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Im langen Schöpfungspsalm 104 wird Größe und Grenze des Menschen und auch der Mitgeschöpfe betrachtet und meditiert. Wir alle leben vom Leben anderer und wir hängen ab vom Lebensgeist, den Gott uns gibt, der uns atmen und aufatmen lässt, der uns aber auch unsere Grenzen setzt. Gott ist es, der alles hält und trägt, ihm Schönheit, Ganzheit und Sinn verleiht.

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Ps 104,1
Lobe den Herrn, meine Seele! / Herr, mein Gott, wie groß bist du! /
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
2 Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid, /
10 Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern, / sie eilen zwischen den Bergen dahin.
11 Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, / die Wildesel stillen ihren Durst daraus.
12 An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels, / aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
13 Du tränkst die Berge aus deinen Kammern, / aus deinen Wolken wird die Erde satt.
14 Du lässt Gras wachsen für das Vieh, / auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut, damit er Brot gewinnt von der Erde /
15 und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit sein Gesicht von Öl erglänzt /und Brot das Menschenherz stärkt.
16 Die Bäume des Herrn trinken sich satt, /
die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat.
17 In ihnen bauen die Vögel ihr Nest, / auf den Zypressen nistet der Storch.
18 Die hohen Berge gehören dem Steinbock, / dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht.
19 Du hast den Mond gemacht als Maß für die Zeiten, / die Sonne weiß, wann sie untergeht.
20 Du sendest Finsternis und es wird Nacht, / dann regen sich alle Tiere des Waldes.
21 Die jungen Löwen brüllen nach Beute, / sie verlangen von Gott ihre Nahrung.
22 Strahlt die Sonne dann auf, so schleichen sie heim / und lagern sich in ihren Verstecken.
23 Nun geht der Mensch hinaus an sein Tagwerk, / an seine Arbeit bis zum Abend.
24 Herr, wie zahlreich sind deine Werke! / Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, / die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
25 Da ist das Meer, so groß und weit, / darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere.
26 Dort ziehen die Schiffe dahin, / auch der Leviatan, den du geformt hast, um mit ihm zu spielen.
27 Sie alle warten auf dich, / dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
28 Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein; / öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.
29 Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört; / nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin / und kehren zurück zum Staub der Erde.
30 Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen / und du erneuerst das Antlitz der Erde.
31 Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn; / der Herr freue sich seiner Werke.
32 Er blickt auf die Erde und sie erbebt; / er rührt die Berge an und sie rauchen.
33 Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe, / will meinem Gott spielen, solange ich da bin.
34 Möge ihm mein Dichten gefallen. / Ich will mich freuen am Herrn.

 

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© Thomas Gertler


Hoffnungsvolle Gedanken am See

Am See sitzen und den Gedanken nachhängen wie den Wolken, die über den Himmel ziehen, die sich verändern, die Sonne durchblitzen lassen oder ganz und gar verdecken. Mal hell und fröhlich, mal dunkel und schwer. Gedanken wie Wolken. Sie ziehen dahin. Und ich lese über die Gottesbeweise bei Walter Kasper und denke darüber nach. Dass wir überhaupt denken können, ist ja eigentlich auch so ein Wunder. Ist es nicht überhaupt das Stärkste am Menschen? Dass er denken kann? Dass er verstehen kann? Dass er erkennen kann? Dadurch hat er sich alles untertan gemacht. Oder etwa nicht?

Mit unserem Verstand können wir doch alles erfassen. Zum Beispiel das Blässhuhn hier am Ufer, das die Ente frech in den Rücken pickt und sie vertreibt. Über das Blässhuhn gibt es einen ausführlichen Artikel bei Wikipedia. Das ist mal das sofort Greifbare über das freche Huhn. Aber es gibt sicher ganze Bibliotheken über Blässhühner und ihre Verwandten die Rallen. Schöner Name, nicht wahr? Wir können unser Verstehen auf alle Phänomene richten. Äußere und Innere. Ganz kleine und ganz große. Wir können ganz konkret werden oder ganz abstrakt. Dann denken wir nicht über dieses Blässhuhn nach, sondern über das Sein des Seienden. Äh? Was?

Was mag es wohl bedeuten, wenn ich sage, dass das Blässhuhn da ist. Was bedeutet das „ist“? Ist das Blässhuhn genauso da wie ich? Na klar! Wir befinden uns beide hier am Ufer des Dreiecksteiches. Ja, aber ich frage mich: Ist der Stein da, der dicke Stein im Wasser, genauso da wie ich und das blöde Huhn? Wir laufen doch rum und sind lebendig. Wir beide, das blöde Huhn und ich, verstehen was von der Welt. Das Huhn kann schwimmen, weiß, wo es Futter gibt, fängt kleine Fische. Das ist doch was anderes, als bloß ein Stein zu sein. Sie merken schon, es wird schnell hochphilosophisch, wenn ich frage, was wohl Sein sein mag. Hier soll es nur ein Beispiel dafür sein, was wir so mit unserem Verstand alles anstellen können. Meistens bleiben wir ja beim Konkreten und erheben uns nicht in solche Höhen, wo die Luft und die Begriffe sehr dünn werden. Das Sein des Seienden..

