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Jesus wirkt noch


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Kann Jesus überhaupt noch wirken?

Muss ich mich mit einer Person auseinandersetzen, die vor 2000 Jahren gelebt hat? Der Anspruch, den die Prediger des Evangeliums von Jesus erheben, verlangt von mir, dass ich auch heute Jesus sehr viel zutrauen soll. An ihm soll der Ausweg aus der verfahrenen menschlichen Geschichte hängen. Er soll mit seiner Bergpredigt maßgebend für das sein, was wirklich menschlich ist. Und von ihm soll der Friede ausgehen. Das sind alles große Gedanken, aber entspricht dem allen eine Wirklichkeit?

Der Einfluss von Menschen über ihren Tod hinaus

Es gibt Menschen, die mit ihren Ideen Einfluss auf die Geschichte genommen haben. Karl Marx hat nicht nur Bücher geschrieben. Das, was in den Büchern steht, hat jahrzehntelang das Leben der Menschen in den kommunistischen Ländern bestimmt.
Allerdings scheinen seine Ideen heute nicht mehr wirksam zu sein. In Zeiten der Globalisierung wird auch der chinesische Kommunismus zu einem Kapitalismus. Künstler haben offensichtlich eine längere Wirksamkeit. Selbst die Malereien aus den Höhlen der Steinzeitmenschen ziehen Jahrtausende nach ihrem Entstehen die Aufmerksamkeit vieler auf sich. Orchester spielen noch nach 200 Jahren die Musik Mozarts und werden es wahrscheinlich auch noch in hundert Jahren tun. Nicht nur wollen Menschen diese Musik hören, die Orchester verbringen Tage damit, die Musik einzustudieren, um sie dann vor dem Publikum aufzuführen. Man belässt es nicht bei der Wiedergabe einer Schallplatte oder CD.

Es gibt also Wirkungen von Menschen, die längst gestorben sind. Aber die Wirkung, die von Jesus ausgehen müsste, wäre noch anders zu sehen. Nicht nur müssten seine Worte auswendig gelernt und vorgetragen, sein Leidensweg dargestellt und von seiner Auferstehung erzählt werden, er müsste die Menschen auch heute von innen her erfassen.


Wirkung von innen

Wenn Jesus eine so große Bedeutung zugeschrieben wird, nämlich dass er heute noch grundlegend etwas ändern kann, dann müsste das zu beobachten sein. Dann könnte man sogar glauben, dass er am Ende der Welt die menschliche Geschichte wirklich heilt. Wenn er aber im Verlauf dieser Geschichte nicht irgendwelche Wirkungen erzeugen würde, dann wäre kaum glaubhaft zu machen, dass er am Ende das Ruder herumreißen könnte.

Über seine Wirkung hat Jesus bereits in Bildern gesprochen, wenn er das Kommen des Reiches Gottes beschreibt. Wie der Sauerteig das Mehl durchdringt, so reift das Reich Gottes in den Herzen heran. Das kleinste Samenkorn, das Senfkorn, keimt unbemerkt im Erdreich und wird zu einem großen Baum. Das Reich Gottes, das Jesus gepredigt und von dem er gesagt hat, dass es mit seiner Predigt und seinen Krankenheilungen bereits begonnen hat, wächst im Inneren.

Das ist über die Jahrhunderte geschehen. Menschen haben von sich gesagt, Jesus habe sie tief im Inneren erfasst und ihr Leben verändert. Die Menschen werden meist nicht so bekannt wie Franz von Assisi oder Mutter Teresa. Sie leben aber auch heute unter uns und man erkennt sie daran, dass sie beten und sich in besonderer Weise engagieren. Einige Prominente haben ihre Bekehrung nie nach außen gezeigt, erst nach ihrem Tod ist diese Seite ihrer Person erst entdeckt worden. So war der französische Außenminister Robert Schumann ein Gläubiger und hat aus diesem Geist für eine europäische Friedensordnung gesorgt. Der erste Generalsekretär der UNO, der Schwede Dag Hammerskjöld, hat seine Tagebuchaufzeichnungen, die von einem mystischen Gebetsleben Zeugnis geben, erst nach seinem Tod durch einen Freund veröffentlichen lassen.

Die Wirksamkeit Jesu ist nicht spektakulär, sondern vollzieht sich im Innern der Menschen und zeigt sich in einer echten Frömmigkeit und einem hohen Engagement für die Menschen, die Hilfe brauchen.


Jesus wirkt durch seinen Geist

Diese Wirkung, die Jesus auf die Herzen der Menschen ausüben kann, zeigte sich zuerst an seinen Aposteln. Diese hielten sich aus Angst vor der jüdischen Obrigkeit in einem Haus in Jerusalem auf bzw. waren nach Galiläa zurückgegangen, um wieder als Fischer zu arbeiten. Sie waren zwar dem auferstandenen Jesus begegnet, aber hatten offenbar noch nicht die Mission in sich verspürt, das Evangelium Jesu zu predigen. Nach den Berichten der Apostelgeschichte wurden sie erst durch den Heiligen Geist am Pfingsttag zu Missionaren. Petrus beginnt spontan zu predigen, weil die Menschen in Jerusalem durch die Begleiterscheinungen des Pfingstereignisses wissen wollten, was das Brausen und das Herabsinken von Feuerzungen bedeutet.

