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Jesus, der gute Hirte; Fresko in der Calixtus-Katakombe, Rom (Wikimedia Commons)

PS 23 - Der gute Hirt

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

Er läßt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muß ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

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© Joh. A. van Kaick


Wanderwege des Lebens

Vor einiger Zeit führte mich eine Wanderung in den Alpen durch einen Wald, über Wiesen und Gestein hinauf auf einen Berg. Mit einem Rucksack auf dem Rücken machte ich mich bei noch kühler sommerlicher Morgenluft auf den Weg. Vor mir das Ziel, ein knapper Dreitausender.

Über einen angenehm ansteigenden Weg gelangte ich mäanderförmig durch den Wald. Die Morgensonne strahlte durch die Bäume hindurch auf den Waldboden. Es war erstaunlich ruhig, vereinzelt sangen Vögel und weit aus der Ferne waren leise läutende Glocken zu hören. Gelegentlich blieb ich stehen und spürte den Augenblick: die Wärme der Sonne auf der Haut, den Geruch des Waldes, die Stille. Ich folgte den Wegmarkierungen an den Bäumen. An einer kleinen Quelle machte ich kurz Rast und ließ mir das angenehm kühle Quellwasser über die Hände fließen.

Zwischenzeitlich wurde die Sonne merklich kräftiger. Die Baumgrenze war erreicht. Es wurde steiniger. Wurzeln und loses Geröll forderten meine Aufmerksamkeit. Stellenweise eröffneten sich plötzlich gewaltige Ausblicke in die Ferne und über den bereits zurückgelegten Weg. Ein Murmeltier saß aufgerichtet in unmittelbarer Nähe auf einer Geröllhalde und schaute neugierig in meine Richtung. Der Gipfel war zu sehen.

Meine Wanderkarte wies nun einen Klettersteig aus. An einem im Gestein verankerten Stahlseil bewegte ich mich am Fels nach oben. Die anfänglich fern, von unten scheinbar spitze Bergkuppe wurde nun flach. In der Sonne glänzte in greifbarer Nähe vor mir das metallische Gipfelkreuz.   

Beim Wandern ergibt sich immer ein noch vor mir liegender Weg und ein bereits hinter mir liegender Weg. Das Erwandern und Erklimmen von Bergen eröffnet neue Blickrichtungen und Perspektiven, die den Menschen zum Staunen bringen und unter Umständen nachdenklich werden lassen. Als Wanderer treffe ich auf Wegkreuzungen und Wegabzweige, auf Wege, die mich zu meinem mir gesteckten Ziel führen, und auf Wege, die nicht meine zu sein scheinen.

Auf einer Wanderung beschreite ich Wege, die leicht zu gehen sind, aber auch solche die beschwerlich sind. Manche Wege sind so stark begangen, dass sie ausgetreten sind und selbst ohne Wegmarkierung als solche ersichtlich sind. Aber es gibt auch solche Wege, die als Wanderwege fast gar nicht zu erkennen sind, Wege, die so verwuchert und zugewachsen sind, dass sie scheinbar nur auf der Wanderkarte existieren, sowie solche, die scheinbar im Nichts enden …

Wie ist es da mit den Wanderwegen des Lebens, mit den je eigenen Lebenswegen? Sind diese nicht auch oft sonnig, oder manchmal regnerisch oder gar neblig, oder voller Freude und Glück, ohne Hindernisse und ganz gerade und eben? Wie sind meine Wege beschaffen, - berühren sie gelegentlich den Himmel?

Bemerkenswert ist, dass jeder Weg mindestens eine menschlich mögliche Option bietet, ihn zu gehen. Aber immer, und das ist das eigentlich spannende, können wir auf all unseren Wegen, so wie es in Psalm 37,5 heißt, (Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen) darauf vertrauen, dass Gott für den Menschen stets noch eine Option mehr hat, eine Wegführung, beziehungsweise einen Weg, mit dem der Mensch unter Umständen nicht rechnet; einen Weg, den der Mensch unter Umständen nicht erwartet...

Eine mögliche Form dies zu erahnen, kann die christliche Meditation sein. Der Terminus Meditation leitet sich ab von dem lateinischen Verbum meditari, das diesbezüglich so viel wie: etwas überdenken, beziehungsweise über etwas nachsinnen bedeutet. Somit ist zwecks der inneren Sammlung ein nahezu bewegungsloses Sitzen in entspannter Körperhaltung und in vorzugsweise stiller Atmosphäre und ruhiger Umgebung hilfreich.

Durch das innere Öffnen und die an den je eigenen Atemrhythmus angelegten Worte der Heiligen Schrift, wie zum Beispiel in Form einzelner Psalmverse, oder durch das Meditieren von Bildern im Hinblick auf das je eigene Leben, sind innere Erfahrungen möglich. Je nach Interesse und körperlicher Fitness lässt es sich gut auf einem Stuhl, Sitzhocker oder auf einem Sitzkissen, aber auch auf einer zusammengefalteten und auf dem Boden liegenden Decke sitzend meditieren.

So wünsche ich Ihnen viele gute Momente der Stille und der Besinnung, Momente der Erholung und der inneren Einkehr, und Momente des vertrauensvollen Wanderns auf dem je ureigenen Lebensweg.

15.08.2012

Damit nicht nur Sie dafür genug Zeit haben, sondern auch P. Thomas Gertler SJ etwas Ferien hat, können Sie diesen Impuls 14 Tage lang sehen.

Es grüßt Sie herzlich
Johannes Andreas van Kaick

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