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Unsere Lebenswirklichkeit kann sich in einem Zeichen wie z.B. einem Schlüsselbund abbilden. Die Lebenswirklichkeit einer jungen griechischen Christengemeinde bildet sich in einem Brief des Apostels Paulus ab; wie Schlüssel-Sätze für ein gelingendes Leben klingen die seelsorglichen Zeilen:

© Foto: Diego Delso - Wikimedia Commons - CC BY-SA 3.0

1 Thess 5,14-22

14 Wir ermahnen euch, Brüder und Schwestern: Weist die zurecht, die ein unordentliches Leben führen, ermutigt die Ängstlichen, nehmt euch der Schwachen an, seid geduldig mit allen! 15 Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun. 16 Freut euch zu jeder Zeit! 17 Betet ohne Unterlass! 18 Dankt für alles; denn das will Gott von euch, / die ihr Christus Jesus gehört. 19 Löscht den Geist nicht aus! 20 Verachtet prophetisches Reden nicht! 21 Prüft alles und behaltet das Gute! 22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!

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© Foto: Thomas Gertler


Schlüssel-Check

Wo liegt oder hängt denn gerade Ihr Schlüsselbund? – Ich möchte Sie zu einer kleinen Betrachtung desselben einladen. Nehmen Sie jeden einzelnen Schlüssel in die Hand mit folgenden Fragen: Welche Geschichte hat dieser Schlüssel (mit mir)? - Was bedeutet er mir und welches Gefühl verbinde ich mit ihm? - Besitze nur ich selber diesen Schlüssel oder haben andere (wer?) den gleichen? - Welche meiner Schlüssel fühlen sich „leicht“ und welche fühlen sich „schwer“ an?

Die Schlüssel, die wir bei uns tragen, gehören ganz konkret zu Türen und Gebäuden, sie stehen für Befugnis und Zugehörigkeit, für Vertrauen, Verantwortung und Sicherheit, für Status und auch Macht. So spiegelt unser Schlüsselbund immer etwas von unserem persönlichen Lebenspanorama wider.

Auch unsere Autonomie und Selbständigkeit bildet sich in unserem Schlüsselbund ab. Nie werde ich vergessen, wie für einen an Alzheimer erkrankten Freund der Tag kam, an dem er alle seine Schlüssel abgeben musste (und auch wollte). Wer von uns gibt schon gerne sein Schlüsselbund auch nur für kurze Zeit freiwillig aus der Hand? Und wer kennt nicht den Ärger und die Selbstzweifel, wenn ein Schlüsselbund verlegt oder gar verloren wurde?

Während unserer Urlaubszeit sollten wir ruhig einige Schlüssel von unserem Schlüsselbund entfernen, zum Beispiel den dienstlichen Büroschlüssel oder den Zeiterfassungschip. Diese Trennung hat vor allem einen symbolischen Wert und hilft, auch innerlich Abstand zu bekommen. „Weil die Arbeit nie aufhört, muss der Mensch immer wieder mit der Arbeit aufhören“, appelliert in diesen Tagen der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) an die fleißigen Deutschen.

Es ist wichtig, dann und wann bewusst innezuhalten, um erstens das DANKEN nicht zu verlernen für alles, was mich trägt und erfüllt - Menschen, Aufgaben und Dinge -, und um zweitens zu PRÜFEN: Was trage ich eigentlich wozu mit mir herum? Sind alle meine realen und meine Werte-„Schlüssel“ noch aktuell und von Nutzen? - So kann allzu selbstverständlich Gewordenes neu gesichtet und neu gewichtet werden nach dem Motto: „Prüft alles und behaltet das Gute“ (1 Thess 5,21, s. rechts).

Umgekehrt hat wohl jeder von uns solche „Schlüssel“, die seit langem in irgendeiner Schublade liegen und vielleicht darauf warten, wieder ans Tageslicht geholt zu werden. Vielleicht ist es der „Schlüssel“ zu einer eingeschlafenen Glaubenspraxis, zu einem vergrabenen Talent oder einer vergessenen Freundschaft? Auch dazu bietet sich die Zeit des Urlaubs und des Abstands an: einen lange nicht genutzten „Schlüssel“ ruhig wieder einmal auszuprobieren.

Lesen wir abschließend eine weitere Urlaubsempfehlung des KKV, die ich zugleich humorvoll und tiefsinnig finde; sie könnte glatt auch von einem Exerzitienbegleiter stammen: „Entspannen Sie sich. Das ist wahrscheinlich das Beste, was Sie zur Rettung der Welt beitragen können.“ – Ist das zu unfromm? Dürfen wir so denken angesichts der vielen akuten Probleme auf dem Globus?

An meinem Schlüsselbund hängt auch ein kleines christliches Zeichen, ein IHS-Amulette: Iesum Habemus Socium. Jesus haben wir als Gefährten (Übersetzung des Jesuitenordens). Dieses Glaubenszeichen baumelt unscheinbar zwischen meinen großen und kleinen Schlüsseln, ist aber immer dabei und immer greifbar. Ganzjährig.

Ich wünsche Ihnen gelassene Sommerwochen in der Gefährtenschaft Jesu und grüße Sie herzlich!
Ihre Marlies Fricke

23. Juli 2014

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