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Vorbild für den Liedtext, dass wir durch das Schauen auf Sein Antlitz verwandelt werden, ist der 2. Korintherbrief des hl. Paulus. Das Evangelium von Jesus dem Gekreuzigten und in Herrlichkeit Auferstandenen, das Paulus den Korinthern gebracht hat, hat sie verwandelt. Diese Wandlung macht sie zu einem Brief des Paulus an die ganze Welt, der strahlt und leuchtet, wie einst das Gesicht des Mose strahlte, weil er Gott geschaut hatte. So strahlend wie das leuchtende Angesicht des Auferstandenen wird auch unser Antlitz, wenn das Licht der Auferstehung in uns aufgeht.

Alexej von Jawlensky - Mystischer Kopf Sphinx 1917 (wikimedia commons)

2 Kor 3,1 Fangen wir schon wieder an, uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir - wie gewisse Leute - Empfehlungsschreiben an euch oder von euch?

2 Unser Empfehlungsschreiben seid ihr; es ist eingeschrieben in unser Herz und alle Menschen können es lesen und verstehen.

3 Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch.

4 Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott.

5 Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott.

6 Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.

7 Wenn aber schon der Dienst, der zum Tod führt und dessen Buchstaben in Stein gemeißelt waren, so herrlich war, dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten, weil es eine Herrlichkeit ausstrahlte, die doch vergänglich war,

8 wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel herrlicher sein?

17 Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.

18 Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.

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Ich schau dir in die Augen…

Wie oft haben Sie schon „Casablanca“ gesehen? Den berühmten Film mit Ingrid Bergman als Ilsa und Humphrey Bogart als Rick. Mit dem Lied: „As time goes by“. Und mit den Worten von Humphrey Bogart: „Ich schau dir in die Augen; Kleines“ (“Here's looking at you, kid.”). In die Augen schauen. So richtig tief und richtig intensiv. Wie es Verliebte tun. Wie Rick in Ilsas Augen und wie Ilsa in Ricks Augen. Und es geht einem durch und durch. Schon beim Anschauen des Films.

Aber ich meine ein anderes Anschauen. Auch eines voller Liebe. Auch eines, das durch und durch geht. Aber eines, das ohne dieses verliebte Begehren ist. Ohne dieses Haben wollen und ohne das Besitzen wollen. Ohne das Erforschen und alles Wissen wollen. Ohne dieses prüfende: „Liebst Du mich wirklich? Oder tust Du nur als ob?“

In den Ferien habe ich wieder einmal gemalt. Unter anderem eines der Heilandsgesichter von Alexej Jawlensky (1865-1941). Er hat sehr viele und immer wieder solche Gesichter gemalt. Und sie faszinieren mich. Darum habe ich sie auch schon öfter einmal kopiert.

© Thomas Gertler


Was fasziniert mich? Es sind für mich moderne Jesus-Ikonen. Aber schauen Sie es sich nun erst einmal an. Oder besser lassen Sie sich von ihm anschauen! Welche Empfindungen und Gefühle stellen sich bei Ihnen ein?

Mit einer Ikone hat dieses Heilandsgesicht gemein, dass es uns frontal anschaut. Mit einer Ikone hat es gemeinsam, dass der Blick mich nicht fixiert. Er schaut mich an – ja. Er schaut mich an – ja, auch streng. Aber er schaut tiefer als nur auf mich. Der Blick schaut durch mich hindurch. Nicht im Sinne von: „Jetzt hab ich dich durchschaut…“ So eben nicht. Auch nicht im Sinne von Gleichgültigkeit. Er schaut durch mich, wie ich jetzt im Augenblick da bin, hindurch. Und er schaut durch mich hindurch auf die Ewigkeit hin. Auf den, der ich einmal sein werde. Er schaut auf mich, wie es früher gesagt wurde „sub specie aeternitatis“, im Hinblick auf die Ewigkeit. So sollen auch wir schauen lernen.

Anders als eine Ikone ist bei Jawlensky diese Modernität. Die starken Farben. Und diese Jugendlichkeit Jesu. Das finde ich so eindrucksvoll und faszinierend. Und das ist es, was ich gern möchte: Jesus heute erleben. Jesus in der Gegenwart sehen. Und von ihm heute in unserer Gegenwart gesehen werden.

Und ein letztes. Es gibt einen schönen modernen Liedruf. Er lautet: „Im Schauen auf dein Antlitz, im Schauen auf dein Antlitz, da werden wir verwandelt, da werden wir verwandelt in Dein Bild.“ So ist es und so hoffe ich es, dass ich im Schauen auf sein Antlitz verwandelt werde. Dass ich Sein Schauen lerne, das tiefer sieht, das voller Liebe ist, das frei lässt, das auf das schaut, was an Gutem, an Möglichkeiten, an Freude und Liebe, an Glück und Dankbarkeit im anderen da ist und es durch den Blick befreit. So wie es mir geschenkt wurde und wird.

Alles was wir dem Blick Jesu aussetzen, was von Ihm beschienen wird, das kann heil werden. Mag es noch so finster sein.

Lassen Sie sich von Ihm in die Augen schauen!

Viele Grüße
Thomas Gertler SJ

05. September 2012

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