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Manchmal möchten wir den Anfängen wehren, so wie der zaudernde Mose, als Jahwe ihn zum Pharao schicken will. Mose soll die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft herausführen. Erst mit einigen Hilfsmitteln und seinem Bruder Aaron an der Seite stellt Mose sich der Aufgabe und beginnt seinen Weg.

Ernst Barlach, Mose, 1919
© Foto: Rufus46 - CC BY-SA 3.0

Ex 4, 14 - 19

Da entbrannte der Zorn des Herrn über Mose und er sprach: Hast du nicht noch einen Bruder, den Leviten Aaron? Ich weiß, er kann reden; außerdem bricht er gerade auf und wird dir begegnen. Wenn er dich sieht, wird er sich von Herzen freuen. Sprich mit ihm und leg ihm die Worte in den Mund! Ich aber werde mit deinem und seinem Mund sein, ich werde euch anweisen, was ihr tun sollt, und er wird für dich zum Volk reden. Er wird für dich der Mund sein und du wirst für ihn Gott sein. Diesen Stab nimm in deine Hand! Mit ihm wirst du die Zeichen vollbringen.Darauf kehrte Mose zu seinem Schwiegervater Jitro zurück. Er sagte zu ihm: Ich will zu meinen Brüdern nach Ägypten zurückkehren. Ich will sehen, ob sie noch am Leben sind. Jitro antwortete Mose: Geh in Frieden! Der Herr sprach zu Mose in Midian: Mach dich auf und kehr nach Ägypten zurück; denn alle, die dir nach dem Leben getrachtet haben, sind tot. Da holte Mose seine Frau und seine Söhne, setzte sie auf einen Esel und trat den Rückweg nach Ägypten an. Den Gottesstab hielt er in der Hand.

Seitwert


© Foto: Marlies Fricke

Aller Anfang

Was wäre der „Tatort“ ohne seine Titelmusik!

Sie versammelt seit 1970 sonntagabends pünktlich um 20.15 Uhr zig Millionen Deutsche wie eine große Gemeinde vor dem Fernseher. Ein spannender Abend fängt an.

Nicht jedem Anfang wohnt solch ein Zauber inne wie dem des Tatorts. Das weiß jeder, der einen Berg Bügelwäsche oder die liegengebliebene Steuererklärung vor sich hat.

„Goed begonnen is half gewonnen“, sagt ein niederländisches Sprichwort. Wie fangen wir die kleinen und größeren Dinge in unserem Alltag gut an, die liebsamen oder unliebsamen, einmalige oder wiederkehrende Dinge? Es ist ein Unterschied, ob ich ein Vorhaben fröhlich und großmütig oder verbissen und ernst beginne. Jeder hat das schon erlebt, wie die Anfangsstimmung einen Einfluss auf das Ganze hat, so wie ein Notenschlüssel die Tonlage für ein ganzes Musikstück aufschließt.

Gibt es auch einen Schlüssel, um in guter Weise eine Arbeit, ein Vorhaben zu beginnen? Das Apfelpflücken im Garten zum Beispiel, das Schreiben eines Protokolls oder mal wieder eine Wohnungssuche? Ein neues Schul- oder Studienjahr? – Gut begonnen ist halb gewonnen. Dazu hier zwei Beispiele, wie gutes Beginnen gehen kann:

„Die letzten achtzig Jahre habe ich jeden Morgen auf dieselbe Weise begonnen, nicht etwa mechanisch, aus bloßer Routine, sondern weil es wesentlich ist für meinen Alltag: Ich gehe ans Klavier und spiele zwei Präludien und zwei Fugen von Bach. Anders kann ich es mir gar nicht vorstellen. Es ist so etwas wie ein Haussegen (…) Durchdrungen von dem Bewusstsein, hier dem Wunder des Lebens selbst zu begegnen, erlebe ich staunend das schier unglaubliche: ein Mensch zu sein. Diese Musik ist niemals dieselbe für mich, niemals! Jeden Tag ist sie wieder neu, phantastisch, unerhört …“ So der hochbetagte Cellist Pablo Casals.

In Paderborn, wo ich lebe, läuten jeden Samstag um 16.45 die Glocken sämtlicher Kirchen, um den Sonntag einzuläuten: Der ‚Tag des Herrn‘ beginnt und mit ihm im christlichen Sinn eine neue Woche. Ich öffne dann gerne ein Fenster, weil dieser Klangteppich etwas Feierliches hat und mich verbindet mit allen anderen, die unter diesem Geläut leben und glauben.

Gut begonnen … - Die Beispiele zeigen, dass für einen guten Anfang zunächst Rituale und Regelmäßigkeit hilfreich sein können. Das Eigentliche ist aber das, was das Innere des Menschen berührt wie z.B. das Staunen über das Wunder des Lebens wie bei Casals oder am Sonnabend die bewusste Unterbrechung des Alltags für Ruhe und Feier.

Gut zu beginnen heißt: bewusst zu beginnen, heißt sich seiner Motivation und Absicht klarer zu werden und soweit wie möglich auch ein Ziel vor Augen zu haben. Warum möchte ich dieses erreichen oder mir jenes anschaffen? Warum freue ich mich auf eine bestimmte Verabredung und auf eine andere weniger? Was bewegt mich, auf diese Reise zu gehen oder das nächste Pfarrfest mit vorzubereiten? - Im bewussten Anfang kann sich die Tonlage des Herzens bereits erschließen: Ist freudige Erwartung in mir? Oder auch Widerstand? Gibt es eine „Titelmusik“ für mein Vorhaben?

„Gott, unseren Herrn, um Gnade bitten, damit alle meine Absichten, Handlungen und Betätigungen rein auf seinen Dienst und Lobpreis hingeordnet seien.“ -
Was Ignatius von Loyola hier für den Anfang jeder Gebetszeit empfiehlt, lässt sich übertragen auf jedwedes Planen und Tun. Zuerst um Gnade bitten. Das entlastet, weil nicht eigener Anspruch sondern Gottes Wohlwollen im Vordergrund steht; wer um Gnade bittet, rechnet mit Gott. Dann sich auf Gott hinordnen wie eine Kompassnadel, um sich im Vielerlei der Gedanken und Wünsche nicht zu verlaufen.
Wäre die Empfehlung des Ignatius nicht eine schöne „Titelmusik“ im Alltag immer dann, wenn wir mit einem Werk anfangen? Ähnlich sagt es ein altes Sprichwort: „Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Lebenslauf.“

Doch nicht nur wir können zusammen mit GOTT anfangen. – Schauen Sie doch einmal in Ihre Lebensgeschichte: Was hat GOTT schon alles mit Ihnen angefangen?!

Herzlich grüßt Sie
Marlies Fricke (GCL)

7. September 2016

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