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Die berühmteste Geschichte in der Bibel über Verleumdung und üble Nachrede steht in der Geschichte von Josef, dem elften der zwölf Söhne Jakobs, im Buch Genesis. Er wird von seinen eigenen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft. Gottes Gnade aber lässt alles gut werden. Sogar die folgende Geschichte von Potiphars Frau, auch wenn sie zunächst in der Katastrophe endet. Das können Sie selbst lesen. Es ist spannend. Die weibliche Version der Geschichte von Verleumdung steht im 13. Kapitel des Buches Daniel.


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Gen 39,1 Josef hatte man nach Ägypten gebracht. Ein Hofbeamter des Pharao, ein Ägypter namens Potifar, der Oberste der Leibwache, hatte ihn den Ismaelitern abgekauft, die ihn dorthin gebracht hatten.

2 Der Herr war mit Josef und so glückte ihm alles. Er blieb im Haus seines ägyptischen Herrn.

3 Dieser sah, dass der Herr mit Josef war und dass der Herr alles, was er unternahm, unter seinen Händen gelingen ließ.

4 So fand Josef sein Wohlwollen und er durfte ihn bedienen. Er bestellte ihn zum Verwalter seines Hauses und vertraute ihm alles an, was er besaß.

5 Seit er ihm sein Haus und alles, was ihm gehörte, anvertraut hatte, segnete der Herr das Haus des Ägypters um Josefs willen. Der Segen des Herrn ruhte auf allem, was ihm gehörte im Haus und auf dem Feld.

6 Er ließ seinen ganzen Besitz in Josefs Hand und kümmerte sich, wenn Josef da war, um nichts als nur um sein Essen. Josef war schön von Gestalt und Aussehen.

7 Nach einiger Zeit warf die Frau seines Herrn ihren Blick auf Josef und sagte: Schlaf mit mir!

8 Er weigerte sich und entgegnete der Frau seines Herrn: Du siehst doch, mein Herr kümmert sich, wenn ich da bin, um nichts im Haus; alles, was ihm gehört, hat er mir anvertraut.

9 Er ist in diesem Haus nicht größer als ich und er hat mir nichts vorenthalten als nur dich, denn du bist seine Frau. Wie könnte ich da ein so großes Unrecht begehen und gegen Gott sündigen?

10 Obwohl sie Tag für Tag auf Josef einredete, bei ihr zu schlafen und ihr zu Willen zu sein, hörte er nicht auf sie.

11 An einem solchen Tag kam er ins Haus, um seiner Arbeit nachzugehen. Niemand vom Hausgesinde war anwesend.

12 Da packte sie ihn an seinem Gewande und sagte: Schlaf mit mir! Er ließ sein Gewand in ihrer Hand und lief hinaus.

13 Als sie sah, dass er sein Gewand in ihrer Hand zurückgelassen hatte und hinausgelaufen war,

14 rief sie nach ihrem Hausgesinde und sagte zu den Leuten: Seht nur! Er hat uns einen Hebräer ins Haus gebracht, der seinen Mutwillen mit uns treibt. Er ist zu mir gekommen und wollte mit mir schlafen; da habe ich laut geschrien.

15 Als er hörte, dass ich laut aufschrie und rief, ließ er sein Gewand bei mir liegen und floh ins Freie.

16 Sein Kleid ließ sie bei sich liegen, bis sein Herr nach Hause kam.

17 Ihm erzählte sie die gleiche Geschichte: Der hebräische Sklave, den du uns gebracht hast, ist zu mir gekommen, um mit mir seinen Mutwillen zu treiben.

18 Als ich laut aufschrie und rief, ließ er sein Gewand bei mir liegen und lief hinaus.

19 Als sein Herr hörte, wie ihm seine Frau erzählte: So hat es dein Sklave mit mir getrieben!, packte ihn der Zorn.

20 Er ließ Josef ergreifen und in den Kerker bringen, wo die Gefangenen des Königs in Haft gehalten wurden. Dort blieb er im Gefängnis.

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© Thomas Gertler


Ver-apple-t

Haben Sie unter dem Vermischten auch gelesen, dass ein Gerücht Hunderttausende im Internet beschäftigt hat? Apple soll eine spezielle Apple-Schraube erfunden haben, die man nur mit speziellem Apple-Schraubendrehern bewegen kann.

