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Das Laubhüttenfest ist das jüdische Erntefest, das der Regenzeit, der Zeit des reichlichen Wassers vorausgeht. Es erinnert zugleich an den Zug durch die Wüste, in der Gott sein Volk mit Brot vom Himmel nährte und Wasser aus dem Felsen tränkte (Ex 17,5). Jesus ist nun die Quelle, die uns Wasser des Lebens schenkt.

© W. Simonis


Joh 7,37 Am letzten Tag des [Laubhütten-]Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke,

38 wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.

39 Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben; denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.

40 Einige aus dem Volk sagten, als sie diese Worte hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet.

41 Andere sagten: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus Galiäa?

42 Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte?

43 So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge.

44 Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen.

45 Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht?

46 Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen.

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© Thomas Gertler


Quelle der Lillach

 

Was, Sie kennen die Lillach nicht? Na ja, bis vor kurzem kannte ich sie auch nicht. Sie fließt durch die fränkische Schweiz. Und wir haben einen Wandertag zu ihrer Quelle unternommen. Ein strahlender Sonnentag. So wohltuend nach den katastrophalen Regenwochen. Gerade durch den vorangegangenen Regen war der Bach schon fast ein Fluss. Schnell und klar ergoss er sich ins Tal und wir wanderten direkt neben ihm.

Er hat im Laufe der Jahrhunderte sogenannte Sinterstufen gebildet. Sie sehen wie richtige Treppen aus. Man denkt, sie seien künstlich angelegt. Dem ist aber nicht so.

Schließlich kamen wir zur Quelle. Unter einer Felsplatte floss Wasser hervor. Viel Wasser und ganz schnell. So eine starke Quelle habe ich noch nicht gesehen. Je nach Jahreszeit kommen zwischen 30 und 100 Liter Wasser auf einmal heraus. Als wir dort standen, waren es sicher hundert Liter pro Sekunde. Meine Mitwanderer aus der Gegend erzählten mir, dass sie auch schon einmal vor einem fast vertrockneten Flussbett gestanden hätten. Jetzt aber welche Kraft und welche Fülle!

Mir fiel ein Gedicht von Reiner Kunze ein:

Sensible Wege

sensibel ist die erde über den quellen: kein baum darf gefällt, keine wurzel gerodet werden die quellen könnten versiegen


Ja, so ist es. Und zum Glück fließt die Lillach-Quelle und dichter Wald umgibt sie. So weit ich sehen konnte, schützt man die Gegend um die Quelle, fällt und rodet keine Bäume, die das Wasser festhalten. Wie gut! Brutaler Umgang mit der Natur findet bei uns nicht mehr so leicht in Wald und Flur statt. Wie furchtbar verschmutzt und tot waren vor vierzig Jahren noch die Flüsse und Seen. Wie schön, dass in so vielen wieder Fische leben.

Das Gedicht von Reiner Kunze geht noch weiter. Hier noch einmal mit Fortsetzung:

sensibel
ist die erde über den quellen: kein baum darf
gefällt, keine wurzel
gerodet werden

die quellen könnten
versiegen

Wie viele bäume werden gefällt, wie viele wurzeln
gerodet

in uns


Und das ist die nächste Frage. Wie gehen wir mit uns selber um? Wie wurde im Lauf des Lebens mit mir umgegangen? Was wurde da abgehackt, abgeschnitten, ausgerissen, gerodet? Was wurde alles verschüttet? Wir merken es daran, wenn in uns keine Quellen mehr fließen. Wenn ich innerlich vertrocknet bin. Wenn ich mich verkarstet und verwüstet finde.

Da heißt es, mit Geduld wieder Gras und Büsche und Bäume pflanzen, damit wieder Wasser gehalten wird, das zur Quelle werden kann. Es kann lange dauern, bis eine Wüste wieder Quellen sprudeln lässt. Fangen Sie heute damit an, wieder Leben in sich wachsen zu lassen, damit die Quellen wieder strömen können!

Jesus sieht sich selbst als eine Quelle an. Eine Quelle voller lebendigem Wasser. Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird auch selbst wieder zur Quelle.

Das wünsche ich Ihnen!
Thomas Gertler SJ

17. Juli 2013

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