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„Gott liebt diese Welt“, so singen wir gerne in einem Lied. Er liebt die Welt global und bis in den letzten Winkel, er liebt sie en gros und en détail. Sein Heilswirken für die Menschen begann konkret in einer kleinen Stube in Nazareth. Lesen Sie aus dem Evangelium nach Lukas:

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Lk 1,26-3826 Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret

27 zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

28 Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

29 Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

30 Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

31 Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

32 Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

33 Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

34 Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

35 Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

36 Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.

37 Denn für Gott ist nichts unmöglich.

38 Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

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Im Großen wie im Kleinen

In einer Zeitschrift stieß ich gegen Sommerende auf ein atemberaubendes Strandposter: Auf einem DIN-A3-Blatt zeigten sich ausgestreute Sandkörner, hundertfach vergrößert, fotografiert von Gary Greenberg auf den spanischen Jungferninseln. Unglaublich, welche kunstvollen Gebilde, was für Farben und Formen und welcher Glanz dort zu sehen waren! Und jedes Sandkorn anders! Ich musste mehrmals hinsehen, um meinen Augen zu trauen, dass es sich wirklich nur um Sand handelte und nicht um eine Edelsteinsammlung oder um köstliche Süßigkeiten, die gerade aus einer Bonbontüte gepurzelt waren. Als Beweis können Sie hier einmal klicken.

„Zum Rausnehmen und Erinnern“, stand oben am Rand des Posters, so dass es nun in meinem Flur hängt und ich mich daran nicht satt sehen kann. Und woran erinnern mich diese Mikrogebilde? Gewiss an meine Ferientage auf Norderney. Aber in diesen Tagen z.B. auch an Schneeflocken, von denen ebenfalls keine einer anderen gleicht - lauter Unikate, die sich je nach den atmosphärischen Bedingungen immer anders bilden. Was für ein Wunderwerk der Schöpfung!

Oder die Fingerabdrücke der Menschen, von denen keiner einem andern gleicht. Milliardenfach einzigartig allein die Abdrücke der gegenwärtig Lebenden! Und wenn ich dann denke, dass unser Planet, die Erde, selbst wiederum nur wie ein Sandkorn im Universum ist, verschlägt es mir fast den Atem … Dann stoße ich automatisch auf einen meiner Lieblingspsalmen, wo es heißt: „Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ (Psalm 8,5)

Es gibt eine spannende Imaginationsübung, die Ignatius von Loyola (+ 1556) weit vor der Erfindung von Google Earth aufgeschrieben und vielen Christen als „geistliche Übung“ empfohlen hat. Der Betrachter soll sich vorstellen, wie die drei Göttlichen Personen, nämlich Gottvater, der Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist, das gesamte Rund der Erde überschauen.

Und Gott sieht die Menschen „in so großer Verschiedenheit der Tracht wie des Benehmens, die einen weiß, die andern schwarz, die einen im Frieden und die andern im Krieg, die einen weinend und die andern lachend, die einen gesund und die andern krank, die einen geborenwerdend und die andern sterbend“. Und Gott überblickt, „wie sie schwören und lästern …, wie sie einander schlagen und töten …“ und wie „alle Völker in so großer Blindheit dahinleben und sterben und zur Hölle fahren“. Sodann beschließt die Dreifaltigkeit. „Lasst uns die Erlösung des Menschengeschlechts wirken.“ Und in seiner Ewigkeit beschließt Gott, dass die „zweite Person“, der Sohn nämlich, „sich zum Menschen mache...“ (Exerzitienbuch 102ff).

Die nächste Szene zeigt das kleine Dorf Nazareth in Israel, das Haus und das Zimmer der Maria, wo gerade der Engel eintritt und der jungen Frau ihr Schwangersein mit Jesus, dem Erlöser der Welt, ankündigt. Die Fortsetzung kennen wir; in zwei Wochen feiern wir Weihnachten, die Geburt des Gottessohnes Jesus Christus in Betlehem.

Diese Übung, sozusagen mit der liebenden Aufmerksamkeit Gottes auf die Welt zu schauen, bietet sich vielleicht einmal in der noch verbleibenden Adventszeit an. Ich kann mich in einer stillen halben Stunde einmal fragen: Wo will Gott – durch mich oder für mich – „Erlösung wirken“? In ganz kleiner Münze vielleicht, indem ich zum Beispiel auf einen Menschen oder auf eine Aufgabe neu zugehe? Durch Gelassenheit im allgemeinen Mode- und Konsumwahn? Durch das innere Hören auf meine eigene wirkliche und tiefe Bedürftigkeit? Durch ein klärendes oder versöhnendes Gespräch? (Zum Beispiel hat Pater Gertler vor drei Wochen in seinem Impuls „Zu zweit“ auf Geistliche Begleitung hingewiesen.)

Gott wurde in Jesus Christus ausgetragen und geboren auf unserem Planeten. Der Schöpfer des Universums macht sich gegenwärtig und nahbar für uns. Wenn schon seine Schöpferkraft in einem Sandkorn oder in einer Schneeflocke von solcher Schönheit und Einzigartigkeit sichtbar ist, um wie viel mehr dann erst im Menschen, auch in mir, die Gottes Abbild trägt! Im Menschen, der sich aktiv und frei für Gott entscheiden kann.

"Du starker Gott, der diese Welt
im Innersten zusammenhält,
du Angelpunkt, der unbewegt
den Wandel aller Zeiten trägt."

(Aus dem Stundenbuch der Kirche)


Diesen „starken Gott“ dürfen wir wieder konkret erwarten und anbeten – als Kind im Stall. Aber nicht nur dort, sondern immer und überall, wo wir ihm die Türen öffnen.

Mit herzlichen Adventgrüßen aus Paderborn
Marlies Fricke

12. Dezember 2012

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