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Lukas schildert apokalyptische Ereignisse. Sie sind gegenwärtig in der Welt seit dem Tod und der Auferstehung Jesu. Denn mit diesem Ereignis ist das Ende der Welt schon in der Welt, wie der Tod und das neue Leben schon in unserem Leibe anwesend sind. Das neue Leben der Auferstehung und der Neuschöpfung ist aber stärker und wird den Tod und Untergang besiegen. Darum dürfen wir uns aufrichten und Hoffnung haben trotz allem Bedrohlichen. Diese Kraft aber gewinnen wir aus dem Gebet und der inneren Wachheit, die uns die Hoffnung und den Abstand schenken angesichts aller Ängste, die auch in uns gegenwärtig sind.

© André Adeodato - Fotolia.com

Lk 21,25 Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres.

26 Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

27 Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.

28 Wenn (all) das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

29 Und er gebrauchte einen Vergleich und sagte: Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an:

30 Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.

31 Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr (all) das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist.

32 Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft.

33 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

34 Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht,

35 (so) wie (man in) eine Falle (gerät); denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.

36 Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

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Niedergedrückt oder aufrecht?

Charlie Bown erklärt seiner Freundin Lucy: „Wenn du etwas von Deiner Niedergeschlagenheit haben willst, ist es ungeheuer wichtig, dass Du auch den Kopf hängen lässt und nach unten schaust. Denn wenn du dich aufrichtest und gerade stehst, geht die schöne Traurigkeit womöglich weg. Auf jeden Fall wird sie schwächer.“

So isses! Und wie Charlie Brown können Sie es bei sich selbst ausprobieren. Die schönste Niedergedrücktheit wird geschwächt, wenn sie nicht auch ihren entsprechenden körperlichen Ausdruck findet. Das ist wichtig. Man muss es mir auch ansehen, dass es mir schlecht geht. Nicht nur, weil ich sonst in einen inneren Zwiespalt gerate zwischen Empfinden und Verhalten – und das tut gar nicht gut. Sondern wenn es nicht alle sehen und merken, dann bekomme ich auch keine entsprechende Zuwendung. Niemand tröstet mich, weil niemand merkt, wie traurig ich bin. Außerdem unterstützt und stärkt die körperliche Haltung mein Empfinden. Haben Sie das schon einmal bemerkt? Es ist genau, wie Charlie Brown sagt, wenn ich mich aufrichte und den Kopf hebe, dann schwäche ich meine Niedergedrücktheit.

Und ebenso wichtig ist, dass ich klage und jammere. Das ist auch deshalb gut, weil Klagen und Jammern oft der Grundton unserer Konversationen ist. Denn so ist schneller Harmonie und Einigkeit hergestellt im Arbeitsalltag, wenn ich einstimme in den Miauton des Katzenjammers. Und ich erfahre Solidarität und gebe Solidarität, wenn auch ich jammere und klage und womöglich eigene Schreckensnachrichten beizutragen habe. Das sichert mir Aufmerksamkeit und Zuwendung. Wichtig und gut!

Dafür habe ich jetzt ein schönes Beispiel gelesen: In einer Berghütte, in der alle in einem einzigen Raum schlafen, beginnt eine Frau zu jammern: „Oh, habe ich einen furchtbaren Durst! Oh, wie bin ich so schrecklich durstig!“ Immer wieder, bis sich schließlich jemand erbarmt und ihr ein Glas Wasser holt. Und dann fährt sie fort: „Oh, was hatte ich einen furchtbaren Durst! Oh, war ich so schrecklich durstig!“ Denn das Jammern war ja wichtiger als der Durst. Alle waren dankbar und stimmten ein: „Oh, ja, was hattest Du für einen furchtbaren Durst. Ja, wie warst du schrecklich durstig!“ Nein, diese Reaktion stand dann nicht mehr in der Geschichte. Wäre aber doch passend gewesen.

Und auch Jesus sagt uns: „Es kommt alles noch viel schlimmer, als es jetzt ist. Die Katastrophen nehmen zu. Desaster, wohin man schaut. Die Sterne fallen vom Himmel. Weltuntergang. Seht euch vor. Und wenn das alles kommt, dann zieht euch zurück, dann versteckt euch. Senkt euer Haupt und seid traurig und deprimiert, wie es diese Situation verdient. Denn nun ist alles aus und zu Ende!“

Äh, stimmt das? Nein, es stimmt nicht! „Wenn das alles eintrifft, so erhebt euer Haupt, denn eure Erlösung naht!“ So sagt es uns Jesus. Also das Gegenprogramm starten, und zwar auch körperlich. Mein Ordensgründer Ignatius nennt das „Agere contra! Handle dagegen! Mach das Gegenteil!“ Sich also entgegengesetzt zu dem Erwartbaren verhalten. Das vertreibt die Versuchung. Das bringt die Erlösung nahe. Denn der uralte Spruch drückt diese Erfahrung aus: „Ist die Not am größten, ist Gottes Hilf am nächsten.“ Weniger volkstümlich hat es Hölderlin gesagt: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ So isses!

Oder stellen Sie sich die Peanuts auf den Schreibtisch.

Eine gute erste Adventswoche wünscht Ihnen
Thomas Gertler SJ

5. Dezember 2012

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