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Als Petrus beginnt unterzugehen und zu Jesus schreit: „Herr, rette mich!“, ergreift Jesus sofort seine Hand. Er gibt ihm Halt und zieht ihn hinaus. Oft und oft ist Gott in der Bibel der Halt und der Fels und die Rettung. Also immer sofort die Hand Jesu ergreifen, wenn ich versinke und ertrinke. Er hält und rettet.

Bild: © Sieger Köder, Petrus schrie: Herr rette mich

Mt 14, 12 - 33

14,22 Gleich darauf forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. 23 Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. 24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. 25 In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. 26 Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. 27 Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! 28 Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. 29 Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. 30 Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! 31 Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 32 Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. 33 Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

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© Foto: Thomas Gertler


Zum Festhalten

Elefanten merken, wenn ihr Mitelefant aufgeregt und nervös ist. Dann gehen sie nahe zu ihm hin, legen ihm den Rüssel um, ja, stecken ihm den Rüssel ins Maul. Das soll heißen: Hab keine Angst, ich bin bei Dir. Großartig. Kommt uns irgendwie bekannt vor. Wir nehmen den anderen fest in den Arm. Geben ihm einen Kuss.

Als Kind kam ich heulend in das Schlafzimmer meiner Eltern: „Ich kann nicht schlafen!!!“ Vater kam mit mir in mein Zimmer. Ich legte mich wieder hin und er steckte das Bett um mich herum ganz fest. Ich konnte mich kaum mehr bewegen. Gerade das hat mir gut getan. Die Unruhe und das sich Wälzen war vorbei. Ich hatte Halt. Im Nu war ich eingeschlafen. Früher hat man die kleinen Kinder ziemlich fest eingewickelt, eben zum Wickelkind gemacht. Wir sehen es auf alten Bildern. Das hilft ähnlich. Äußerer Halt gibt inneren Halt. Bitte merken! Äußerer Halt gibt inneren Halt.

Kinder brauchen solchen Halt. Sie haben ihn noch nicht aus sich selbst. Er muss vor allem von außen kommen. Sowohl rein körperlich wie auch geistig.

Tiere haben mehr Sicherheit durch die Instinkte. Wir sind nicht so instinktsicher wie die Tiere. Wir sind freier, aber auch haltloser. Eltern müssen da Halt geben und auch Grenzen setzen. Grenzen sind nicht nur Einschränkung im negativen Sinn, sondern Grenzen sind dazu da, einen geschützten Lebensraum zu geben. Einen Raum, in dem ich mich sicher und geborgen weiß. Kinder testen diesen Raum bewusst und sehr hartnäckig aus. Eltern haben manchmal Angst, tatsächlich Grenzen zu setzen. Aber je unsicherer und unklarer die Eltern sind, umso unsicherer wird auch das Kind. Ja, es kann dann sogar umschlagen und ganz bestimmend und tyrannisch werden. Das soll jetzt nur ein Beispiel sein. Ich will mich nicht in die große Debatte begeben, die darum heute geführt wird, ob und wieweit durch unsere falschen Erziehungskonzepte Kinder Tyrannen werden.

Mir geht es darum, dass äußerer Halt auch inneren Halt erleichtern kann. Das gilt nicht nur für Elefanten und Kinder. Das gilt auch immer noch für uns Erwachsene. Schauen Sie einmal nach dem aus, was für Sie so etwas zum Festhalten ist. Zuerst und zumeist die Partnerin, der Partner, auf den, auf die ich mich verlassen kann. Das können auch gute Freunde sein. Das sind oft auch feste gute Gewohnheiten. Sie geben meinem Leben Struktur und Halt. Für mich ist es das Gebet. Die feste Gebetszeit. Für mich sind es die immer wieder gemachten Erfahrungen, dass der Glaube, dass das Vertrauen tragen und sich lohnen. Sich daran erinnern und sich neu darauf stellen, das hilft und gibt Halt.

Und doch kann es mal wackeln, das Vertrauen. Heftig wackeln und erschüttert werden. Und ich habe nichts mehr in der Hand. Ich suche Halt. Und da hat mir jemand so etwas zum Festhalten geschenkt, und zwar dieses Kreuz, das oben fotografiert ist. Es ist ein Festhaltekreuz. Genau dafür gemacht, wenn ich Halt brauche. Dann kann ich es in die Hand nehmen und fest, ganz fest drücken. Ich habe es in einer kleineren und in einer größeren Fassung. Auf dem Tisch in meinem Büro, an dem ich viele, viele Gespräche führe, liegt das große. Auf meinem Schreibtisch zu Hause das kleine. Und da liegt auch noch die andere Figur. Das ist eine Muttergottes zum Festhalten.

Es muss nicht ein speziell für solche Situationen geschnitztes Kreuz sein oder eine Muttergottes. In der Not tut es jedes Kreuz, das Sie besitzen. Es hilft, um sich daran zu halten, um daran Halt zu finden. Es hilft, fest zu drücken. Es hilft. Versuchen Sie es, wenn es mal wackelt.

Es grüßt Sie herzlich und wünscht Ihnen eine Fastenzeit, in der wir uns auf das besinnen, was Halt gibt.

Thomas Gertler SJ

5. März 2014

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