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Hier die Geschichte von der Begegnung mit dem Auferstanden am frühen Morgen. Und da scheint sich eine Geschichte zu wiederholen, die am Anfang schon geschehen war (Lk 5,1-11). Ja, sie wiederholt sich, aber nun nach dem Ganzen von Mitgehen mit Jesus, nach dem Kreuz, dem Scheitern und Fliehen und neuen Sammeln um den Auferstandenen auf eine viel endgültigere Weise und auf einer neuen Ebene. Sie werden nun wirklich Menschenfischer und werden in alle Welt gehen.

21 1 Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias und er offenbarte sich in folgender Weise.

2 Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus (Zwilling), Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.

3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.

4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.

5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.

6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.

7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.

8 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.

9 Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot.

10 Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.

11 Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.

13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.

14 Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

15 Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!

16 Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

17 Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

18 Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.

19 Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

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Rolling Stone

„Ein rollender Stein setzt kein Moos an.“ Das ist ein englisches Sprichwort. Mehrfach kommt es in modernen Songs vor. Die „Rolling Stones“ haben sich danach benannt. Im Deutschen gibt es in dem bekannten Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ die seltsame Strophe:

Die Steine selbst, so schwer sie sind,
die Steine!
Sie tanzen mit den muntern Reihn
und wollen gar noch schneller sein,
die Steine.

Steine wollen rollen, ja, tanzen. Es war mir immer ein Rätsel, wie das zu verstehen ist. Darum habe ich als Kind immer gesungen: „Die Schweine selbst so schwer sie sind…“ Erst jetzt habe ich es verstanden. Es geht um den Mühlstein, den der wandernde Müllersbursche besingt. Alle Strophen drehen sich darum, um die Mühle und den wandernden Müllersburschen, der durch die drehende Mühle, durch das rauschende Wasser, durch die Mühlräder und den mahlenden Mühlstein selbst zum Wandern angeregt wird. Wenn Sie es können, singen Sie es doch mal wieder

So ein Stein, der erst einmal unverrückbar ist, spielt auch in der Ostergeschichte eine wichtige Rolle. „Wer wird uns den Stein wegrollen?“, fragen die Frauen und dann sehen sie, dass er schon weggerollt ist. Die Auferstehung bringt diesen Stein ins Rollen. Zeichen und Symbol, dass durch die Neues schaffende Kraft Gottes viele Steine, die einsperren und aussperren, die lasten und unbeweglich scheinen ins Rollen kommen können. Es gab ein Frauenprojekt, das so einen Stein durch ganz Deutschland gerollt hat. Einen richtigen dicken Stein. Er steht jetzt im Kloster Helfta.

Welches sind solche anscheinend unverrückbaren Steine in meinem Leben? Ich stelle mir vor, dass sie durch die Kraft des Auferstandenen weggerollt werden – was bewegt sich da in meinem Inneren?

Mir ist noch ein Stein eingefallen, der zu Ostern ins Rollen kommt. Und das ist der Felsenmann Petrus. Jesus hat ihn so genannt. Felsstein. Der kommt gewaltig ins Rollen. Zuerst einmal will er ganz hart und unverrückbar sein und zu Jesus stehen: „Und wenn alle Dich verraten, ich Dich nicht!“. Und wenige später wird er voller Angst schwören: „Ich schwöre bei Gott: Ich kenne diesen Menschen nicht!“ Was lag im Blick Jesu, als er Petrus danach anschaute? Wir wissen nur, wie Petrus auf den Blick Jesu reagierte: Er weinte. Aus dem Felsen fließt Wasser. Er, der sturmerprobte Fischer, der Sprecher des Jüngerkreises – er weinte. Er weinte bitterlich. Er weinte steinerweichend. Er weinte Tränen, die die Wüste seines Herzens aufblühen lassen sollten.

Später, so schildert eine der österlichen Begegnungsgeschichten, befragt Jesus den Petrus, dreimal nach seiner Liebe: „Petrus, Sohn des Jona, liebst du mich?“ Ein leises Erinnern an den dreimaligen Verrat? Vielleicht auch. Aber was Petrus mehr heraushört, ist, dass ihm dem Freundes-Verräter durch Jesus, durch dessen Frage nach seiner Liebe ja offensichtlich die Möglichkeit des Liebens zugesprochen wird. Dieses unglaubliche Zutrauen ermutigt Petrus zu dem Wort: „Herr, Du weißt alles, du weißt auch, dass ich Dich liebe.“

Das tiefste Ostern des Petrus, ob es nicht dies ist, das Petrus im Blick auf Jesus sieht und sagen kann: „Du, Du traust mir, dem Verräter zu, lieben zu können in der Kraft Deines unendlichen Liebens?! – In wem solcher Glaube Wurzel fasst, in dem ist Auferstehung geschehen! Da ist wirklich der Stein ins Rollen gekommen. Und so ist dann aus ihm der Fels geworden, auf den der Herr seine Kirche bauen kann.

Dass solches geschehen möge, danach kann man sich sehnen; dafür darf und muss man sich bittend bereithalten. Wenn es dann einmal geschieht, ist es ein reines Geschenk. Dies wissen vielleicht besonders Menschen, die furchtbar verletzt sind und sagen, sie könnten „dies“ nicht und nie verzeihen. Andern nicht und manchmal sich selber nicht. Nach und bei viel eigenem Bemühen und Versuchen zum Verstehen und zur Verständigung gilt es da, nach einem Wort von Hilde Domin, dem Wunder – dem Wunder der Versöhnung – die ausgestreckte Hand hinzuhalten wie einem Vogel. Das Geschenk der Verzeihung des Unverzeihlichen, ist Gottes Wunder-Werk und Beginn von Auferstehung zum Leben und Lieben.

„Heute morgen“, so sagte mir gestern am Telefon jemand, bin ich mit dem Satz aufgewacht: „Der Abgrund der göttlichen Liebe ist tiefer als jeder Abgrund sonst.“ Diese Auf-wach-Worte atmen die Lebendigkeit von Auferstehung, das Ostern des Petrus, sein glückliches Aufatmen. Nach jenem Petrus, der einmal in einer Predigt sagte: „Den Urheber des Lebens habt ihr getötet; der Herr aber lässt Zeiten des Aufatmens kommen (Apg 3,20).“ Tiefer als all unser Verraten ist Gottes versöhnende Liebe.

11. April 2012

Dass bei Ihnen Steine beginnen loszurollen, Grabsteine, Herzenssteine und Sorgensteine wünschen Ihnen

Thomas Gertler und Willi Lambert

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