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Der weise König Kohelet weiß, dass alles seine Stunde hat. Maria Ward hat gesagt: „Gott hat für alles seine Zeit.“ Und die wichtigste Zeit im Leben ist immer der gegenwärtige Augenblick. Wenn ich in dem ganz da bin, dann versäume ich nichts im Leben.

© Thomas Gertler

Koh 3,1 Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:

2 eine Zeit zum Gebären /und eine Zeit zum Sterben, / eine Zeit zum Pflanzen / und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,

3 eine Zeit zum Töten /und eine Zeit zum Heilen, / eine Zeit zum Niederreißen / und eine Zeit zum Bauen,

4 eine Zeit zum Weinen /und eine Zeit zum Lachen, / eine Zeit für die Klage / und eine Zeit für den Tanz;

5 eine Zeit zum Steinewerfen /und eine Zeit zum Steinesammeln, / eine Zeit zum Umarmen / und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,

6 eine Zeit zum Suchen /und eine Zeit zum Verlieren, / eine Zeit zum Behalten / und eine Zeit zum Wegwerfen,

7 eine Zeit zum Zerreißen /und eine Zeit zum Zusammennähen, / eine Zeit zum Schweigen / und eine Zeit zum Reden,

8 eine Zeit zum Lieben /und eine Zeit zum Hassen, / eine Zeit für den Krieg / und eine Zeit für den Frieden.

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© Thomas Gertler


Wo bin ich eigentlich?

Hurra, mein Freund Rabanus (Name von der Red. geändert) kommt mich besuchen. Wir wollen in die Schmetterlingsausstellung im botanischen Garten gehen. Ich hole ihn von der Bahn ab, wir gehen in die Ausstellung – alles wunderschön, aber innerlich bin ich nicht wirklich dabei. Dabei hatte ich mich so auf das Wiedersehen gefreut! Ich bin innerlich schon bei dem Vortrag, den ich heute Abend halten muss. Das passiert mir öfter. Schlimm! Wo bin ich eigentlich?

Eine Studentin kommt zum Gespräch vorbei. Sie will wissen, ob sie auf dem richtigen Weg ist. Ihr Jurastudium ist zwar ganz ok, aber sie ist nie richtig dabei. Sie versteht die Vorlesung gut. Aber es erfüllt sie nicht. Und weil es sie so leer lässt, darum macht sie alles mögliche andere. Treffen mit Freunden, Party, Kino, was alles so geht. Und es geht viel. Aber sie ist oft da auch nicht wirklich dabei. Die Leere füllt sich nicht. Ja, wo sind Sie denn? Ich weiß es nicht. Ich komme gar nicht zum Nachdenken und zu Besinnung. Darum weiß ich gar nicht, wo ich bin. Überlegen Sie doch mal, ob Sie mal einen Traum für Ihr Leben hatten! Wo ist der hin? Was wollen Sie einmal für sich und Ihr Leben? Was erfüllt Sie denn? Wann und wo waren Sie zum letzten Mal glücklich und ganz da? Dorthin sollten Sie schauen!

Ein vielbeschäftigter Unternehmer sitzt auf meinem eher kargen Besucherstuhl. Er ist nervös. Es war schwer für ihn und für mich, eine Stunde gemeinsame Zeit zu finden. Der Kalender ist bei uns beiden so voll. Immer ist er innerlich schon beim nächsten Termin. Er kann gar nicht richtig da sein, wo er gerade ist. Immer schaut er auf die Uhr. Er leidet darunter und fragt: Was soll ich denn machen? Es ist eben so viel zu tun und zu erledigen. Ja, kann ich nur sagen: Kenne ich auch! Siehe oben!

Aber es ist auch so, und das sollte vielleicht die Erkenntnis für uns beide heute Nachmittag sein, das Problem kommt nicht von außen, von den anderen, von den Anforderungen und den Verhältnissen! Nein, daher kommt es nicht!

Ja woher denn sonst?! Die Leute wollen doch alle was von mir! Ja, lieber Pater, es ist doch der Termindruck. Den suche ich mir doch nicht aus. Der entsteht doch! Und ich bin doch auch froh darüber. Ich bin doch Unternehmer. Da kann ich doch gar nichts machen. Und der wächst und wächst noch!

Und, so sage ich, der wird auch noch mehr wachsen und Sie werden noch weniger präsent sein, körperlich und geistig. Sie sind immer noch beim letzten oder beim kommenden Treffen, aber nicht beim jetzigen, beim gegenwärtigen. Und die Folge ist, Sie kriegen nicht mehr alles mit, verschusseln oder verwechseln Sachen, missverstehen Ihre Partner und schaffen sich selbst Probleme. Das merken Sie jetzt schon manchmal. Und das merken dann nach einer Weile auch die Leute. Der ist doch gar nicht richtig da!

Termindruck mag entstehen. Aber ob ich ihn alles Maß übersteigen lasse, das liegt eben auch an mir. Das Problem kommt nicht von außen und von den anderen. Das Problem kommt von mir selber!!! Es kommt aus Ihnen selbst, lieber Herr Unternehmer! Sie unternehmen mehr, als Sie vertragen! Und ich als Geistlicher nehme zu viele Termine an.

Ja, was soll ich denn machen? Es kommen doch immer wieder alle an und wollen was.

Was mir hilft, ist folgendes: Nicht sofort zusagen. Nicht sofort den Termin annehmen. Um Bedenkzeit bitten. Und dann tatsächlich bedenken. Sich tatsächlich besinnen. Entweder auf der Stelle. Ausatmen und einatmen und noch mal ausatmen und einatmen und eine Distanz suchen. Ein Gebet sprechen um den Heiligen Geist. Nachdenken: Ist dieses Anliegen jetzt im Augenblick dran und soll ich sofort reagieren und automatisch den nächsten möglichen Termin nehmen? Oder soll ich lieber ein wenig strecken? Und erst nach dieser Überlegung antworten. Oder um längere Bedenkzeit bitten. Erst am nächsten Tag zurückrufen oder eine Mail schreiben. Und dann abends oder morgens die Besinnungszeit nehmen und in der Gebetszeit die Frage von Gott bringen. Leider mache ich es selbst nicht immer so!

Aber wenn Sie es so machen und es sich angewöhnen, werden Sie langsam wieder richtig präsent sein, wach sein, da sein. Dann lassen Sie sich nicht mehr allein von außen und vom Termindruck lenken, sondern Sie fangen wieder an, Ihr Leben wieder selbst zu führen. Und das wird Sie froh machen!

Ja, wo bin ich denn eigentlich?

Denken Sie daran, Gott ist immer da. Und er ist ganz da. Das ist sein Name: Ich bin da! Und Gott reagiert nicht sofort. Er lässt uns warten. Warum wohl?

Viele Grüße
Thomas Gertler

17. April 2013

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