3000 haben sich spontan dem christlichen Weg angeschlossen. Der Geist Jesu, der Heilige Geist, bewirkt, dass Jesus in den Herzen wirksam wird. Der Heilige Geist kann von den Menschen nicht herbei gezwungen werden, er wird den einzelnen geschenkt. In diesem Geist erst erkennt der Glaubende, dass Jesus nicht nur einer unter vielen Propheten war, sondern Gott durch ihn die Menschen zum Heil führt. Das ist mit dem jüdischen Wort Messias, griechisch "Christos", der Gesalbte, gemeint.

Die Juden wussten aus den Texten der Bibel, dass Gott einen Retter sendet, den Immanuel, der das Volk zu Gott zurückführt und der die Menschen von den Verstrickungen in das Böse befreit. Das alles wird jedes Jahr in den Weihnachtsliedern besungen.
Die Anhänger Jesu mussten darüber hinaus noch verstehen, dass der Kreuzweg Jesu nicht das Scheitern seiner Mission bedeutete, sondern zur Versöhnung der Menschen mit Gott und untereinander führt. Das konnten sie offensichtlich erst, nachdem der Geist sie erfasst hatte. Weiter erkannten sie durch den Geist, dass die Auferstehung Jesu nicht nur bedeutet, dass Gott ihn nicht im Tod gelassen hat, sondern dass mit der Auferstehung Jesu für alle Menschen eine Bedeutung hat, dass sie nämlich auch mit ihrem Leib einmal eine himmlische Existenz haben werden.




Die objektive und die innere Wirkung Jesu

Man kann die Wirkungsgeschichte Jesu auch von außen betrachten. Durch Zahlen kann man zeigen, dass die Christen die größte Religionsgemeinschaft bilden. Man kann zeigen, dass das Abendland wesentlich durch Jesus geprägt wurde, vor allem das Menschenbild, das durch den Personbegriff zu dem wurde, was wir heute selbstverständlich als Menschenwürde und Menschenrechte voraussetzen.

Man kann die Fülle der Kreuze und anderer Jesusdarstellungen anführen, die Jesus-Romane und -Filme. Diese äußere Wirkung hängt aber nicht allein von der Kraft der Ideen Jesu ab, sondern weil er Menschen innerlich gewinnt und sie seinen Lebensprinzipien folgen. Diese innere Wirkung ist von Jesus gewollt. Denn er hat kein politisches Amt angestrebt. Als die Menschen ihn nach der Brotvermehrung zum König machen wollten, hat er sich entzogen und damit Enttäuschung bewirkt. Das war sicher auch ein Grund, warum die Menschen sich von ihm abwandten und die jüdische Obrigkeit keinen Massenaufstand mehr befürchten musste, als sie Jesus den Prozess machte.
Jesus hat bereits bei seinen Predigten und Krankenheilungen großen Wert darauf gelegt, dass die Menschen glauben. Ihm ging es nicht um einen politischen oder ähnlichen Erfolg, sondern dass die Menschen Gott tiefer erkennen und ihr Leben auf Gott ausrichten.


Zusammenfassung

Die Wirkung Jesu ist nach außen erkennbar, allein an der Zahl der Christen. Aber die eigentliche Wirksamkeit Jesu bezieht sich auf das Innere des Menschen. Die Christen schreiben seit dem ersten Pfingstfest die Wirkung Jesu seinem Geist zu. Diese Wirkung geschieht heute genauso wie bei den Anhängern Jesu nach seiner Hinrichtung.


Weiterführende Fragen

Jesus hat in seiner Wirkungsgeschichte das Denken über den Menschen geprägt. Unser Personbegriff geht auf theologische Auseinadersetzungen in den ersten christlichen Jahrhunderten zurück.

Jesus hat in seiner Botschaft nicht nur Innerlichkeit verlangt, sondern sich der Armen und Kranken angenommen und von einem Reich Gottes gesprochen.

Er wird bereits in der Bibel als der wahre Herr der Welt verehrt. Was ist unter dem Reich Gottes und der Königsherrschaft Jesu ( Jesus, Weltenherr - online ab 4. Advent) genauer zu verstehen?


Fragen für mich


Ist mir bewusst, dass Jesus in mir wirkt, oder sollte ich mal „in mich hinein schauen“?

Oder habe ich es schon in manchen Momenten bemerkt? Wie hat es sich angefühlt?

Sehe ich das Wirken Jesu auch in anderen Menschen?

Wie wirkt das Wirken Jesu in anderen Menschen auf mich?


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