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Und hier das paradoxe Gebot Jesu, das auch schon seinen Tod und seine Auferstehung enthält. Denn die Nachahmung dieser Liebe Gottes, die Jesus in den alltäglichsten Erfahrungen sieht – in der Sonne, die für alle scheint, im Regen, der auf alle fällt – die Nachahmung dieser Feindesliebe Gottes, hat ihm tatsächlich den Tod gebracht. Denn er ist gerade zu denen am Rand und den offiziellen Sündern gegangen. Und diese Liebe hat die Bösen gut, und die „Guten“ böse gemacht.

© Foto: Helmut J. Salzer / pixelio.de

Mt 5,43 - 48

43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? 48 Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

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© Foto: Thomas Gertler


Liebe sie trotzdem

Die Leute sind unvernünftig, unlogisch und selbstbezogen,
liebe sie trotzdem.
Wenn du Gutes tust, werden sie dir egoistische Motive und Hintergedanken vorwerfen,
tue trotzdem Gutes.
Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde und echte Feinde,
sei trotzdem erfolgreich.
Das Gute, das du tust, wird morgen vergessen sein,
tue trotzdem Gutes.
Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar,
sei trotzdem ehrlich und offen.
Was du in jahrelanger Arbeit aufgebaut hast, kann über Nacht zerstört werden,
baue trotzdem.
Deine Hilfe wird wirklich gebraucht, aber die Leute greifen dich vielleicht an, wenn du ihnen hilfst,
hilf ihnen trotzdem.
Gib der Welt dein Bestes, und sie schlagen dir die Zähne aus,
gib der Welt trotzdem dein Bestes.

Dieser Text hat mich sofort berührt, als ich zum ersten Mal hörte. Das war im Radio. Mein Herz wurde warm. Ja, das ist echt. Ja, das ist genau die Einstellung, die Gesinnung, die wir in der Welt so nötig brauchen. Ja, das hilft. Das geht den richtigen Weg. Das Gute will getan sein, auch wenn es kein oder gar ein negatives Echo bekommt. Liebe zum Schwachen, ja, zum Menschen, der selbst nicht lieben kann, schenkt ihm die Chance, selbst die Liebe zu lernen, gerade, wenn ich keine Gegenliebe erwarte. Diese Aufforderungen sind weder Wellness noch Nettigkeit, sind nicht höfliche Freundlichkeit, sondern Tapferkeit und Mut und Selbstlosigkeit. Das fordert heraus. Das fordert mich heraus. Und Sie? Wie geht es Ihnen mit diesen „Geboten“?

Obwohl da gar nicht vom Glauben oder von Christus die Rede ist, bringen für mich diese Aufforderungen die Gesinnung Jesu und seinen Einsatz in den konkreten Alltag meines Lebens. Jesus hat dieses „Liebe sie trotzdem“ gelebt. Er hat die Liebe Gottes gelebt. Die Feindesliebe Gottes. Die ist nicht nett. Die ist nicht harmlos. Die ist harmvoll. Die setzt nicht nur etwas ein, sondern sich selbst. Bis zum Äußersten. Und das ist die einzige Liebe, die erlöst, die uns alle erlöst.

Diese Worte passen in die Woche, in der wir seinen Tod und seine Auferstehung feiern. Und so möchte ich Ihnen diesen Text mitgeben zum Betrachten und zum Anwenden. Und vielleicht gibt es bei Ihrer Arbeit, in Ihrem Familienleben, in Ihrer Kirchengemeinde, in Ihrem Freundeskreis auch so ein „Trotzdem“, so ein „Liebe sie trotzdem.“ Eine Situation, die Sie dazu herausfordert. Oder jemanden, der es lebt. Der lebt im Einsatz Gottes.

Übrigens hat dieser Text eine interessante Geschichte. Seinen Weg um die Welt hat er gemacht durch Mutter Teresa. Sie hatte ihn ohne Autor als Aushang in ihrem Shishu Bhavan Waisenhaus in Kalkutta an die Wand gepinnt. Und von dort kam er nach Jahren durch ein Buch über Mutter Teresa wieder zum Autor Kent Keith zurück. Kent M. Keith hatte diese „Paradoxial Commandments“ – bei ihm sind es zehn – im Jahr der Studentenunruhen 1968 aufgeschrieben in einem Büchlein für Studenten, die in Gruppen Verantwortung für andere übernehmen. Kent Keith war nicht wütend, sondern total erfreut, als er die Geschichte seines Textes mitbekam. Wenn Sie auf diese Zeile klicken, können Sie das alles (leider nur auf Englisch) lesen.

Und ein Letztes. Sie denken vielleicht, wenn ich diese Gebote lebe, dann bin ich ja wirklich nur noch Opfer, nur noch der oder die, über den, über die alle lachen. So blöd darf man doch nicht sein! Ja, diese Gedanken kommen einem, besonders dann, wenn einem passiert, was der Text ja sagt, dass einem egoistische Motive unterstellt werden, dass man als blöd angesehen wird, dass man massiv angegriffen und gemoppt wird. Dann wenn Sie diese Erfahrungen machen und solche Gedanken kommen, dann erinnern Sie sich, dass die Liebe, die Feindesliebe gesiegt hat. Dass Jesus auferstanden ist von den Toten!

Als Erinnerung daran, schenke ich Ihnen das Foto eines Kreuzes aus Äthiopien. Es ist immer ein Kreuz ohne Körper. Denn der Herr ist auferstanden. Dieses Kreuz trägt keinen Leichnam mehr. Es ist Baum des Lebens. Und dafür ist darauf auch das leere Grab mit abgebildet. Das ist das, was wie ein Stadion aussieht unten am Fuß des Kreuzes.

Es wünscht Ihnen die große Freude der siegreichen Liebe
Thomas Gertler SJ

16. April 2014

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