Nie funktioniert ein Gerücht besser, als wenn man es für möglich hält. Apple ist bekannt dafür, dass es durch solche Methoden seine Produkte schützt. Und die Kunden zwingt, nur ihre Produkte zu kaufen oder eben die Schrauben nicht rauszudrehen.

Und so glaubten ganz viele, dass dieses Gerücht stimmt und sind darauf hereingefallen. Denn das Ganze war nur ein sogenanntes Fake. Also jemand hatte sich das ausgedacht und ins Netz gestellt. Und es brauchte nur sehr kurze Zeit von der Fiktion zum Faktum, vom Gerücht zur anerkannten Tatsache. Wer noch mal nachlesen will, soll hier klicken.

Das war lustig für die Internet-Community. Und es hat sicher viele zum Schmunzeln gebracht. Denn es war ein recht harmloser Streich. Und er hat sicher Apple nicht geschadet.

Es ist andererseits entlarvend und erschreckend. Es zeigt, wie leichtgläubig wir sind und wie leicht zu täuschen. Und wie schnell heute so etwas millionenfach verbreitet werden kann, allein durch Mund zu Mund-, bzw. von Netzwerk zu Netzwerk-Propaganda. Immer wieder kommt es nämlich auch zu schrecklichen und kaum wieder gut zu machenden Gerüchten und Schäden.

Zur gleichen Zeit nämlich läuft in diesen Tagen der Prozess um die im Parkhaus in Emden ermordete elfjährige Lena. Bei der Fahndung nach dem Mörder wurde ein Verdächtiger bekannt. Gegen ihn stand dann sehr schnell ein Mordaufruf im Internet. Und das, obwohl er sich als unschuldig herausstellte. Das ist die andere Seite. Es kann sehr schnell Schreckliches und kaum wieder gut zu Machendes geschehen.

Kennen Sie in Ihrem Lebenskreis solche Gerüchte um Leute? Sind Sie vielleicht selbst schon einmal Opfer geworden? Ich habe es immer wieder einmal erlebt. Aus der Erfahrung heraus habe ich immer geraten, dass die Betroffenen so scharf und so klar wie nur irgend möglich gegen solche Gerüchte vorgehen. Vor allem gilt das, wenn sie den guten Ruf betreffen. Das ist kein Spaß. Das ist nicht harmlos. Das ist zerstörerisch.

Aus dem Leben unseres Ordensgründers Ignatius von Loyola weiß ich, dass er da auch sehr, sehr hartnäckig war. Und hartnäckig sein, das konnte er. Mehrmals wurde er von der Inquisition der Irrlehre angeklagt. Immer hat er es geschafft, dass die Anklage fallen gelassen wurde. Schwer war es oft, nachher schriftlich zu bekommen, dass an allem dem nichts dran ist. Dass er in allen Stücken frei gesprochen ist. Er hat nicht Ruhe gegeben und hat stur darauf bestanden, bis er es schriftlich hatte. Und er hatte Recht damit. Denn alle Seelsorge ruht auf dem guten Ruf. Ruht auf dem Vertrauen in den Seelsorger. Wenn da der gute Ruf einen Knacks bekommt, ist oft eine hilfreiche Arbeit nicht mehr möglich.

Wenn Vertrauen zerstört ist, dann dauert es lange und es ist sehr schwer, es wieder herzustellen.

Eine treffende Geschichte habe ich einmal gehört. Es beichtete jemand, dass er ein solches rufschädigendes Gerücht ausgestreut habe. Der Beichtvater gab als Buße auf: Sie nehmen jetzt ein Kopfkissen, das mit guten Daunen gefüllt ist und steigen auf unseren Kirchturm. Dort oben schütteln Sie dieses Kopfkissen über die Stadt aus, bis es leer ist. Die Buße besteht darin, dass Sie alle vom Winde verwehten Daunen wieder einsammeln…“

Na ja, so eine Buße darf eigentlich kein Beichtvater aufgeben, denn sie ist schlechterdings nicht zu leisten. Und das ist sicher so auch nicht passiert. Aber die Geschichte macht sehr schön klar, was ein Gerücht anrichtet und wie unmöglich es sein kann, es wieder rückgängig zu machen.

Also, nicht selbst so was verbreiten! Heftig für den guten Ruf anderer Personen eintreten! Und den eigenen klar verteidigen! Bis auf die letzte Flaumfeder… Oder lassen Sie sich nicht veräppeln und veräppeln Sie andere nicht!

29.08.2012

Viele Grüße
Thomas Gertler SJ

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