Aber das ist klar, wir können das. Wir sind in der Lage, mit dem Verstand gewissermaßen ALLES zu erfassen.

Aber andererseits ist die konkrete Wirklichkeit immer größer, umfassender, eben wirklicher als unser Verstehen. Mit dem Verstand erfassen wir immer nur etwas davon. Das unmittelbar vor mir herumlaufende konkrete Blesshuhn kann ich nicht in allem ganz und gar verstehen und erfassen und erkennen. Davon erkenne ich nur recht Allgemeines. Eben dass es ein Blesshuhn ist und zwar ein erwachsenes und wie ich an der großen Blässe an der Stirn merke, ist es wohl ein Männchen. Aber um diesen individuellen Blässhahn zu erkennen und zu verstehen, was ihn, sein Leben hier am See, seine verwickelten Beziehungen zu den Enten, den Hühnern usw. betrifft, dazu bräuchte es Jahre. Und je besser ich ihn kennen lerne, diesen kleinen Blässhahn, umso mehr würde ich staunen und ihn lieben und umso größer würde das Geheimnis um ihn. Wie bei einem geliebten Haustier.

Die Wirklichkeit ist immer größer als unser Verstehen. Ja, je mehr wir erkennen und verstehen, umso größer, umso staunenswerter und geheimnisvoller wird die Welt. Sollen wir es darum aufgeben und sein lassen? Nein, denn erstens zeigt uns gerade das, dass wir ja verstehen können, dass also die Welt erkennbar ist. Dass das Wissen sogar anwendbar ist, wie ich an meinem kleinen Radio merke, das mich morgens weckt und mir gleich was Frommes in der Morgenandacht erzählt. Mensch und Welt entsprechen sich also auch irgendwie. Sie passen zusammen.

Und das kann doch nur heißen: Da ist ein gemeinsamer Geist und Sinn dahinter. Und dieser Geist und Sinn ist größer als meiner und auch als unser aller Geist und Sinn. Denn dieser Geist und Sinn eint ja offenbar die gesamte Wirklichkeit. Meinen und Ihren und den des Blässhuhns und den des Mondes und den der Erde. Wenn ich das wiederum verstehe, dann kann ich verstehen, dass es Gott gibt. Diesen einen Geist und Sinn, der allem diesen gemeinsamen Geist und Sinn gibt, den wir verstehen können, auch wenn er unendlich größer ist als wir. Das macht mir Hoffnung. Es gibt mir nämlich die Hoffnung, dass dieser Geist und Sinn hinter allem, allem auch Geist und Sinn und Zukunft gibt. Auch über meinen nur endlichen, begrenzten und sterblichen Sinn und Geist hinaus.

Meine endliche begrenzte Wirklichkeitserkenntnis und meine begrenzte Erfahrung von Sinn und Schönheit erweckt in mir die Hoffnung, dass auch das Ganze, was ich nicht erfasse und verstehe, letztlich auch einen Sinn hat und verstehbar ist. Nicht durchschaubar, aber verstehbar als ein Geheimnis, dem ich vertrauen und in dem ich mich bergen kann.

So was passiert, wenn Walter Kasper und das Blesshuhn sich am Dreiecksteich begegnen. Es kann sich mit ganz anderen Beteiligten auch bei Ihnen ereignen.

Das wünsche ich Ihnen

Thomas Gertler SJ
18. Sept. 2013

 

PS: Liebe, verehrte Leserinnen und Leser,

heute ein kurzes Wort in eigener Sache. Es geht um zwei Männer im Hintergrund von „update-seele“. Herr Christian Wode ist der eine. Er hat bisher immer die Impulse in das Netz gestellt. Er hat oft Bilder ausgesucht und technische Anfragen beantwortet und Probleme behoben. Für seine langjährige Tätigkeit und für die so reibungslose Zusammenarbeit möchte ich ihm an dieser Stelle von Herzen danken! Ohne ihn wären Sie mittwochs leer ausgegangen. So bin ich so frei, ihm auch im Namen von etlichen Tausend Nutzern unserer Seite heute zu danken!.

Herr Florian Hintz ist der andere. Er wird in Zukunft diese technische Seite übernehmen. Genauer gesagt. Er hat schon die letzten Impulse eingestellt und auch schon Bilder ausgesucht. Ihn möchte ich an dieser Stelle herzlich begrüßen, willkommen heißen und danken, dass er diese Arbeit übernimmt!

Wenn Sie beide einmal von Angesicht sehen wollen, so klicken Sie oben rechts auf das Projektteam. Da erzählen beide auch noch ein wenig von sich selbst.

Also von Herzen Dank und alles Gute, lieber Herr Wode!

Ein herzliches Willkommen Ihnen, Herr Hintz!

Thomas Gertler SJ

 

 

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