Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheIm Sturm und im Hauch
DeutschEnglishFrancais

NEU - der Wochenimpuls als Newsletter. Jeden Mittwoch. Pünktlich. Kostenlos. In Ihr Email-Postfach. Gleich HIER abonnieren!

Schauen wir auf diese beiden Texte: die Lesung am Pfingstfest, die uns den Geist als heftigen Sturm schildert, der alle aufschreckt. Und auf das Evangelium der Pfingsttages, in dem Jesus die Seinen an haucht und sie darin zu neuen Menschen macht, die voller Freude sind. Die ihre Angst und Verschlossenheit verlieren. Die zur Vergebung und zur Gemeinschaft fähig werden. Mit allem dem will uns der allgewaltige und zarte Hauch Jesu auch heute beschenken.

(c) DBT Photography - Fotolia.com

Apg 2,1 Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.

2 Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

5 In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6 Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

7 Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?

8 Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:

9 Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,

10 von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,

11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

12 Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Sie sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten?

Joh 20,19 Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

20 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

21 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Seitwert Free counter and web stats


Im Sturm und im Hauch

Luft zum Atmen. So wichtig und so selbstverständlich. Wir merken es kaum, dass wir immerzu Luft holen. In der Meditation werde ich ihrer gewahr, achte ich auf den Atem. Sonst kaum. Aber wie furchtbar, wenn einem der Atem versagt oder wenn es richtig schlechte Luft gibt, schlechte Atmosphäre herrscht, im realen und im übertragenen Sinn. Diese kaum bemerkte Luft, die wir nicht sehen, durch die hindurch wir sehen, die ständig ein und aus geht, sie ist unser Lebensgarant. Ohne Atem kein Leben. Sie ist darum von Anfang an Bild für Gottes Geist. Um ihn bitten wir in diesen Tagen und ihn empfangen wir an Pfingsten.

Der Geist Gottes schwebt am Anfang über den Wassern der Urflut (Gen 1,1). Gott bläst ihn in die Nase des Menschen und „so wurde der Mensch ein lebendiges Wesen“ (Gen 2,7). Genauso so tut es Jesus mit seinen Jüngern und macht sie zu neuen Menschen (Joh 20.22).

Dieser Heilige Geist Gottes offenbart sich – ganz gegensätzlich – im „Sturm“ und im „Hauch“. So heißt es in der Erzählung von Pfingsten: „Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt…“ (Apg 2,2) Und vom österlichen Christus im Kreis seiner Jünger wird gesagt: „Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Empfanget den Heiligen Geist.“ (Joh 20,22).

Sturm schreckt: Er fällt Wälder und zerstört Häuser. Liegt darin aber nicht auch eine Einladung: Schau, ob Gott nicht auch im Sturm zu uns spricht? Vielleicht als letzte Warnung, als Hinweis auf „himmelschreiendes Unrecht“? Krankt unsere Gesellschaft nicht daran, dass wir Aufschreie von Natur und Menschen nicht mehr wahrnehmen?!

Und umgekehrt: Gottes Geist spricht zu mir im Hauch, im Leisen. Was übertönen wir alles? Walzen über eine leise Bitte; geben dem Zuhören und der Stille keinen Raum.

Ein Blick auf Maria kann zeigen, dass beides zusammen gehen kann: Mächtige Kraft und zarteste Berührung. Auf ihre Frage, wie denn die göttliche Liebe in ihr Mensch werden solle, lautet die Antwort des Engels: „Heiliger Geist wird über Dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten wird Dich überschatten.“ Was ist Machtvolleres vorstellbar als „die Kraft des Allerhöchsten“? Und welche Berührung ist zarter als die des Schattens?!

Könnte „pfingstlich leben“ nicht bedeuten, dass wir öfters hören auf das, was ganz laut in uns ist, sich als erstes und immer wieder meldet? Liegt darin eine Geist-Botschaft für uns? Und könnten wir nicht achtsamer auf das lauschen, was in uns leise, zurückhaltend, scheu, aber möglicherweise ganz kostbar ist. - Gottes Geist im Hauch und im Sturm und in allen Windstärken dazwischen.

Von Herzen frohe Pfingsten!

Willi Lambert SJ/Thomas Gertler SJ

Werden Sie Fan von update-seele bei facebook - Diskutieren Sie und tauschen Sie sich aus!