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Auch Paulus sieht die Bedrängnis ähnlich. Und das, obwohl er und seine Gemeinden nicht in so harmlosen Bedrängnissen wie einem vollen Zug steckte, sondern in lebensbedrohlichen Bedrängnissen. Die Bedrängnis lässt uns Gott näher kommen, aber sie ist auch immer Versuchung, den Glauben fallen zu lassen. Wir können einen Blick tun in die damaligen Verhältnisse und die Beziehungen zwischen Paulus und seinen Gemeinden im Brief, den Paulus aus Athen an die Christen in der griechischen Stadt Thessaloniki geschrieben hat.

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1. Thessalonicher 2,17 Für kurze Zeit, Brüder, sind wir verwaist, weil ihr uns fern seid, den Augen fern, nicht dem Herzen; deshalb haben wir uns in größter Sehnsucht umso eifriger bemüht, euch wieder zu sehen.

18 Ja, wir hatten uns fest vorgenommen, zu euch zu kommen, und das wollte ich, Paulus, schon einige Male; aber der Satan hat uns daran gehindert.

19 Denn wer ist unsere Hoffnung, unsere Freude, der Kranz unseres Ruhmes vor Jesus, unserem Herrn, wenn er kommen wird? Nicht etwa auch ihr?

20 Ja, ihr seid unsere Ehre und Freude.

 

3,1 Darum hielten wir es nicht länger aus; wir beschlossen, allein in Athen zurückzubleiben,

2 und schickten Timotheus, unseren Bruder und Gottes Mitarbeiter am Evangelium Christi, um euch zu stärken und in eurem Glauben aufzurichten,

3 damit keiner wankt in diesen Bedrängnissen. Ihr wisst selbst: Für sie sind wir bestimmt.

4 Denn als wir noch bei euch waren, haben wir euch vorausgesagt, dass wir in Bedrängnis geraten werden; und so ist es, wie ihr wisst, auch eingetroffen.

5 Darum ertrug ich es auch nicht länger; ich schickte Timotheus, um über euren Glauben Gewissheit zu erhalten und zu erfahren, ob nicht der Versucher euch in Versuchung geführt hat und unsere Mühe vergeblich war.

6 Inzwischen ist aber Timotheus von euch zu uns zurückgekommen und hat uns gute Nachricht von eurem Glauben und eurer Liebe gebracht; er hat uns auch berichtet, dass ihr uns stets in guter Erinnerung bewahrt und euch danach sehnt, uns zu sehen, wie auch wir euch sehen möchten.

7 Darum, Brüder, wurden wir beim Gedanken an euch in all unserer Not und Bedrängnis durch euren Glauben getröstet;

8 jetzt leben wir auf, weil ihr fest in der Gemeinschaft mit dem Herrn steht.

9 Wie können wir Gott euretwegen genug danken für all die Freude, die uns um euretwillen vor unserem Gott erfüllt?

10 Bei Tag und Nacht bitten wir inständig darum, euch wieder zu sehen und an eurem Glauben zu ergänzen, was ihm noch fehlt.

11 Gott, unser Vater, und Jesus, unser Herr, mögen unsere Schritte zu euch lenken.

12 Euch aber lasse der Herr wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen, wie auch wir euch lieben,

13 damit euer Herz gefestigt wird und ihr ohne Tadel seid, geheiligt vor Gott, unserem Vater, wenn Jesus, unser Herr, mit allen seinen Heiligen kommt.

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Leben in vollen Zügen

Verreisen über Himmelfahrt heißt volle Züge. Katholikentag Mannheim heißt volle Züge. Zwar habe ich reserviert, aber es ist so voll, dass ich gar nicht an meinen reservierten Platz komme. Ich bin noch einen ganzen übervollen Wagen entfernt und kann gar keinen Schritt vorwärts oder rückwärts machen. Die Leute sind genervt und wütend und schimpfen auf die Bahn, die ja weiß um das sogenannte erhöhte Fahrgastaufkommen. Hätten sie nicht noch zwei Wagen anhängen können?

