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Besonders der Evangelist Lukas berichtet uns vom Beten Jesu: Nach der Taufe im Jordan, vierzig Tage in der Wüste, bevor er die Jünger auswählt, nachts, bzw. die ganze Nacht hindurch, bei der Brotvermehrung, am Berg der Verklärung, am Ölberg. Und das tut Jesus in unterschiedlichen Körperhaltungen. Und Jesus lehrt uns beten, vor allem das Vaterunser und das Vertrauen bei unserem Gebet.

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Lk 11,1-8  –  Das Gebet des Herrn

Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.

Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung.

Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?

Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

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In aller Frühe

In meiner Jugend gab es damals in der Zeit als Ministrant das Angebot zur Teilnahme an einer so genannten Frühschicht, dem Morgenlob. Für uns Heranwachsende war dieses Angebot, das meist unter der Woche stattfand und mit einem anschließenden gemeinsamen Frühstück kombiniert war, etwas ganz Besonderes.

Früh morgens trafen wir uns in der Ministrantengruppe in der noch dunklen und zumeist nur mit Kerzen erleuchteten Pfarrkirche. Neben den gesungenen Liedern und den gesprochenen Psalmen gab es oft einen kurzen Morgenimpuls durch den Pfarrer oder den Pastoralreferenten.

Der Kirchenraum hatte im Schein der Kerzen und bei Anbruch des Tages eine ganz eigene Atmosphäre. Oft saßen wir in einem kleinen Stuhlkreis im Bereich des Altarraumes, also dort, wo wir als Messdiener sonst zur Liturgie auch saßen, standen oder knieten. Neben dem gemeinsamen Singen und dem Formulieren von Fürbitten, war auch immer eine Zeit für Stille und Gebet.

Die christliche Tradition kennt seit jeher eine Vielzahl von Gebetshaltungen, - Gebetshaltungen, die es ermöglichen ohne viel Mühe vom Kopf zum Herz, beziehungsweise vom kognitiven zum emotionalen Empfinden zu gelangen. Das Wort beten ist verwandt mit dem Verb bitten. Beim Beten habe ich die Möglichkeit, Gott alles hinzuhalten, was mich beschäftigt. Die entsprechend eingenommene Gebetshaltung kann den Betenden hierbei hilfreich unterstützen.

Es macht einen Unterschied, ob ich während des Betens stehe, sitze oder knie. Und es hat jeweils eine andere Qualität, ob ich hierbei die Hände falte, verschränke, ineinander lege, sie zu einer Schale forme oder sie ganz öffne; gleiches gilt auch für die Arme, ob ich diese hängen lasse, sie vor dem Körper verschränke, sie vor der Brust kreuze, oder sie in Orante- Haltung leicht angewinkelt nach oben halte. Und auch die Haltung der Handflächen ist hier nicht bedeutungslos. Aber auch die Haltung des Kopfes hat an der Gebetshaltung einen Anteil. Auch hier macht es einen Unterschied, ob ich den Kopf aufrecht halte oder ihn leicht auf die Brust absenke, und auch, ob ich den Oberkörper beispielsweise während des Stehens aufrecht halte oder ihn leicht nach vorne neige oder ihn gar annähernd rechtwinklig nach vorne beuge, so wie dies zum Beispiel zeitweise beim monastischen Stundengebet üblich ist.

Die Haltung von Kopf, Oberkörper, Armen und Händen lässt sich in vielfältiger Form variieren und dies sowohl stehend, sitzend, als auch kniend. Somit sind unzählige individuelle Gebetsgebärden, beziehungsweise Gebetshaltungen möglich. Versuchen Sie einmal eine dieser erwähnten Haltungen und spüren Sie dem nach, was sich da innerlich bei Ihnen einstellt.

In der Heiligen Schrift findet sich der Vers: In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten (Mk 1,35). So wünsche ich Ihnen ein wenig Zeit, und diese nicht nur in aller Frühe; Zeit, in der kein Telefonat zu erwarten ist und in der augenblicklich niemand etwas von Ihnen möchte; Zeit, die es Ihnen ermöglicht, das Beten vielleicht wieder ganz neu für sich zu entdecken.

Es grüßt Sie herzlich
Johannes Andreas van Kaick

07.11.2012

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