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Der dritte Mann verweigert im Gleichnis das Spiel. Er wagt nichts. Er setzt nichts ein. Er lässt sein Blatt liegen und verliert alles. Gott will uns ermuntern, alle unsere Talente, alle unsere Trümpfe, alle unsere Karten richtig und mutig einzusetzen. Dann werden wir gewinnen.

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Mt 25,14 Es ist (mit dem Himmelreich) wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an.

15 Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.

16 Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu.

17 Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu.

18 Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

19 Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.

20 Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen.

21 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

22 Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen.

23 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!

24 Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;

25 weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.

26 Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.

27 Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.

28 Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!

29 Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

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Spielen wir ne Runde!

Ewig habe ich kein Skat mehr gespielt. Früher oft und gern, wenn auch nicht immer gut. Und wie habe ich krachend verloren. Na ja. Lernen tut man nur was, wenn man gegen stärkere Gegner spielt. Die anderen konnten immer schon ausrechnen, was ich wohl für Karten habe. Schon beim Reizen wussten sie: ach, der hat ja ein ziemlich schwaches Blatt. Kaum mehr als eine Null. Und einige waren so richtig raffiniert im Ausspielen der eigenen Karten. Und dann konnte ich gar nicht anders, auch der eigene kleine Bube, den ich hatte, war dann fast nichts mehr wert. Zack, weg war er.

Karten spielen ist schön und man kann dabei alles vergessen. Raum und Zeit. Und ehe man sich versieht, sind zwei bis drei Stunden dahin. Und es entspannt so gut, gerade weil es so spannend ist und ich ganz und gar dabei bin. Arbeit oder Studium sind weit, weit weg. Angenehm ist, wenn man dann nicht nur den berühmten dritten Mann hat, sondern sogar zu viert ist. Dann hat man wenigstens kurz mal Pause und kann noch ein Bier holen oder das Gegenteil.

Ja, das Kartenspielen ist in manchem wie das Leben. Karten werden immer wieder neu gemischt und man kriegt mal gute und mal schlechte. Aber aus fast allen kann man etwas machen, wenn man ein richtig guter Spieler ist. Spielerfahrung und Lebenserfahrung gehören zusammen. Ich war immer zu ungeduldig und zu begeistert und temperamentvoll. Aber Geduld und Besonnenheit gehören auch dazu. Nicht nur Lust und Freude am Spiel. Und Erfahrung muss man haben. Und mutig muss man sein. Ruhig mal alles auf eine Karte setzen. Aber natürlich mit Köpfchen. Also wie im Leben.

Und natürlich die Mitspieler. So ein schwieriger Mitspieler kann einem das ganze Spiel verderben, wie hier bei Loriot. Und ein guter Mitspieler war ich nicht oft mit meiner Unbesonnenheit und Unerfahrenheit. Habe ich zum Beispiel die Zehn falsch dazu gegeben. O Schreck. Das hat natürlich meinen Mitspieler sehr geärgert. Denn dann hatten wir ja schon fast verloren.

Aber das Allerwichtigste, um überhaupt spielen zu können, muss ich mein Blatt erst einmal aufnehmen, anschauen und annehmen. Beim Skat passiert das kaum, aber im Leben. Ich erlebe oft, dass das Lebensspiel schwer bis unmöglich wird, weil jemand sein Blatt nicht haben will. Ich akzeptiere einfach mein Leben nicht. Bestimmte Lebensumstände oder mitgegebene Charaktereigenschaften. Ich will sie nicht: meine Ängstlichkeit oder mein schnelles Eingeschnapptsein oder meine Naivität oder mein cholerisches Temperament oder meine Unsicherheit oder meine Ungeduld. Oder meinen Beruf oder meine Familie oder meine Stadt oder was immer.

Nehme ich meine Karten nicht auf, dann kann ich nicht spielen. Dann geht nichts weiter. Und auch die anderen können nicht weiter spielen. Erst wenn ich sie aufnehme und anschaue und annehme, dann kann ich auch etwas daraus machen. Und dann kann ich sogar mit einem schwachen Spiel gewinnen. Denn zum Glück ist das ja vorgesehen. Ich kann auch ein Null spielen oder gar ein Null Ouvert. Und wenn ich ein guter Spieler bin, kann ich damit gewinnen.

Also nehmen Sie Ihr Blatt und machen Sie was draus! Es geht immer etwas oder seien Sie dann ein guter Mitspieler. Denn „Was wär das Leben ohne Skat…?“

„Es wäre öd und blöd und fad“, so singt es uns schon Heinz Erhardt vor! Oder wie heißt es in der letzten Strophe von „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss…“: „Das Leben ist ein Spiel, und wer es recht zu spielen weiß, gelangt ans große Ziel.“

Viel Spaß bei diesem großen Spiel!
Thomas Gertler SJ

30. Januar 2013

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