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Der Osterpsalm 114, der die Befreiung Israels aus der ägyptischen Sklaverei feiert, hat für mich auch etwas Fröhlich-Humorvolles, wenn man sich die Bilder des Psalms von den Bergen, die hüpfen wie Widder, und den Hügeln, die hüpfen wie Lämmer vor Augen stellt. Gottes Macht ist größer und stärker und mächtiger als alle anderen, die sich für stark und mächtig halten.

© Foto: via Wikimedia Commons

Psalm 114, 1-8

1 Als Israel aus Ägypten auszog, /
Jakobs Haus aus dem Volk mit fremder Sprache,
2 da wurde Juda Gottes Heiligtum, /
Israel das Gebiet seiner Herrschaft.
3 Das Meer sah es und floh, /
der Jordan wich zurück.
4 Die Berge hüpften wie Widder, /
die Hügel wie junge Lämmer.
5 Was ist mit dir, Meer, dass du fliehst, /
und mit dir, Jordan, dass du zurückweichst?
6 Ihr Berge, was hüpft ihr wie Widder, /
und ihr Hügel, wie junge Lämmer?
7 Vor dem Herrn erbebe, du Erde, /
vor dem Antlitz des Gottes Jakobs,
8 der den Fels zur Wasserflut wandelt /
und Kieselgestein zu quellendem Wasser.

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© Foto: Thomas Gertler


Ihr werdet lachen!

Ostern ist das Lachen über das Gerippe. Der Tod existiert noch, aber er hat seine Macht verloren. Christen können im Glauben an die Auferstehung von den Toten über den Tod lachen. So wie Jesus in seinen Seligpreisungen vorausgesagt hat: „Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen!“ (Lk 6,22) Und ein bisschen von diesem Humor habe ich Ihnen mitgebracht. Das sind die sogenannten Marterln. Diese humorvoll derben Grabinschriften stehen vor allem in Tirol. Aber es gibt ähnliche Traditionen auch anderswo.

Humorvoll ist die oben schon abgebildete Inschrift:

„Den Pfarrer Sedulim
Beschließet dies Grab
Gott gab den Schlummer ihm,
den er den Hörern gab.“

Der Tod hat keinen Schrecken mehr. Selbst die Respektspersonen, bei deren langen Predigten man den gesunden Kirchenschlaf genoss, können nun mit Humor angesehen werden. Man kann den Tod leicht nehmen, wenn man Hoffnung über ihn hinaus hat. Man kann über ihn scherzen und Witze machen. Darum lautet auch der Wahlspruch der christlichen Bestattungsunternehmer (in der Übersetzung Luthers): „Christus, der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn!“ (Phil 1,21)

Die Marterlsprüche sind auch oft derb (die richtig derben lasse ich hier weg). Sie sagen die Wahrheit offen heraus:

„Hier liegt Martin Krug,
der Kinder, Weib und Orgel schlug.“

Martin Krug war also wohl nicht nur wie Klingebiel bei Wilhelm Busch:

„Da ist Klingebiel; was ist er?
Sonntags Kanter, alltags Küster.“

Also „sonntags Kantor, alltags Küster“ (bitte richtig betonen, und nicht „sonntags konnt er alltags küsst er!“), sondern in diesem Fall wie so oft in damaligen Zeiten, sonntags Organist und alltags Schullehrer, wo er die Kinder schlug und sonntags Organist, wo er die Orgel schlug.

Ja, und fromm waren und sind die Marterln natürlich auch noch. Wie sagt eines?:

„Glück und Unglück,
beides trag in Ruh!
Alles geht vorüber
und auch du!“

Nicht nur, lieber Leser, dass Du am Grabe vorübergehst (hoffentlich mit einem Gebet!), wird hier mit Trauer und Realismus vermerkt, auch nicht nur dass auch mein Glück und mein Unglück einmal vorübergegangen sein werden, sondern dass es auch einmal ganz vorübergegangen sein wird mit mir, das soll ich wohl bedenken. Denn es kann mir gehen, wie es hier aufgeschrieben wurde:

„Allzu früh den Seinigen mähte der Herr den Lebensstengel dieses Mannes ab.“ Oder schlimmer, aber doch tröstlich:

Hier ruht das junge Öchselein,
Des Schreiners Ochsen Söhnelein,
Der liebe Gott hat nicht gewollt,
Daß es ein Ochse werden sollt.

Leider muss ich als Theologe aber sagen, dass der Glaube an die Auferstehung nicht so ganz korrekt ist, aber das ist nun auch das einzige, was ich auszusetzen habe:

"Hier liegt mein Weib. Gott sei's gedankt,
oft hat sie mit mir gezankt.
Oh lieber Wanderer - geh gleich fort von hier,
sonst steht sie auf und zankt mit Dir."

Ich wünsche Ihnen ein herzliches Osterlachen. Und wem‘s noch nicht gereicht hat, der findet hier noch mehr.

Thomas Gertler SJ

8. April 2015

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