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Johannes schildert in der Heilung des Bildgeborenen, wie dieser nicht nur wieder Sonne und Licht sehen kann, sondern auch den Glauben findet und Jesus als das Licht der Welt erkennt. Und der Blindgeborene steht zu dieser Heilung und Erfahrung. Und Jesus das Licht der Welt macht ihn ganz heil und hell und zum Zeugen für das Licht. Wissen sollten Sie noch, dass damals Krankheit meist als Strafe für eine Sünde angesehen wurde. Darum werfen die Pharisäer dem Blindgeborenen vor, er sei ganz in Sünden geboren. Auch die Jünger fragen ja schon am Anfang, wer denn gesündigt hat, dass er blind geboren wurde. Aber Jesus hebt diesen Zusammenhang von Krankheit und Sünde auf.

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Joh 9,1 Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.

2 Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Ober haben seine Eltern gesündigt, sodass er blind geboren wurde?

3 Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.

4 Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann.

5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.

6 Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen

7 und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.

8 Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?

9 Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.

10 Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden?

11 Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen.

12 Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht.

13 Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.

14 Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.

15 Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich und jetzt kann ich sehen.

16 Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.

17 Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.

18 Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten

19 und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann?

20 Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde.

21 Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen.

22 Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen.

23 Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst.

24 Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.

25 Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann.

26 Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet?

27 Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?

28 Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose.

29 Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.

30 Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet.

31 Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er.

32 Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat.

33 Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.

34 Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.

35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?

36 Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? (Sag es mir,) damit ich an ihn glaube.

37 Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es.

38 Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

39 Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.

40 Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?

41 Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.

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Solche Sehnsucht nach Sonne

„Solche Sehnsucht nach Sonne“ ist fast so eine schöne Alliteration wie „Merkel mahnt Mursi“ (SZ vor ein paar Wochen), weckt aber viel angenehmere Gedanken. Auch bei Ihnen? Gerade fahre ich noch durch graue, trübe, schmutzige und nasse winterliche Landschaft. Wenn doch endlich der Winter vorbei wäre und endlich Sonne und Wärme und Frühlingsluft! Bei der Vorstellung erwachen gleich die Lebensgeister in mir, wie sie dann im Frühling draußen erwachen. Die Täler und Hügel hüllen sich in Grün. Die Vögel singen wieder. Ach, Sie wissen es selbst. Solche Sehnsucht nach Sonne.

Wie tut uns Sonne gut nach dem langen Winter. Das Licht macht mich licht. Es macht mich hell. Ich sehe nicht nur besser, auch inwendig macht es mich heller. Die gute Laune steigt an. Freude ist leichter möglich, wenn es draußen freundliches Wetter ist. Das ewig Dunkle des Winters drückt auch auf die Stimmung. Und jetzt reicht es mir damit. Es darf wieder Frühling werden. Solche Sehnsucht nach Sonne. Sie auch?

Aber wir haben ja noch Februar. Es wird noch mehr als einen Monat dauern, bis sich der Frühling zeigt. Aber immerhin, eines ist schon zu merken, die Tage werden länger. Es ist viel länger hell. Und das geht jetzt schnell. War es vor vier Wochen nachmittags um Vier schon dunkel, so ist es jetzt um Fünf noch hell. Ein Glück.

Es ist ja erstaunlich, wie sich Inneres und Äußeres entsprechen. Es ist mehr als nur eine Metapher, dass die Wahrheit Licht ist. Nämlich dass die Wahrheit einleuchtet, dass sie erleuchtet und hell macht und dass das Licht der Sonne uns hell macht und erleuchtet und froh macht. Da gibt es einen inneren Zusammenhang. Der ist nicht direkt. Aber er ist mehr als nur bildlich. Wir sind so geschaffen und sind so geworden. Dauerndes Dunkel macht depressiv. Die Menschen in Norwegen und Schweden suchen Lichträume auf, um das lange Dunkel des Winters seelisch unbeschadet zu überstehen. Die Seele braucht Sonne. Nicht nur unser Körper und unsere Augen. Das Wetter legt sich auf die Stimmung. Oder es hellt die Stimmung auf. Das kennen Sie alle. Bei Sonne habe ich mehr Kraft. Bin ich voller Schwung. Ich bin wacher, wenn Sonnenschein ins Fenster leuchtet. Wirkung von außen nach innen.

Aber genauso umgekehrt. Von innen nach außen. Wenn es in mir dunkel ist, weil ich gerade eine Krise durchlebe, dann sehe ich auch um mich vor allem das, was dieser Stimmung entspricht. Ja, ich suche geradezu das auf, was dieser inneren Stimmung entspricht. Ich will kein Licht und keine Sonne. Ich schaue nach unten, auf die dunkle Erde. Ich schaue nicht nach oben und ins Helle. Ich sehe auch den Menschen nicht ins Gesicht. Ich blicke weg. Denn ich kann kein Lächeln erwidern. Ich blicke finster. Das kann sogar zur Mode werden. Vor allem schwarz.

Aber ich will nicht darüber schreiben, sondern über die Sehnsucht nach dem Licht. Sie ist in jedem Menschen da. Sie ist in Ihnen da. Und wir sollen ihr folgen. Innerlich und äußerlich. Wir sollen uns ausstrecken nach dem Licht und der Sehnsucht nach Sonne folgen. Und für uns sollen wir das tun, was das Licht in uns fördert. Wovon wir selbst hell und licht werden. Und damit ist mehr gemeint als Liegestuhl oder Sonnenbank. Unsere Sehnsucht nach Sonne geht tiefer, auch in Ihnen. Gehen Sie Ihrer Sehnsucht nach Sonne auf den Grund! Oder besser: folgen Sie ihr bis in den Himmel.

Licht und Sonne sind für die aufklärende Philosophie das Symbol der Wahrheit, nach der die Menschen sich sehnen. Und schon bevor es diese Philosophie gab, sind Sonne und Licht für die Religion das wirklichkeitsvolle Zeichen (oder Realsymbol) für Gott, also das Zeichen, in dem ich Gott auch wirklich erfahre. In ihm zeigt sich wirklich etwas von Gott, begegne ich Gott zeichenhaft und wirklich.

Ich freue mich schon, wenn ich das erste Mal wieder meine Meditation im Garten auf dem Rasen und in der Sonne machen kann. Da kommt dann beides zusammen. Das Innere und das Äußere. Von der Sonne lasse ich mich anstrahlen und wärmen und mir neue Farbe geben. Von Jesus Christus, dem Licht der Welt und der Sonne der Gerechtigkeit, lasse ich mich erleuchten und durchstrahlen. Alles, was wir dieser Sonne Jesus Christus aussetzen, was wir in sein Licht bringen, das kann heil und gut werden. Das ist meine Erfahrung. Tatsächlich, alles was wir ins Licht Gottes stellen, das kann hell und heil werden.

Solche Sehnsucht nach Sonne, auch nach dieser heilenden Sonne wünsche ich Ihnen

Thomas Gertler SJ
20. Februar 2013

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