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Der Evangelist Markus berichtet uns, wie Jesus die „Heilungsarbeit“ unterbricht, einen Break oder eine Auszeit nimmt, sich zurückzieht, betet und den Entschluss fasst, wegzugehen und wieder neu aufzubrechen und zu seiner ursprünglichen Sendung zurückzukehren.

© Foto: Wikimedia Commons

Mk 1,32-39

1,32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
33 Die ganze Stadt [Kafarnaum] war vor der Haustür versammelt, 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war. 35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. 38 Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. 39 Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

 

 

 

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© Foto: Thomas Gertler


Unterbrechung

Vor einiger Zeit blieb mein Blick auf dem Weg zur Arbeit an einer Plakatwand hängen. Dort warb ein Zigarettenhersteller mit dem Slogan „einfach mal die Klappe halten“. Eine Gruppe junger Männer war darauf abgebildet, die schweigend rauchten. Das Plakat zog mich an aufgrund seiner Atmosphäre, gespeist aus einer Stille für eine Zigarettenlänge. Sie traf auf ein Bedürfnis von mir. Auch ich brauche in meinem Alltag Momente ohne „Programm“.

Der Theologe Johann Baptist Metz nennt „Unterbrechung“ die kürzeste Definition für Spiritualität. Wenn wir uns unterbrechen realisieren wir, dass es mehr gibt als unseren kleinen Kosmos. Der Horizont öffnet sich. Das kann je nach Lebenslage ganz unterschiedlich gestaltet werden. Ich kann mir regelmäßig eine kleine Stille gönnen am Abend, am Morgen oder in der Mittagspause. Es können kleine Stoß- oder Dankgebete sein, die ich zum Himmel schicke. Selbst ein bewusster Blick „nach oben“ kann es sein. Ein bewusst gestalteter Sonntag ist auch so eine Zäsur im Alltag. Er erinnert uns an den ersten Schöpfungstag, wo selbst Gott von seinem Werk ruhte.

Auch Jesus hat sich immer wieder Zeiten genommen, in denen er sich zurückgezogen hat. Obgleich er hingebungsvoll gelehrt, geheilt und verkündet hat, zog er sich in Stille „auf einem einsamen Berg“ zurück, um zu seinem Vater zu beten. Danach war er dann wieder mit ganzer Aufmerksamkeit bei den Menschen.

In der Jazzmusik gibt es „Breaks“. Das sind Unterbrechungen im Zusammenspiel der Band. Da haben die einzelnen Solisten Raum, mal was ausprobieren mit ihrem Instrument. Die anderen Mitspieler treten dann in den Hintergrund. Ich liebe diese Breaks, denn da fließt es! Vielleicht haben Sie auch Lust solche Unterbrechungen zu probieren oder ihr Repertoire zu erweitern. Folgende Zeilen, die ich einmal notiert habe, mögen Sie dabei begleiten:

Einmal schweigen
Wie wär es
einmal am Tag, wenigstens einmal
den Lauf der Dinge,
den Strom der Gedanken,
den Schwall der Worte
unterbrechen
Mich unterbrechen lassen,
dass Stille mir ins Wort fallen kann,
ein Lichtstrahl in mein Herz
und das Wort des Ewigen
in mein Ohr.

Herzlich grüße ich Sie!
Lisa Oesterheld

4. Dezember 2013

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