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Wenn Menschen sich verabschieden, gar sterben, wollen sie möglichst alles geregelt haben. Jesus hatte nichts Materielles zu regeln, aber die Beziehung seiner Freunde zu seiner Mutter war ihm sehr wichtig. Erst als der Apostel Johannes seine Mutter zu sich genommen hatte, war für Jesus „nun alles vollbracht“. In der Gestalt des Johannes dürfen wir die Kirche, ja uns als Volk Gottes unterwegs se-hen, sozusagen mobil mit Maria:

© Foto: unsplash.com - CC0 1.0

Joh. 19,25 - 28

25 Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26 Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! 27 Dann sagte er zu dem Jün-ger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 28 Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet.

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Madonna della Strada - © Foto: Tamerlan - CC BY-SA 3.0


Mobil mit Maria

„Sarah 1993 - 2014“ steht auf dem Holzkreuz nicht weit vom Ortsausgangsschild. Die Eltern stellen regelmäßig Blumen hier an den Straßenrand. Wenn es dunkel wird, leuchten Kerzen, von Freundinnen und Kommilitonen angesteckt. Am Fuß des Kreuzes hockt ein kleiner weißer Ton-Engel.

Solche Unfallkreuze tauchten vor meinem inneren Auge auf, als ich vor dem Bild der MADONNA DELLA STRADA in der Jesuitenkirche Il Jesu in Rom stand. Im Herzen trug ich all die Toten und Verletzten von Verkehrsunfällen hierher, zu Maria, die selber den blutigen Tod ihres Sohnes miterlebt hat. „Christi Mutter stand mit Schmerzen bei dem Kreuz und weint von Herzen“, so singen wir in dem alten Kirchenlied (Gotteslob 532); es könnte genauso auch Sarahs Mutter meinen.

Schmerz und Trauer verbergen sich hinter mancher brennenden Kerze vor der MADONNA DELLA STRADA, der „Gefährtin der Wege“. Ebenso die tiefe Sehnsucht nach Sicherheit, Geborgenheit und Heimat, besonders jener Menschen, die unterwegs sind. Und das sind - freiwillig oder unfreiwillig - sehr viele in unserer mobilen Gesellschaft, ob beschaulich auf dem Jakobsweg, im High-Speed-ICE oder versunken im www.

In diesen Tagen denke ich an die tausend- und millionenfachen Flüchtlinge auf den Straßen und noch mehr abseits der Straßen dieser Erde. Hilflos und oft zornig höre ich die Nachrichten, sehe die Bilder. Und doch glaube ich, dass ich mit meiner kleinen Existenz diesen Flüchtlingen Gutes „tue“, wenn ich im Gebet für sie Hilfe erbitte. „Das Gebet, das ein Mensch nach bestem Können verrichtet, hat große Kraft“, so Gertrud von Helfta. Wenn ich eine Kerze anzünde, genügen wenige Worte wie z.B. „Dein Reich komme!“ aus dem Vaterunser. Oder „Maria, sei bei ihnen!“ - hat sie selber als junge Frau doch Verfolgung und Flucht durchlitten.

Zugegeben, ich weiß beim Beten nicht, wie solche Hilfe im Nordirak oder Gaza aussehen soll. Aber zumindest ich selber, als Mitleidende, spüre seelischen Trost, indem ich das Schwere nicht alleine trage. Vielleicht ist es das Weibliche und Mütterliche in Maria, das noch einmal mehr tröstet. Und wer sagt, dass durch solchen Trost unsere Welt nicht ein klitzekleines Stück mehr „in Ordnung“ kommt? In der ihr eigenen Sprache lese ich bei Therese von Lisieux, dass eine Stecknadel, aufgehoben aus Liebe zu Gott, eine Menschenseele retten kann. - Selbstverständlich sollte es in unseren Ta-gen sein, Hilfsgüter und -kräfte in den Osten zu schicken und wenigstens einen Bruchteil der entwurzelten Menschen in unserem Land aufzunehmen.

Maria, die mutige Frau aus Nazareth, die durchkreuzte Wege kannte und vor Aufbrüchen nicht zu-rück wich, ihr möchte ich all die persönlichen Aufbrüche und Neuanfänge, die Um- und Irrwege, die Gratwanderungen unseres Lebens anvertrauen. Bei jenen Menschen möchte ich Maria wissen, denen der Schuh drückt, die sich wund laufen, die in Sackgassen stecken oder vor die Wand rennen. Wo Menschen an äußeren oder inneren Abgründen stehen, wünsche ich ihnen den Bei-Stand dieser Glaubensgefährtin aus dem Evangelium.

Die Kirche Il Jesu steht mit offenen Türen an einer lauten Kreuzung im Stadtzentrum. Es berührt mich, dass die römischen Straßenreiniger und Taxifahrer, diese Männer und Frauen, die ihr Brot buchstäblich auf der Straße verdienen, eine Öllampe betreuen, die beim Bild „ihrer“ Madonna ständig brennt. Sie vertrauen ihre Arbeit dem Schutz der Gottesmutter und damit dem Schutz Gottes an.

Gottesmutter? - Klar, wir können auch gleich Gott ansprechen. Aber: Ich stelle mir vor, dass Maria unsere Anliegen wie eine Verstärkerin zu Gott oder zu seinem/ihrem Sohn Jesus Christus bringt.

Denn Christus hat jedem von uns seine Mutter an die Seite gestellt (lesen Sie rechts). „Siehe, deine Mutter!“ - Das gilt auch Ihnen und mir: Siehe, deine Schwester im Glauben, deine Gefährtin im Unterwegssein. Und was ist unser Leben mit Freuden und Leiden anderes, als ein AUF-DEM-WEG-SEIN? Da ist es gut, Glaubensgefährtinnen und -gefährten zu haben, damit das Leben nicht unter die Räuber fällt, sondern letztgültig unter das Kreuz.

Herzlich grüßt Sie
Ihre Marlies Fricke

10. September 2014

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