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Dass es nicht nur in der Kirche manchmal lustig ist sondern dann für immer im Reich Gottes, sagt uns Jesaja in seinem 35 Kapitel. Und das kommt besonders kraftvoll in der Übersetzung Luthers zu Tage. Viel Freude! Sie kommt auf uns zu!

© Foto: Jörg Brinckheger / pixelio.de

Jes 35, 1 - 10

35, 1 Aber die Wüste und Einöde wird lustig sein, und das dürre Land wird fröhlich stehen und wird blühen wie die Lilien. 2 Sie wird blühen und fröhlich stehen in aller Lust und Freude. Denn die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, der Schmuck Karmels und Sarons. Sie sehen die Herrlichkeit des HERRN, den Schmuck unseres Gottes. 3 Stärkt die müden Hände und erquickt die strauchelnden Kniee! 4 Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Sehet, euer Gott, der kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen. 5 Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan werden, und der Tauben Ohren geöffnet werden; 6 alsdann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und der Stummen Zunge wird Lob sagen. Denn es werden Wasser in der Wüste hin und wieder fließen und Ströme im dürren Lande. 7 Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen; und wo es dürr gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Da zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen. 8 Und es wird daselbst eine Bahn sein und ein Weg, welcher der heilige Weg heißen wird, daß kein Unreiner darauf gehen darf; und derselbe wird für sie sein, daß man darauf gehe, daß auch die Toren nicht irren mögen. 9 Es wird da kein Löwe sein, und wird kein reißendes Tier darauf treten noch daselbst gefunden werden; sondern man wird frei sicher daselbst gehen. 10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen.

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© Foto: Thomas Gertler


Wunder(n) in der Kirche

Ja, dieses Schild habe ich jetzt gerade gesehen. Ewige Anbetung von 14.00 bis 15.00 Uhr. Und ich habe mich gewundert, dass die Ewigkeit doch relativ begrenzt ist. Noch mehr habe ich mich allerdings gewundert, als ich als 18 Jähriger in Erfurt bei den Jesuiten eingetreten bin und in der dortigen Kirche am Aufgang zur Empore ein Schild hing: „Mädchen unter 18 Jahre haben keinen Zutritt.“ Dieses Rätsel ist für mich bis heute nicht gelöst worden, denn ich habe mich nie getraut zu fragen, was auf der Empore, oder wie es auch hieß, auf dem Mannhaus (denn das war für die Männer bestimmt) eigentlich los war.

Ich weiß nicht, ob Sie auch schon solche Merkwürdigkeiten und Wunderlichkeiten in der Kirche erlebt haben. Oft wagt man nicht zu fragen, weil man Angst hat sich zu blamieren. Dadurch bleiben natürlich manche Missverständnisse ein Leben lang erhalten. Besonders bei Kindern sind die groß. Der Pfarrer sagt uns Kindern: Ein Christ muss alles glauben, was Gott offenbart hat. Ich habe verstanden: Der Christ muss alles glauben, was Gott auf dem Bart hat („aufemBart“). Denn Gott hat ja einen langen Bart… Oder: der kleine Dani hilft Mama beim Mittagessen. Mama, Mama, in unserer Schublade liegt der liebe Gott! Waaas? Ja, der Pfarrer hat uns gesagt. Der liebe Gott ist ein Schöpfer.

Na ja, das habe ich nicht selbst erlebt. Und auch nicht den ganz klassischen Witz über Wunder. Tünnes und Schäl kommen von der Wallfahrt nach Lourdes wieder nach Hause. Sie haben 15 Flaschen Lourdeswasser im Koffer. Der Zöllner wundert sich. So viel Lourdeswasser. Er macht eine Flasche auf: guter französischer Kognak. „Ja, was ist denn das?!“ „Sehen Se, Herr Oberzöllner“, sagt Tünnes, „schon widder e Wunder!“

Wunderbar! Sehr beliebt sind auch Versprecher in der Kirche und da auch ein Klassiker, dass der Lektor statt von himmlischen Heerscharen, von himmlischen Haarscheren spricht. Oder Bischof Hemmerle einmal sagte, es fände eine Strauß- und Hasensammlung statt, statt einer Haus- und Straßensammlung. Oder als Bischof Freusberg überschwänglich predigte: „Auf unserem Erfurter Domberg versammelten sich Tausende und Abertausende, Gläubige und Abergläubige…“ Und eine fröhliche Überraschung war folgendes. Wir hatten einen polnischen Jesuiten zu Gast. Er war gut im Deutschen aber noch nicht sehr gut. Er sprach immer noch das harte deutsche „Z“ ganz polnisch als weiches „S“ aus. Wir konnten kaum an uns halten, als er den Stammbaum Jesu vorlas: „Abraham zeugte den Isaak, Isaak zeugte den Jakob…“ Und nun einmal ganz weich aussprechen! Ja, genau: Abraham säugte den Isaak, Isaak säugte den … und das 42-mal (vgl. Mt 1,1 ).

Und da wir gerade bei Abraham sind. In Trier gibt es die Jesuiten-Apotheke, ausgemalt von einem frommen Jesuitenbruder. Das wunderbarlichste Bild darin stellt Abraham dar, wie er mit dem Gewehr auf seinen Sohn Jakob zielt, um ihn zu opfern. Schon das ist ein wunderbarer Anachronismus. Ein Engel aber aus dem Himmel verhindert den Schuss mit einem gezielten Strahl: „Abraham, du druckst umsunst. Ein Engel dir aufs Zündloch brunst“. Wenn Sie auf diese Zeile klicken, finden Sie dieses staunenswerte Bild.

Das war ja sicher freiwilliger Humor. Es gibt aber auch unfreiwilligen. Sogenannten Predigtmüll - obwohl kürzlich ein Kaplan gesagt haben soll: „Es haben sich auch Leute durch eine schlechte Predigt bekehrt.“ Und das ist dann wirklich ein Wunder. Nun aber zurück zu der wunderlichen Messeinleitung, die ich vor langen Jahren einmal gehört habe: „Liebe Schwestern und Brüder, wir feiern heute das Fest des heiligen Hubertus. Sie kennen alle die Geschichte. Dem heiligen Hubertus begegnet im Wald ein Hirsch. Rechts ein Geweih, links ein Geweih. In der Mitte das Kreuz. ─ So soll auch in der Mitte unseres Lebens das Kreuz stehen.“ O du heiliger Jägermeister, habe ich bei mir gedacht.

Und zu guter Letzt. Als Student war ich zu einem Praktikum in Worbis in der Pfarrei. Vor der Messe sagte der Kaplan zu mir: „Thomas, es ist wichtig, dass man immer den Vorspruch sagt, der vor der Lesung steht. Der fasst die Lesung zusammen und die Leute achten besser auf das Wesentliche.“ „Ja, klar, ich werde ihn gern vorlesen“, sagte ich. Unvorbereitet, wie ich war, komme ich zum Lektionar. Der Vorspruch hieß: „O ich armer und elender Mensch“ (Röm 7,25). Die Hörer waren an diesem Morgen verwundert, dass die Lesung erst nach einer Husten(und Lach-)Pause begann und ganz ohne Vorspruch.

Ja, Wunder gibt es immer wieder. Und Goethe hat sogar gesagt, dass das Wunder des Glaubens liebstes Kind sei. Wir dürfen das Wundern, das Staunen und das Lachen nicht verlernen. Denken Sie an unseren Papst: „Evangelii Gaudium“ heißt sein Brief an uns.

Es grüßt Sie herzlich und wünscht eine fröhliche Fastnacht
Thomas Gertler SJ

26. Februar 2014

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