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Die Geschichte von der Arche Noa und dem Bund mit der Menschheit und der Tierwelt, die aus der Arche hervorging, finden wir im Kapitel 8 und 9 des Buches Genesis.

© Thomas Gertler

Gen 8,11 Gegen Abend kam die Taube zu ihm (Noach) zurück, und siehe da: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wusste Noach, dass nur noch wenig Wasser auf der Erde stand.

12 Er wartete weitere sieben Tage und ließ die Taube noch einmal hinaus. Nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück.

14 Am siebenundzwanzigsten Tag des zweiten Monats war die Erde trocken.

15 Da sprach Gott zu Noach:

16 Komm heraus aus der Arche, du, deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne!

17 Bring mit dir alle Tiere heraus, alle Wesen aus Fleisch, die Vögel, das Vieh und alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen. Auf der Erde soll es von ihnen wimmeln; sie sollen fruchtbar sein und sich auf der Erde vermehren.

18 Da kam Noach heraus, er, seine Söhne, seine Frau und die Frauen seiner Söhne.

19 Auch alle Tiere kamen, nach Gattungen geordnet, aus der Arche, die Kriechtiere, die Vögel, alles, was sich auf der Erde regt.

20 Dann baute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln und brachte auf dem Altar Brandopfer dar.

9,1 Dann segnete Gott Noach und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, vermehrt euch und bevölkert die Erde!

8 Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren:

9 Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen

10 und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind.

11 Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben.

12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen:

13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde.

14 Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken,

15 dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet.

16 Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde.

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© Thomas Gertler


Regenbogen

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, so lautet ein ganz typischer deutscher Spruch. Er ist ja auch ganz in Ordnung so. Jetzt habe ich aber einen indischen Spruch gefunden, der auch ganz in Ordnung ist:

„Deine Arbeit wartet,
während du dir den Regenbogen anschaust,
aber der Regenbogen wartet nicht,
bis du mit deiner Arbeit fertig bist.“


Gestern am Ende von dem heftigen Gewitterguss habe ich auch die Arbeit unterbrochen, bin sogar noch eine Treppe hochgestiegen, um mir den wunderschönen Regenbogen über den Häusern anzusehen. Also trotz aller hohen Arbeitsmoral machen wir es auch so, und schauen erst mal den Regenbogen an. Aber im Unterschied zu den Indern haben wir keinen schönen Spruch daraus gemacht. Sicherlich auch, weil es hier nicht täglich einen Regenbogen zu sehen gibt.

Es spricht eine andere als die deutsche Geisteshaltung aus dem Sprichwort. Sie preist nicht die Faulheit, wie wir vielleicht vermuten oder gar argwöhnen, sondern es spricht daraus die Wachheit für den Augenblick, der vergänglich ist. Für das Geschenk des Augenblicks, der vergeht. Und zwar unwiederbringlich. Und das zu lernen, ist etwas sehr Spirituelles. Das findet sich auch in allen so verschiedenen christlichen und nichtchristlichen geistlichen Lehren. Sei wach im Augenblick da. Genieße die Schönheit des Augenblicks. Aber ergreife auch den Anruf des Augenblicks.

Das ist wichtiger als die Arbeit. Auch das Anschauen des Regenbogens. Nachher gehe ich erfrischt und beglückt wieder an die Arbeit, wenn ich einen so schönen Regenbogen gesehen habe. Es kann auch etwas anderes sein. Als ich mich bei dem schönen Wetter zum Meditieren in den Garten gesetzt habe, habe ich einmal nur auf die Vögel gehört. Es ist ja unglaublich, wie viele verschiedene Vögel auch in der Stadt zu hören sind. Jeder singt anders. Leider kenne ich nur ganz wenige. Eine Bekannte kann praktisch alle Vögel an ihrem Gesang erkennen. Ihr Vater hat es ihr beigebracht. Das ist großartig.

Aber bleiben wir ruhig mal beim Regenbogen. In der jüdisch-christlichen Glaubensüberlieferung soll uns ja der Regenbogen an Gottes Treue erinnern. Wie dieser schöne vielfarbige Bogen wölbt sich Gottes Liebe und Treue über die Erde und erinnert uns daran, dass Gott diese Menschheit nicht vernichten, sondern sie erhalten will und ihr treu sein will. Das hat er dem Noah versprochen. Man nennt das darum den Noah-Bund. Die Geschichte gibt es rechts in der Spalte zu lesen.

Immer wenn wir heute den Regenbogen sehen, solle er uns daran erinnern. Und ich kenne eine Ordensschwester, die immer an den entscheidenden Knotenpunkten ihres Lebens einen solchen Regenbogen gesehen hat. Ein persönliches Geschenk Gottes an diese kleine Schwester Jesu. Großartig! Und ich? Ich kriege nie so was geschenkt! Wirklich nicht? Wenn Sie wach sind für den Augenblick, werden Sie jeden Tag so ein kleines Zeichen von Gottes Sorge und Treue erkennen. Und wenn es jetzt gerade der Sonnenstrahl ist, der meine Haut streichelt. Oder die Amsel, die unermüdlich für mich singt. Oder diese Tasse Jasmin-Tee, die mir jetzt so wohl tut und mich erfrischt.

Schauen sie auf die vielen kleinen Zeichen von Gottes Treue jeden Tag. Schauen Sie wie Jesus aus dem Fenster hinaus auf den Gott, der seine Sonne scheinen lässt über Gute und Böse und regnen lässt über Gerechte und Ungerechte. Uns allen ist er täglich, stündlich, ja jeden Augenblick gut und zugewandt. Heben sie ihren Blick vom Schreibtisch, von der Hausarbeit, vom Rechner und sehen hinaus – auf Gottes Treue.

27.06.2012

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

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