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Jesus kannte die Goethepflanze nicht, aber das Senfkorn. Und das ist sprichwörtlich geworden:
das „kleine Senfkorn Hoffnung“. Natürlich wird es nicht so groß wie ein Baum. Da verwandelt die große Hoffnung Jesu auf die Wachstumskraft des Reiches Gottes das Bild und macht aus der Senfpflanze einen großen Baum, in dem die Vögel des Himmels, also die Völker der Erde wohnen können.

Früchte des schwarzen Senfs, © Foto: Forest & Kim Starr

Mk 3,30 - 32

3, 30 Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? 31 Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. 32 Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.

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© Foto: Thomas Gertler


Wachsen

Zwei Blätter in je einem Blumentopf mit Mulch habe ich geschenkt bekommen. Sie sehen es ja oben selbst. Es handelt sich um die so genannte "Goethepflanze" oder die Kalanchoe pinnata, so die biologische Bezeichnung, oder auch um das Heilige Blatt. Aus dem Blatt selbst kommen kleine neue Wurzeln und dann neue Pflanzen. Dieses Blatt entfaltet eine Vitalität, eine Lebenskraft, die ich so noch nicht gesehen habe. Erstaunlich und bewundernswert.

Goethe hatte diese Pflanze seinerzeit für den botanischen Garten in Weimar bekommen. Und er war genauso erstaunt über dieses Blatt und er hat es öfter verschenkt und für Marianne von Willemer in Frankfurt am Main sogar ein sogar ein Gedicht über dieses Brutblatt (Bryophyllum) geschrieben.:

Mit einem Blatt Bryophyllum calycinum
Was erst still gekeimt in Sachsen,
soll am Maine freudig wachsen;
Flach auf guten Grund gelegt,
Merke wie es Wurzeln schlägt!
Dann der Pflänzlein frische Menge
steigt in luftigem Gedränge.
Mäßig warm und mäßig feucht
ist, was ihnen heilsam däucht;
Wenn Du's gut mit ihnen meinst,
blühen sie Dir wohl dereinst.

Genauso war es auch hier bei mir: „Flach auf guten Grund gelegt, merke wie es Wurzeln schlägt“. Es ist wie ein Wunder, wie aus dem Blatt kleine Keime wachsen. Und es erinnert mich natürlich an den Frühling und die Wunder, die sich jetzt rings um uns ereignen, wie die Blumen keimen und blühen und aus dem Boden sprießen. So schön und so froh machend. Alle diese Schönheit und Lebenskraft. Das macht mir immer wieder Hoffnung. Schauen Sie nur! So sehen die beiden nach ein paar Wochen aus.

 

 

Nicht nur die Pflanzen, nicht nur Heilige Blätter wachsen so kräftig und stark. Jeder von uns ist ja so ein Wachsewesen. So lange wir leben, bilden sich in uns neue Zellen. Wir merken es gar nicht. Es geht von selbst. Erst mit dem Tod hört es auf. Und das gilt so für alle Lebewesen. Das ist uns gemeinsam. Wir wachsen und bilden neue Zellen, so lange wir leben.

Und das gilt auch für uns als Geisteswesen und für uns als gläubige Menschen. Vieles lässt sich da vergleichen. Wachstum geht auch da in vielem von selbst. Wenn einmal so ein gutes und liebes Wort von Gott in uns gefallen ist und Wurzeln geschlagen hat, dann wächst es. Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe breiten sich in uns aus. Das ist so etwas Tröstliches, dass nicht nur Böses und Schlimmes wachsen und sich ausbreiten. Nein, auch immer wieder das Gute. Und das Gute und das Hoffnungsvolle und das Liebevolle sind letztlich stärker als das Böse. Denn das Böse führt immer ins Nichts, ins Aus, in den Tod. Es bringt sich am Ende selber um. Während das Gute und Hoffnung und die Liebe zum Leben führen. Nicht nur mich, immer auch andere.

Freilich gibt es Wachstumskrisen. Freilich gibt es Wachstumsschmerzen. Freilich gibt es so etwas wie Kindheit und Pubertät und Unreife auch im Glauben. Paulus schreibt öfter darüber (1 Kor 3,1-4). Und es gibt Reife, Erwachsenwerden und Mündigkeit im Glauben. Das heißt nicht, dass man dann aus allen Problemen raus ist. Nein, es bedeutet, dass ich selber stehen und selber gehen kann. Es bedeutet, dass ich weiß, was mir gut tut und was mir letztlich nicht gut tut. Das bedeutet nicht, dass ich so etwas immer unterlasse. Aber ich weiß, was dann passiert. Dass ich dann womöglich wirklich tagelang den Kopf hängen lasse, wie eine Pflanze, die kein Wasser hat. Erst wenn ich wieder zur Quelle gehe und trinke, dann richtet sich mein Inneres wieder auf.

Das Heilige Blatt ist auch eine Heilpflanze. Sie wirkt gegen sehr vieles. Schmerzen und Entzündungen und anderes. Ich bin selbst schon gespannt, wann ich das erste Blatt aus den beiden Blumentöpfen einmal auf meine immer wieder mal schmerzende Schulter lege oder um mein Handgelenk binde. Wunder Gottes und Hoffnungszeichen. Gott sei Dank!

Auch Sie dürfen Hoffnung haben. „Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt“, so schrieb Alfred Delp SJ in der Gefängniszelle. Vertrauen Sie dem Leben und seiner Kraft, weil Gott es in Sie gelegt hat! Es ist stark und wächst!

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

26. März 2014

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