganz Eigenständiges verwirklichen? Und bin ich nicht austauschbar, kann nicht morgen jemand meinen Job machen?
Die menschliche Gesellschaft bestärkt meine Freiheit nicht. Sie will mich wie die anderen. Vielleicht ermutigen mich einige kluge Erwachsene, meine Freiheit zu wollen, indem ich meinen Weg konsequent gehe. Aber das sind Ausnahmen, die Umwelt sagt mir: Sei nicht zu ambitioniert, pass dich besser an, du bist ersetzbar.

Die Einmaligkeit kommt aus der Freiheit
Wenn da nicht die Freiheit wäre, die mich auf den Weg einer Berufung lenkt. Sie macht das meist ganz leise, so dass ich weghören kann. Jedoch gibt es andere Menschen, die diesem Ruf gefolgt sind und mir zeigen, dass es geht und dass es stimmt: Jeder Mensch hat etwas Einmaliges.

Es sind oft überschaubare Aufträge, z.B. welche Melodie ich für die Arie entwickle, wie ich mein Kind in seinen Entwicklungsschritten unterstütze, ob ich den Arbeitsplatz wechsle. Das sind meist noch Entscheidungen, die von der Grundentscheidung für einen bestimmten Beruf, ein Kind, ein Buch, eine Komposition bestimmt sind. Hin und wieder kann eine richtungsweisende Entscheidung anstehen. Will ich ein zweites Kind groß ziehen? Qualifiziere ich mich für den Meister? Studiere ich noch einmal? Baue ich ein Haus?

Es kann sogar etwas Neues bei mir anklopfen. Im Sportverein wird ein Trainer für die Jugendmannschaft gesucht. Ich habe Musik studiert, unterrichte ein Instrument und frage mich: Soll ich nicht selbst komponieren? Oder ich spüre den Ruf, mich in einem Land der Dritten Welt zu engagieren. Es kann mich auch die Frage nach dem religiösen Sinn meines Lebens erfassen. Soll ich mein Leben nur für den Erfolg einsetzen? Kann ich damit zufrieden sein, wenn ich genug Geld verdiene?


Solche Fragen können sich mir ohne äußere Krise stellen, dann, wenn ich mir beruflich eine Existenz aufgebaut habe, wenn die Kinder selbständig geworden sind. Wurde ich verlassen oder mußsse ich eine andere Niederlage einstecken, drängt sich die Frage massiv auf, was ich mit meinem Leben eigentlich will. Manchmal ist es auch nur das leere Gefühl, das ich nach einer Party, nach einer Dienstreise habe. Ich spüre die Frage: Soll es das gewesen sein?

Ich muss überlegen, ob meine Sicht des Lebens dem Leben tatsächlich entspricht. Meist können mir die Menschen, mit denen ich zusammenlebe, meine Berufskollegen und Nachbarn, nicht viel weiter helfen. Denn wie ich leben auch sie nach dem Modell der Leistungs- und Konsumgesellschaft. Ob die Fragen von innen kommen oder mir durch eine Niederlage von außen gezwungen werden: Ich finde nicht so einfach eine Antwort.
Aber etwas machen diese Anfragen deutlich: Meine Freiheit führt mich in tiefere Ebenen des Lebens. Weder eine ständige Flexibilität, noch die Orientierung am Erfolg beantworten die Frage, ob ich so werden will, wie ich es, wenn das Leben so weiterläuft,  notwendig werden muss. Wenn ich aber den Ruf gehört habe, der mir verheißt, dass mein Leben einmalig wird, dann bin ich ganz innen berührt und meine Freiheit hat mich sehr viel tiefer erfaßt. Ich habe etwas Wichtiges gewonnen: Ich weiß selbst, was ich mit meinem Leben soll und muß nicht ständig darauf blicken, was andere gerade betreiben.
Wenn ich den Ruf der Freiheit wahrgenommen und in eine Entscheidung für die Einmaligkeit meines Lebens umgesetzt habe, erst dann bin ich wirklich frei. Das können wir an den Menschen ablesen, die ihrer Berufung folgen. Sie sind klar, entschlossen und strahlen etwas aus. Sie haben keine Zeit zum Nörgeln und müssen sich nicht an dem Tratsch über andere beteiligen. Wo kommt aber der Ruf her?

