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Hinauszufahren auf die hohe See, befielt Jesus dem Petrus. In der lateinischen Fassung der Schriftstelle heißt das „Duc in altum!“ Fahr hinaus! Wörtlich „ins Hohe“, also auf die hohe See. Das ist sprichwörtlich geworden und wurde eine Losung für die katholische Jugendbewegung.
Und als er dem Wort Jesu folgt, geschieht dem Petrus wirklich und wahrhaftig, dass er völlig durcheinander kommt mit seinem bisherigen Leben. Jesus führt ihn tatsächlich ins Weite und Hohe, wie er es sich nie hat träumen lassen. Und das tut er auch heute und mit uns. Fahr nur hinaus ins Hohe und Weite.

© Foto: Alchemist-hp - CC BY-NC-ND 3.0

Lk 5,1 - 11

5,1 Als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. 2 Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. 4 Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! 5 Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. 6 Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. 7 Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, sodass sie fast untergingen. 8 Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. 9 Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; 10 ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

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© Foto: G. Nissen


Hohe See

So ein Schiff in der Flasche ist ein Kunstwerk. Wie kommt es da wohl hinein? Das ist bewundernswert. Es kostet sehr viel Geduld. Darum nennt man so etwas auch Geduldsflasche. Und in solchen Flaschen gibt es nicht nur Schiffe, sondern auch andere Gegenstände und Darstellungen, wie man hier sehen kann.

Aber so ein Buddelschiff ist zugleich das Gegenteil eines wirklichen Schiffes, denn es ist eingesperrt in die Flasche. Es ist nichts mehr mit hoher See. Sicher hat es ein alter Seebär in seinem Seemannsheim hergestellt mit einem Herzen voller Sehnsucht nach Meer. Für mich ist das eingesperrte Schiff auch Symbol für ein Leben, das einst mit hohen Idealen begann und dann durch ernüchternden Alltagserfahrungen alles kleiner geschraubt hat. Es ist noch ein Segelschiff, aber es segelt nicht mehr. Es liegt fest im Hafen der der Bottel. Keine hohe See mehr.

Folgendes Gebet wird einem der berühmtesten englischen Seeleute und Seeräuber zugeschrieben: Sir Francis Drake (um 1540-1596). Ich habe nicht geahnt, dass er auch ein frommer Mann gewesen ist. Aber das war er wohl, wenn auch ein heftiger Katholikenhasser, besonders der Spanier und vor allem hasste er König Philipp II. von Spanien und ganz besonders dessen Statthalter, den Vizekönig Martín Enríquez de Almansa und hat gegen sie Krieg geführt und zugleich regelmäßig mit seiner Mannschaft auf dem Schiff gebetet.

Und wenn wir das Gefühl haben, dass unser Lebensschiff nicht allein im Hafen, sondern gar in einer Bottel vor Anker gegangen ist, dann können wir dieses Gebet beten:

Disturb us, Lord, when We are too well pleased with ourselves,
When our dreams have come true
Because we have dreamed too little,
When we arrived safely
Because we sailed too close to the shore.

Disturb us, Lord, when
With the abundance of things we possess
We have lost our thirst
For the waters of life;
Having fallen in love with life,
We have ceased to dream of eternity
And in our efforts to build a new earth,
We have allowed our vision
Of the new Heaven to dim.

Disturb us, Lord, to dare more boldly,
To venture on wider seas
Where storms will show your mastery;
Where losing sight of land,
We shall find the stars.
We ask You to push back
The horizons of our hopes;
And to push into the future
In strength, courage, hope, and love.

Bring uns durcheinander, Herr, wenn wir zu selbstzufrieden sind.
Wenn unsere Träume wahr wurden,
weil wir zu klein geträumt haben,
wenn wir sicher angekommen sind,
weil wir zu dicht am Ufer segelten.

Bring uns durcheinander, Herr,
wenn uns der Überfluss unseres Besitzes
vergessen ließ, was Durst ist
nach den Wassern des Lebens.
Wenn wir so sehr in dieses Leben verliebt sind,
dass wir die Sehnsucht nach Unvergänglichkeit gelassen haben,
und in unserem Bemühen um eine neue Erde
unsere Vision eines Neuen Himmels verdämmert.

Bring uns durcheinander, Herr, mehr zu wagen,
weiter hinaus auf See zu fahren,
wo uns die Stürme zeigen, dass Du der Herr bist,
wo wir die Sterne finden, weil wir die Sicht auf das Land verloren haben.
Wir bitten Dich, die Horizonte unserer Hoffnung
wieder weiter zu machen und in die Zukunft zu öffnen
in Kraft, Mut, Hoffnung und Liebe
(Übersetzung Thomas Gertler)

Also raus aus der Flasche und hinaus, hinaus auf hohe See!

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

25. Juni 2014

 

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