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Maria ist Knotenlöserin, weil sie so sehr mit Gott verbunden ist, weil sie Christus den Erlöser zur Welt gebracht hat. Sie löst die Knoten immer mit Ihm zusammen. Und das bringt auch ihr Lied, das Magnifikat zum Ausdruck. Gott löst die ungerechten Fesseln und stürzt die Mächtigen vom Thron. Er befreit. Von Krieg, von Panzern und Tod. Aber er denkt auch an seinen Bund. Er verbindet und verbündet sich mit uns. Und all das besingt Maria.

© Foto: Thomas Gertler

Lk 1, 46 - 55

1,46 Meine Seele preist die Größe des Herrn, /
47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. /
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan /
und sein Name ist heilig.
50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht /
über alle, die ihn fürchten.
51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: /
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
52 er stürzt die Mächtigen vom Thron /
und erhöht die Niedrigen.
53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben /
und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an /
und denkt an sein Erbarmen,
55 das er unsern Vätern verheißen hat, /
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

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© Foto: Thomas Gertler


Knotenlöserin

Am 9. Mai fand in Augsburg die Wallfahrt aller bayrischen Bistümer zu Maria der Knotenlöserin statt. Dieses Bild hängt in der Kirche St. Peter am Perlach und ist dadurch weltberühmt geworden, dass es Papst Franziskus, als er noch Jorge Mario Bergoglio hieß, besucht und eine Postkarte mit nach Argentinien genommen hat. Dort hat er es abmalen lassen und die Verehrung hat sich sehr verbreitet. Heute hängt eine Kopie des Bildes auch in dem Raum, wo Papst Franziskus seine Gäste empfängt und mit ihnen über die vielen Knoten in der Welt und in der Kirche spricht.

Als ich 2009 nach Augsburg kam, habe ich das Bild kennen gelernt, öfter in der Kirche den Gottesdienst gefeiert und auch schon einmal einen Impuls darüber geschrieben. Heute nun anlässlich der großen Feier schreibe ich noch einmal. Und zwar besuchte mich vor vierzehn Tagen ein junger Mann, mit dem ich schon öfter über seine Beziehungsfragen gesprochen hatte. Er habe nun eine Novene gemacht, also neun Tage lang täglich zur Knotenlöserin wegen dieser Liebesprobleme gebetet. Am neunten Tage habe es dann einen Riesenkrach gegeben mit seiner Freundin. Es habe so richtig geknallt. Und? Ja, nun sei alles klar. Also es hat geholfen. Gott sei Dank! Und ich musste lachen.

Erleichtert, aber auch weil es für mich etwas Komisches hatte. Denn das Bild von Maria der Knotenlöserin legt ja nahe, dass Marias zarte und milde Hand alle Knoten auch zart und mild und sanft löst. Stimmt‘s? Und so wünschen wir uns das ja auch. Sanft und mild und ohne große Wellen. Aber dem scheint doch nicht immer so zu sein. Es kann auch mal so richtig knallen mit Maria. Und vielleicht hat sie auch ihre Freude daran, wenn ein Knoten mal platzt und sich nicht so sanft löst. Übrigens gab es am Samstag beim Fest ein richtiges Gewitter und einen Platzregen. Die Schwüle war vorbei. Der Himmel wurde wieder schön weißblau. Man konnte wieder freier atmen.

Knoten können also auf sehr verschiedene Weise gelöst werden. Auf dem schönen Bild bleibt auch das Band erhalten. Es wird nicht beschädigt oder zerrissen. Darum ging es ja auch bei der Geschichte vom Ursprung des Bildes in Sankt Peter. Es ging damals um das Eheband in der Großfamilie des Stifters namens Hieronymus Ambrosius Langenmantel. Das hatte einige Knoten, die gelöst werden mussten, damit es wieder ein schönes glattes Band wird. Und das sieht man ja auf dem Bild. Aus Marias Händen gleitet es tadellos geglättet hervor. Und weil sich alles geglättet hat, darum hat er zum Dank das Bild gestiftet. Aber es gibt ja auch Knoten, die fesseln und die unfrei machen und die ganz und gar entfernt und gelöst werden müssen. Die müssen womöglich zerschnitten oder wie der berühmte gordische Knoten zerhauen werden. Und auch dazu scheint Maria fähig zu sein. Darum musste ich lachen.

Ich bin nämlich auch jemand, dem so ein Donnerwetter, dem eine heftige Auseinandersetzung sehr schwer fällt, ja fast unmöglich ist. Ich wünsche mir immer eher so sanfte zarte Hände, die alles mühelos lösen, ohne Wellen, ohne Schmerzen, ohne Konflikte. Aber so ist das Leben nicht. Ja, im Gegenteil kann gerade die dauernde Konfliktvermeidung zur Verewigung des Problems führen und zu viel mehr Schmerzen, als es die scharfe Auseinandersetzung tut. Habe ich alles schon am eigenen Leibe erlebt.

Noch ein letzter Gedanke. Bei dem Fest gab es verschiedene Angebote und Workshops zum Thema. Dabei wurde auch betrachtet und meditiert, dass es nicht nur um Lösung von Knoten, sondern auch um das festere Knüpfen von Knoten geht. Und das war ja auch bei dem damaligen Eheband der Fall. Da sollte auch nicht gelöst, sondern besser geknüpft werden, besser verbunden werden. Und dabei hat Maria ja dann auch geholfen.

Am gleichen Samstag, dem 9. Mai 2015, waren zwei Frauen dabei, einen wirklichen Panzer auf dem Gelände des Augsburger Textilmuseums zu bestricken und zu behäkeln oder mit einem Strickkleid zu versehen. Stricken ist nichts anderes als Knoten machen. Der Panzer wird umstrickt und so soll er Symbol des Friedens werden. Passt gut zusammen und ist schon wieder einen eigenen Impuls wert. Vielleicht sollte Frau Merkel mal ihr Strickzeug zum Besuch bei Herrn Putin mitbringen…

Es wünscht Ihnen gute Tage
Thomas Gertler SJ

13. Mai 2015

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