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Der Psalm 34 schildert uns die Erfahrung, dass Gott dem beisteht und nahe ist, der zerbrochenen Herzens ist und sein Leben zerschlagen fühlt. Sie dürfen sicher sein, Er fügt uns als seinen Stein ins große Mosaik hinein.

© Foto: Thomas Gertler

Psalm 32, 1 - 23

34,1 "Von David," 2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen.
4 Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
5 Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.
6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
7 Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten.
8 Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!
10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.
11 Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.
12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren.
13 Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen?
14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
15 Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!
16 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.
17 Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun, dass er ihren Namen ausrotte von der Erde.
18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not.
19 Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
20 Der Gerechte muss viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.
21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines zerbrochen wird.
22 Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.
23 Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

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© Foto: Stefan-Xp - CC BY-SA 3.0


Scherben bringen Glück

Gern höre ich die Morgenandacht im Deutschlandfunk. Besonders gut gefallen hatte mir ein Beitrag mit genau dieser Überschrift: „Scherben bringen Glück“ von einem evangelischen Pfarrer namens Titus Reinmuth. Das Sprichwort kennt wohl jeder. Aber was halten Sie davon? Neu war mir, dass es eigentlich die Bedeutung hat: Volle Krüge und Tongefäße mit Vorräten bringen Glück. Ja, dann ist ja alles klar und versteht sich von selbst. Das Wort Scherbe hatte nämlich ursprünglich im Töpferhandwerk die Bedeutung Tongefäß und nicht zerbrochene Teile davon, was wir heute unter Scherben verstehen.

Ja, aber heute will es sagen: mach dir keine Sorgen, wenn mal was zerbricht, es kann Glück bringen. Aber wie denn? Das ist doch wirklich ein leichtfertiger Spruch! Wie soll denn etwas Zerbrochenes Glück bringen? Das geht doch gar nicht! Es ist doch zuerst einmal Unglück, wenn wieder eine von unseren wertvollen Meißner Tassen kaputt gegangen ist und jetzt haben wir nur noch vier und es waren mal sechs. Oder schlimmer noch unser heftiger Streit miteinander. Da ist doch was kaputt gegangen. Das ist doch kein Glück, sondern ein Unglück!

Ja, es ist ein Unglück, ja, es ist Schmerz. Und das darf ich ruhig vor mir zugeben und zulassen und ich darf traurig, wütend und ratlos sein darüber. Das braucht es tatsächlich. Das gehört dazu. Aber dann kann es gerade dazu führen, dass wir nochmal neu und anders miteinander anfangen. Und dann ist die alte Tasse unserer Beziehung wieder heil. Und wir gehen nochmal vorsichtiger und aufmerksamer miteinander um.

Es kann aber auch sein, dass die Scherben nicht mehr zu kitten sind. Das Porzellan bleibt zerbrochen und kaputt. Es ist in die Brüche gegangen. Wie viele erfahren das, nicht nur beim Geschirr! Und es braucht lange, bis so etwas verschmerzt ist. Mindestens ein Jahr dauert die Trauer um einen geliebten Menschen, den der Tod oder auch ein Streit oder ein anderer Bruch mir entrissen haben. Und doch kann auch da wieder Neues entstehen.

Der Pfarrer Reinmuth hat es mit den Kindern im Gottesdienst folgendermaßen nachspielen und erleben lassen: Er hat vor dem Altar zwei große bunte Vasen zerschmissen. Das war ein Schreck und ein Verlust. Wie viele Scherben lagen da auf dem Haufen! Alles kaputt. Aber dann hat er zusammen mit den Kindern aus den Scherben etwas Neues gemacht, und zwar ein großes Mosaik. Toll! Tolle Idee! Und das passiert tatsächlich oft aus den Scherben. Das Zerbrechen war schmerzhaft und schlimm aber Voraussetzung, um Neues entstehen zu lassen. Das habe ich schon öfter in meinem Leben erfahren. Und Sie? Auch schon einmal?

Es ist mir ein Gedicht eingefallen, das Edith Stein über sich selbst und ihren Namen verfasst hat. Edith Stein war Jüdin, als junge Frau Atheistin und Philosophin und ist dann Christin geworden. Dieses Gedicht hat nun für mich nun noch eine tiefere Dimension hinzugewonnen:

Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen
leg’ ich meinen Tag in Deine Hand.
Sei mein Heute, sei mein gläubig Morgen,
sei mein Gestern, das ich überwand.

Frag mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen,
bin aus Deinem Mosaik ein Stein.
Wirst mich an die rechte Stelle legen,
Deinen Händen bette ich mich ein.

Es ist ein Gebet, das ich jeden Morgen beten kann und das mein Vertrauen stärkt in Gottes Fügen und Heilen. Aber wenn ich auf das Leben von Edith Stein schaue, darauf wie sehr und wie brutal dieses Leben zerbrochen und zerschlagen wurde, da sind nur Scherben geblieben. Doch heute erkennen wir, ja, Gott hat diesen Stein, hat Edith Stein in sein großes Mosaik des Neuen Lebens eingefügt. Sie ist dem gleich geworden, dessen Leben auch nur noch ein Scherbenhaufen war und aus dem Gott den Eckstein und den Schlussstein gefügt hat, Jesus.

Und hier können Sie auch Pfarrer Reinmuth hören. Gern schließe ich mich ihm an: „Scherben bringen Glück? Vielleicht nicht sofort, sicher nicht immer. Aber manchmal schon.“

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

11. März 2015

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