Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheTun, was dran ist
DeutschEnglishFrancais

NEU - der Wochenimpuls als Newsletter. Jeden Mittwoch. Pünktlich. Kostenlos. In Ihr Email-Postfach. Gleich HIER abonnieren!

Wie Josef auf Gottes Wort hin tut, was dran ist, so tut es Petrus im Lukasevangelium. Er wirft trotz Ungewissheit und gegen seine Erfahrung als Fischer das Netz aus und wird völlig überrascht vom reichen Fischfang. So sehr, dass er niederfällt und glaubt.

© LianeM - Fotolia.com

Lk 5,1 Als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. 

2 Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 

3 Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. 

4 Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! 

5 Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. 

6 Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. 

7 Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, sodass sie fast untergingen.

8 Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. 

9 Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; 

10 ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. 

11 Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach. 

Seitwert Free counter and web stats
Quelle: Gemälde Conrad von Soest (http://www.meisterwerke-online.de)


Tun, was dran ist 

„Sind Sie gut ins neue Jahr gekommen?“ Vermutlich wurden Sie in den letzten Tagen so oder ähnlich öfters gefragt. „Komm gut ’rüber!“ oder „Guten Rutsch!“ (aus dem Hebr.: Rosch ha schana tov = guter Anfang des Jahres), so haben wir uns vor Silvester in E-Mails, am Telefon oder im Vorübergehen gegenseitig gewünscht. Egal, ob Sie in der Silvesternacht gefeiert, geschlafen, Blei gegossen, gebetet, ferngesehen oder einen Spaziergang gemacht haben – der Übergang ins neue Jahr rührt irgendwie jeden von uns an. 

Seitdem mir ein Großstadtpfarrer einmal verraten hat, dass er jährlich am Silvesterabend auf die erste Seite seines neuen Terminkalenders – also quasi über das neue Jahr – ein biblisches Wort schreibt, mache ich es genauso. Für das Jahr 2011 war mir schon Wochen vorher „mein“ Kalender-Wort zugefallen: „Auf dein Wort hin“ (Lukas-Evangelium 5,5). Es ist die Antwort des erstaunten Fischers Petrus, als Jesus die Bootsmannschaft zu einer eigentlich sinnlosen Tageszeit zum Fischfang hinausschickt. Silvester 1999 zum Beispiel schrieb ich aus dem Buch des Propheten Jesaja ab: „Fürchte dich nicht, ich habe dich ausgelöst. Du gehörst mir“ (Jes 43,1) – Was für eine Liebeszusage Gottes, was für ein Kapital für ein neues Jahr(tausend)! Manchmal muss auch ein Gedicht herhalten wie z.B. aus den „Stufen“ von Hermann Hesse: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Wieder über einem anderen Jahr stand da einfach nur „Hilf, Herr!“ in zaghaften Lettern.

Und am Ende eines Jahres kann ich jeweils im Rückblick dieses Wort noch einmal „in meine Hände nehmen“ (Paul Roth), kann innerlich danken oder bitten, vielleicht damit meditieren, vielleicht staunen, vielleicht trauern, vielleicht mit jemandem darüber sprechen.  

Zu meinem diesjährigen Kalender-Wort kam mir immer wieder die Gestalt des heiligen Josef in den Sinn, der uns am ehesten bekannt ist als Figur in der Weihnachtskrippe. In diesen Tagen zwischen Weihnachten und dem Fest der Heiligen Drei Könige (auch „Erscheinung des Herrn“ oder „Epiphanie“) nutzen viele Menschen die Gelegenheit, in einer nahen Kirche die Krippe zu besuchen. Mir geht es immer unter die Haut, wenn hier im Osnabrücker Dom Familien mit kleinen Kindern oder kranken Angehörigen an der Krippe innehalten, ein Licht anzünden, schauen, still um den Segen des Christkindes bitten. Josef steht dort im Stall von Bethlehem traditionell als aufmerksamer Wächter, als Beschützer von Maria und dem Kind. Aber haben Sie schon einmal gesehen, dass Josef für seine Familie Essen kocht? Heutzutage ist es normal, dass Väter am Herd stehen, aber ich habe tatsächlich eine solche Szene in einem mittelalterlichen Bild gefunden

Josef war ein junger Schreiner aus Nazaret, ein Praktiker, der es gewohnt war, das zu tun, was gerade dran ist. Dabei wurde sein Leben an einigen Stellen ganz schön durcheinander gewirbelt. Seine Verlobte bekommt ein Kind von einem Anderen („vom Heiligen Geist“), er entscheidet sich zunächst für eine Trennung, doch dann bleibt er – auf Gottes Wort hin. Die Entbindung findet in der Fremde und unter unwirtlichen Umständen statt. Verfolgung durch einen Machtbesessenen lässt Josef mit seiner jungen Familie zum Auslandsflüchtling werden. Der heranwachsende Jesus fordert dem Ziehvater viel Vertrauen und Geduld ab ... Die Evangelien von Matthäus und Lukas erzählen in ihren ersten Kapiteln ausführlich davon. Über diesen Josef von Nazaret hat Alfred Delp, ein vom NS-Regime ermordeter Jesuit, geschrieben:  

Josef, er ist der Mann am Rande, im Schatten. Der schweigenden Hilfe.
Der Mann, in dessen Leben Gott dauernd eingreift
mit neuen Weisungen und neuen Sendungen.
Immer neue Weisungen und neue Sendungen, neuer Aufbruch und neue Ausfahrt...
Er ist der Mann, der ging.
Das ist sein Gesetz: Der dienstwillige Gehorsam. Er ist der Mann, der dient.
Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, ist ihm selbstverständlich.
Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis. 

„Auf dein Wort hin“ – steht nun schwarz auf weiß auf der ersten Seite meines neuen Terminkalenders. (Ob das bei elektronischen Kalendern auch irgendwie geht?) Auf Gottes Wort hin die Netze auswerfen, egal, ob es im neuen Jahr um weitreichende Entscheidungen oder um alltägliches Suppekochen und Saubermachen geht. Auf sein Wort hin das tun, was dran ist. Das kann „Aufbruch und Ausfahrt“ genauso sein wie Bleiben und Treusein im (vermeintlich) Kleinen. Oft braucht es dabei ein gutes inneres Hören und Unterscheiden – und Vertrauen.

Vielleicht haben auch Sie eine Idee, was „Ihr“ Wort für dieses neubegonnene Jahr sein könnte? Bevor ich gleich die drei Könige für meine Krippe schon einmal langsam aus der Holzwolle befreie, wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2011! 

Marlies Fricke
geb. 1962, lebt in Osnabrück, Referentin der GCL (Gemeinschaft Christlichen Lebens) für Norddeutschland, Geistliche Begleitung, Exerzitienbegleitung

Werden Sie Fan von update-seele bei facebook - Diskutieren Sie und tauschen Sie sich aus!