Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheVorfahren
DeutschEnglishFrancais

Es gibt zwei Stammbäume Jesu, einen im Lukasevangelium und einen im Matthäusevangelium. Im Judentum damals spielten nur die Männer bzw. Väter eine Rolle im Stammbaum, aber bei Matthäus kommen auch Frauen vor. Diese Frauen sind alle Ausländerinnen. Sie werden bewusst von Matthäus genannt, um zu zeigen, dass auch in den Stammbaum Jesu schon die anderen Völker mit hineinspielen. Dass das, was mit Jesus kommt und von Gott geplant ist, alle Völker betrifft und allen das Heil bringt. Und es gibt darin Heilige und Sünder und beides zugleich im Stammbaum Jesu, wie z, B. David, der Mörder, dem Gott vergeben hat.

© Foto: Przykuta - CC BY-SA 3.0 - via Wikimedia Commons

Mt 1,1 - 17

1,1 Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams:
2Abraham war der Vater von Isaak, /Isaak von Jakob, / Jakob von Juda und seinen Brüdern.
3 Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. /Perez war der Vater von Hezron, / Hezron von Aram,
4 Aram von Amminadab, /Amminadab von Nachschon, / Nachschon von Salmon.
5 Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. /Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. / Obed war der Vater von Isai,
6 Isai der Vater des Königs David. /David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war.
7 Salomo war der Vater von Rehabeam, /Rehabeam von Abija, / Abija von Asa,
8 Asa von Joschafat, /Joschafat von Joram, / Joram von Usija.
9 Usija war der Vater von Jotam, /Jotam von Ahas, / Ahas von Hiskija,
10 Hiskija von Manasse, /Manasse von Amos, / Amos von Joschija.
11 Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft.
12 Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, /Schealtiël von Serubbabel,13Serubbabel von Abihud, /Abihud von Eljakim, / Eljakim von Azor.
14 Azor war der Vater von Zadok, /Zadok von Achim, / Achim von Eliud,
15 Eliud von Eleasar, /Eleasar von Mattan, / Mattan von Jakob.
16 Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; /von ihr wurde Jesus geboren, / der der Christus (der Messias) genannt wird.
17 Im Ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

Seitwert Free counter and web stats
Ahnenreihe Jesu im Limburger Dom
© Foto: SteveK - CC BY-SA 3.0 - via Wikimedia Commons


Vorfahren

„Ein jeder hat’s.
Im Grabe ruht’s.
Der Herr befiehlt’s.
Der Kutscher tut’s. Was ist das?“
,

so hat uns als Kinder unser Vater gefragt. Ja, genau – Vorfahren, wie es ja schon oben steht. Leider gibt es ja bei uns mehrere Gründe, dass uns die Vorfahren nicht mehr so wichtig und nahe sind wie anderen Völkern. Die Nazis haben uns durch ihre Art der Ahnenforschung zum Ariernachweis ja einen vorbehaltlosen Umgang mit den Vorfahren kaputt gemacht. Schlimmer ist aber, dass es gerade in Deutschland so starke Brüche zwischen den Generationen gibt wie in keinem anderen Land in Europa.

Das beginnt mit dem Ende des Ersten Weltkriegs. Da gibt es einen heftigen Umbruch. Mit dem Kaiser war Schluss. Der deutsche Nationalismus und damit eine fast religiöses Selbstverständnis der Deutschen hatten einen Zusammenbruch erfahren. Den Deutschen wurde die Schuld gegeben… Gerade daraus erwächst dann aber wieder die nächste Katastrophe. Hitler will das Unrecht des Friedensvertrags von Versailles rächen und stürzt Deutschland in den nächsten Krieg. 1945 dann wieder ein Zusammenbruch. Deutschland ist schuldig. Und es landet eine Weltanschauung im Mülleimer der Geschichte. Und dann 1968 kam die Studentenrevolte mit ihrer Frage nach dem Verhalten der Väter und Mütter in der Nazizeit. Das führte zu einem Generationenkonflikt und einem Kulturwandel im Westen Deutschlands. Im Osten bricht dann 1989 für einen Großteil der Bevölkerung noch einmal eine Weltanschauung zusammen. Sicher ein Drittel der Bevölkerung hatte die DDR mit getragen und möglich gemacht, von diesem Staat und für diesen Staat gelebt. Für viele war 1989 darum nicht nur eine Befreiung sondern auch noch einmal ein Zusammenbruch und ein Scheitern.

Wie sollen bei einer solchen Geschichte der letzten hundert Jahre Werte und Weltsicht glaubwürdig und froh von einer Generation zur nächsten weitergeben werden? Vorfahren – schwieriges Thema. Wie sieht es in Ihrer Familiengeschichte aus? Wie spiegeln sich darin die Brüche und Katastrophen wider?

Und ein drittes Problem ist die zunehmende Individualisierung in unserer Gesellschaft. Dass wir tatsächlich doch alle irgendwie zusammenhängen, ist nicht sehr stark im Bewusstsein. Jeder macht seins, lebt für sich. Selten haben Verwandte untereinander noch einen intensiven Zusammenhang und treffen sich regelmäßig und haben sich etwas zu sagen, nicht nur zu streiten oder zu schweigen. Wie sieht es bei Ihnen, in Ihrer Familie und in Ihrer Umgebung aus? Schmerzlich oder herzlich? Oder beides?

Dennoch haben wir alle Vorfahren. Eine unendliche Kette. Nur wenige Glieder kennen wir aus Erfahrung. Persönlich meist noch Großmutter und Großvater. Ich habe als Jugendlicher meine Großmutter intensiv befragt nach ihrer Jugendzeit und wie sie Großvater kennen gelernt hat. Es war so eine total ferne Welt, aber auch so komisch und zugleich anrührend. Es waren wichtige Gespräche für mich. Und ich habe noch Postkarten, die der Großvater an seine fünf Söhne als Lazarettarzt aus dem Ersten Weltkrieg geschrieben hat.

Ich möchte Sie einladen, sich ganz bewusst an Ihre Vorfahren zu erinnern. An die leiblichen, aber auch an Ihre geistigen Mütter und Väter. Menschen, denen Sie wichtige Einsichten und Anstöße verdanken, Ihren Glauben. Aber vielleicht auch an die Menschen, die Sie nicht vergessen können, weil sie Ihnen Schlimmes und Schlimmstes angetan haben. Auch sie stehen in der Ahnenreihe. Kann daraus Gutes hervorgehen? Ist es nicht der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend Böses muss gebären? Soll ich das nicht lieber vergessen? Ja, aber es gibt in der Ahnenreihe auch die Heiligen, denen es gelingt, dass nicht Unheil, sondern Heil weitergegeben wird. Auch in meiner leiblichen und geistigen Lebensgeschichte. Es kann sich wandeln. Und es geschieht tatsächlich und immer wieder, dass die Kette des Bösen zerreißt und dass nach langer Wut, nach Kampf und Trauerarbeit, Güte, Vergebung und Liebe sie fortsetzen.

Nehmen Sie sich einmal Zeit, eine oder mehrere Gebetszeiten, um auf Ihre Vorfahren zu schauen, sich zu erinnern und das Heilende und Fördernde, das Bejahende und Hoffnungsvolle zu stärken und dem Bösen Gelegenheit zu geben, sich zu wandeln, sich umzuformen in das Gute.

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

5. November 2014

Werden Sie Fan von update-seele bei facebook - Diskutieren Sie und tauschen Sie sich aus!

Der Wochenimpuls als Newsletter. Jeden Mittwoch. Pünktlich. Kostenlos. In Ihr Email-Postfach. Gleich HIER abonnieren!