Der Ruf zur Einmaligkeit kommt nicht aus der Gesellschaft
Die Gesellschaft, in der ich lebe, mit all ihren Ansprüchen, ihrer Werbung, ihrer Vorstellung von Glück, gibt mir keine Antwort auf die Frage, was mich einmalig macht. Meine Umwelt will mich berechenbar. Das werde ich, wenn ich mich einem Trend anpasse, mich zu einem Typ formen lasse, den es häufig gibt, d.h. der sich in einer bestimmten Weise anzieht, eine bestimmte Biermarke bevorzugt, ein bestimmtes Auto fährt, bestimmte Redewendungen gebraucht.
Auch die Schule, die Ausbildung, das Studium will mich vergleichbar machen. Indem bestimmte Prüfungsaufgaben für alle verbindlich sind, muss ich diese und keine anderen Aufgaben lösen, um eine gute Note zu bekommen. Meine Berufung stellt mir aber eine einmalige Aufgabe, die es so noch nicht gegeben hat und die mir auf den Leib zugeschnitten ist. Diese Berufung muss von einer Instanz kommen, die wirklich an meiner Freiheit interessiert ist, die mich nicht angepasst, sondern einmalig will und die über eine so große Freiheit verfügt, dass sie meiner Freiheit Einmaligkeit ermöglichen kann.

Der Ruf in die Einmaligkeit muss von einer Instanz kommen, die mich einmalig will
Diese Instanz, die mich in die Einmaligkeit ruft, wird von vielen Zeitgenossen „Zufall“ genannt. Aber kann das Zufallsprinzip erklären, daß es meine Iris nicht noch einmal gibt? Kann der Zufall die Freiheit erklären oder erklärt er nicht nur, dass es um mich herum einen ständigen Wechsel gibt und ich mich dem jeweils Neuen am besten anpasse.
Aber wechselt die Ausgangssituation für meine Entscheidung nicht durch die Freiheit anderer, indem diese nämlich entscheiden und mich damit vor neue Bedingungen stellen? Und kann der Zufall mehr als eine neue Mischung der Elemente garantieren aber nicht das, was ich als Freiheit erfahre? Freiheit kann doch nur von Freiheit kommen. Unsere kleine, endliche Freiheit ist nur möglich, wenn es eine größere, wirkmächtigere Freiheit gibt, die selbst nicht den Begrenzungen unterliegt, die den Menschen einengen.
Wenn ich wirklich frei sein will, braucht es eine große, unbegrenzte Freiheit, die meine Freiheit garantiert. Die finde ich nicht im Staat, denn der kann morgen zu einer Diktatur werden. Diktaturen sind darin gleich, dass sie kein Interesse an der Freiheit der Bürger haben. Meine Eltern sind auch nicht unbedingt Garanten meiner Freiheit. Oft muss ich auf Distanz zu meinen Eltern gehen, wenn ich frei über mein Leben entscheiden will. Die Freiheit ist in den Menschenrechten verankert, aber keine Instanz auf dieser Welt, auch die UNO nicht, kann die Menschenrechte garantieren.
Meine Freiheit verlangt eine große, unbegrenzte Freiheit, die nicht Teil dieser Welt ist. Gerade diese Freiheit ist es, die mir ein einmaliges Leben ermöglicht. Diese Freiheit, die so groß ist, dass sie mir Einmaligkeit ermöglicht, lässt sich innerhalb des Kosmos nicht finden, sie muss grösser sein als die Welt. Deshalb komme ich mit Gott in Berührung, wenn mir die Einmaligkeit meines Lebens bewusst wird und ich mich für das entscheide, was mein Leben einmalig werden lässt.


Zusammenfassung
In meiner Freiheit liegt mehr als die Pflicht zur Routine. Meine Freiheit will nicht nur, daß ich selbst über mein Leben bestimme, sie bietet mir in der Berufung, die nur mir gilt, etwas Einmaliges. Das macht mein Leben nicht einfacher, aber freier, denn Berufung heisst ja gerade nicht Anpassung. Den Ruf in die Einmaligkeit erwürfelt mir nicht der Zufall, vielmehr ruft mich eine grössere, eine unbegrenzte Freiheit in das Einmalige meines Lebens.

Weiterführende Frage
Für meine Entscheidungen orientiere ich mich an meiner Umwelt, was als erfolgreich gilt, wodurch ich Akzeptanz finde. Die Lebenssicht meiner Umwelt garantiert mir, dass ich dazu gehöre, wen ich den Vorstellungen der anderen folge:
Orientierung finden
Wenn Gott die Instanz ist, die meine Freiheit will und die mir ein einmaliges Leben eröffnet, steht das im Widerspruch zu der Aussage aller Religionen, dass Gott zu allererst von mir die Befolgung der Gebote will. Freiheit und Gebote
Kann es derselbe Gott sein, der auf der einen Seite mein Leben nach den Geboten regeln will und zum anderen mir Einmaligkeit eröffnet: Gott und meine Freiheit

Fragen für mich


Fühle ich mich einmalig?

Gibt es Situationen in denen ich mich wie ein Klon aus einer bestimmten Gruppe heraus fühle?
Mit all meinen Ansichten, Denkweisen und Handlungen?

Bin ich das wirklich?
Oder bin ich doch einmalig und unersetzbar?

Was macht diese Einmaligkeit an mir aus?

Wann entscheide ich mich für etwas einmaliges?


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