Aber die hängen ja alle schon anderswo dran und wurden als Sonderzüge zum und vom Katholikentag eingesetzt. Es ist also miese Stimmung. Die Menschen kommen sich halt sehr nahe. Auf Riechweite. Das ist unangenehm. Und das ist immer auch aggressionsauslösend. Aber wenn man sich so nahe kommt, kommt man sich doch auch menschlich, nicht nur unmenschlich nahe, denn solche Bedrängnis weckt auch die Hilfsbereitschaft und man gibt der alten Dame, die nun endlich und mühsam einen Platz gefunden hat, weil ein junger Mann mit Irokesenschnitt ihr den seinen überlassen hat, durch das ganze Abteil mit Spaß und Hallo ihren Koffer durch. Und der junge Mann und die alte Dame kommen ins Gespräch. Und ich mit einer ganzen jungen Familie, weil der Vater die kleine Tochter auf den Schoß genommen hat und ich nun doch einen Platz habe. Und wir unterhalten uns über den vollen Zug und den Katholikentag und dann spielen wir sogar noch Karten miteinander.

In Stuttgart steigen viele, viele aus. Die Lage entspannt sich. Alle nehmen wieder Abstand, soweit wie möglich. Die junge Familie und ich wir trennen uns auch, weil nun die Tochter ihren Platz wieder bekommt. Und ich kann sogar noch meinen Laptop auspacken und alles gleich niederschreiben. Die Familie steigt erst in München aus. Ich schon in Augsburg. Wer weiß, ob wir uns wiedersehn.

Aber die Erfahrung bleibt. Und ich habe sie nicht nur hier gemacht. Die Bedrängnis bringt immer beides hervor. Den Egoismus und die Angst und die Aggression und die Hilflosigkeit. Genauso dieHilfsbereitschaft, die Freundlichkeit Freundschaftsfähigkeit und sogar Lachen und gute Laune. Die Bedrängnis treibt die Menschen gegeneinander. Aber sie führt und bindet auch aneinander und ermöglicht Begegnungen und Bekanntschaften, die sonst gar nicht passiert wären. Es lebe das Leben in vollen Zügen.

Wie oft habe ich schon von älteren Leuten gehört: ja in der schweren Zeit nach dem Krieg, da haben sich die Leute geholfen, auch wenn sie selbst nichts hatten. Da gab es eine viel bessere und tiefere Gemeinschaft. Freilich gab es damals auch das andere. Die Bauern, die teilten, was sie hatten und diejenigen, die für ein paar Kartoffeln den Teppich oder noch Wertvolleres einsackten.

Auch in mir selbst bringt die Bedrängnis immer beides hervor. Ich habe dann auch Wut oder bekomme Angst. Aber genauso stellen Mitleid und Hilfsbereitschaft und Ideen ein, wie man etwas tun kann. Mit einem Mal bin ich auch kontaktfreudig und ergreife Initiative. Was mir sonst schwer fällt. Wie ist das bei Ihnen? Und wie sind Ihre Erfahrungen?

So kann es sein, dass Gott uns in Bedrängnis bringt, um in uns das Gute zu wecken und zu fördern und es heraus zu bringen? Haben Sie schon mal daran gedacht? Denn in vielem ist der Mensch ja wie ein Zahnpastatube: ohne Druck kommt nichts raus. So ist das jedenfalls schon oft und oft bei mir gewesen. Und wenn am Mittwoch nicht der Impuls erscheinen müsste, dann hätte ich meinen Laptop nicht ausgepackt und mir stattdessen einen schönen Lenz gemacht. Aber so bin ich froh und genieße den Abend, wenn ich heimkomme, denn nun hat der volle Zug mir die Erfahrung und die Idee und auch noch die Möglichkeit gebracht, sie gleich niederzuschreiben. Danke für die Bedrängnis und dass sie nicht zu groß war!

23. Mai 2012

Viele Grüße
Thomas Gertler SJ

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