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Der Psalm 19 schildert den Lauf den Lauf des Tages und den Lauf der Sonne als ein lautloses Rühmen Gottes, das doch täglich die ganze Welt vernimmt, denn die Sonne geht täglich über die ganze Welt dahin. So wie niemand dieser Kunde des Lichtes entgeht, so sieht der Psalmist auch Gottes Wort. Es erleuchtet alle, schenkt Leben und ist stark und mächtig.

© Foto: Graham Loveland - CC BY-SA 2.0

Psalm 19,1 - 8

19,1 Ein Psalm Davids.
2Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, /
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
3 Ein Tag sagt es dem andern, /
eine Nacht tut es der andern kund,
4 ohne Worte und ohne Reden, /
unhörbar bleibt ihre Stimme.
5 Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, /
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde. Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut. /
6 Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam; sie frohlockt wie ein Held /
und läuft ihre Bahn.
7 Am einen Ende des Himmels geht sie auf /
und läuft bis ans andere Ende; / nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.
8 Die Weisung des Herrn ist vollkommen, /
sie erquickt den Menschen. Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, /
den Unwissenden macht es weise.

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© Foto: J. Patrick Fischer - CC BY-SA 4.0


Sonnenfinsternis

Haben auch Sie die Sonnenfinsternis erlebt? Haben Sie überhaupt schon einmal eine Sonnenfinsternis erlebt? Ich wollte gar nicht so viel davon her machen für mich selbst. Ja, ich hatte es gehört, dass sie kommt. Ja, man muss eine spezielle Brille haben. Habe ich aber nicht. Besorge ich mir auch nicht. Es begann der Tag noch ganz normal. Die jetzt schon frühlingshafte Helle am Morgen und ganz blauer Himmel bei uns in Augsburg. Ein richtig schöner Tag hatte begonnen.

Aber dann wurde es doch deutlich dunkler in meinem Zimmer. Ich habe Licht gemacht. Und als ich gegen 10 Uhr auf den Schulhof vor meiner Wohnung kam, war fahles Licht. Und es war auch deutlich kühler. Die Sonne war zu sehen und vom Mond, der sie ja über die Hälfte verdeckte, sah man mit bloßem Auge gar nichts. Auf dem Schulhof viele Lehrer und Kinder. Sie waren schon eine Weile mit Beobachten beschäftigt. Und so durfte ich auch durch eine dieser wie mit Alu-Folie beklebten Sonnenbrillen schauen.

Es war ein sehr beeindruckender Anblick. Fast Dreiviertel der Sonne waren vom Mond verdeckt. Manche versuchten auch durch die Brille hindurch die Sonne zu fotografieren. Es war recht lebendig und aufgeregt auf dem Schulhof. Aber als ich dann zu Fuß in unser Sekretariat ging, fiel mir auf, dass es nicht nur so fahl war ringsum und schon das hatte etwas Unheimliches für mich. Es war auch irgendwie still. Kein Vogel sang. Diese Stille ist mir noch viel stärker aufgefallen bei einer totalen Sonnenfinsternis, die ich einmal mit Freunden erlebt habe.

Wir waren auf einer Wanderung, als es geschah. Es wurde so fahl bis dämmerig und kühl. Und da war es tatsächlich mit einem Mal ganz still. Die Natur ringsum war verstummt. Und der Schrecken und die Ehrfurcht und die Verunsicherung befielen auch uns. Dieser Stille konnten wir uns nicht entziehen. Und mir wurde klar, was die Tiere erlebten, eine Erschütterung des gewöhnlichen Ablaufs der Dinge und des Tages. Was ist jetzt los? Was bedeutet das? Verliert die Sonne ihre Kraft? Werden wir in Dunkel und Kälte fallen? Wir Menschen sind ja auch nur so laut und unerschüttert, weil wir wissen, was da geschieht und dass es bald vorüber ist. Die Tiere wissen das nicht. Und weil ihr Verhalten so anders ist als das unsere, komme auch ich ins Nachdenken.

Wie selbstverständlich ist uns im Alltag alles. Dass und wann die Sonne aufgeht, gehört zu diesen Selbstverständlichkeiten dazu. Wie selbstverständlich und gewiss uns das ist, merke ich erst an einem solchen Tag. Und erst an einem solchen Tag merke ich erst, dass die Sonne natürlich uns alle betrifft. Sonnenfinsternis ist ein bisschen mehr als ein Bahnstreik oder einer der Piloten. Nein, die Sonne geht tatsächlich ALLE an. Die ganze Welt, alle Menschen, Tiere und Pflanzen. Ja, das wissen wir ja und das ist ja klar. Aber bewusst wird es uns erst bei so einem Erlebnis. Und es lohnt, nicht einfach o wieder zur Tagesordnung über zu gehen, sondern das einmal zu bedenken.

Solch ein Erlebnis wird zur Erfahrung erst durch dieses Innehalten, durch das Nach-Denken, nämlich dem Ereignis Hinterher-Denken, durch das Verstehen und bewusst Verarbeiten des Erlebnisses. Ein Erlebnis, das nicht so bedacht und verarbeitet wird, ist ganz schnell wieder vergessen und vom nächsten Erlebnis verdrängt. Eine Erfahrung aber nicht. Sie kommt in den Erfahrungsschatz eines Menschen. Daraus lebt er und wird mit der Zeit ein erfahrener und damit auch weiser Mensch. Wer nie sein Erleben bedenkt und einbringt in diesen Schatz, der lebt ganz an der Oberfläche.

Ja, so lade ich Sie ein, Ihre Erfahrungen mit der Sonne einmal zu bedenken. Viele sind ja auch so alltäglich. Wie sehr freuen wir uns über einen Sonnentag und die Energie, die er uns gibt, besonders wenn es so lange und so dunkel war im Winter. Sie können auch noch weiter gehen und einmal bedenken, ob es einen Menschen gibt, der für Sie so eine Sonne ist. Ob es vielleicht der Glaube und Gott sind, die für Sie so eine Sonne sind? Jesus sagt, dass er das Licht der Welt ist (Joh 8,12). Wer oder was ist meine Sonne und was passiert, wenn sie sich verfinstert?

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

25. März 2015

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