Sie sind hier: {$rootlineLinkWrap}updateseele.de{$rootlineLinkWrap}Impuls der WocheHoffnung: eine göttliche Antriebskraft
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Wo unsere letzte Hoffnung zu schwinden scheint, ist Gottes Wirken nicht am Ende. Das erkennen wir z. B. an Sara und Abraham im Alten Testament (Gen 15ff). Sich erfüllende HOFFNUNG setzt auf unseren GLAUBEN. Es kommt darauf an, dass wir empfänglich für Gottes LIEBE bleiben.

Abraham - Lorenzo Monaco ca. 1408
© Foto: Dick Stracke - CC BY-SA 3.0

Brief an die Römer 4,18-25

Gegen alle Hoffnung hat Abraham voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. Ohne im Glauben schwach zu werden, war er, der fast Hundertjährige, sich bewusst, dass sein Leib und auch Saras Mutterschoß erstorben waren. Er zweifelte nicht im Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde stark im Glauben und er erwies Gott Ehre, fest davon überzeugt, dass Gott die Macht besitzt zu tun, was er verheißen hat. Darum wurde der Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Doch nicht allein um seinetwillen steht in der Schrift, dass der Glaube ihm angerechnet wurde, sondern auch um unseretwillen; er soll auch uns angerechnet werden, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat. Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.

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© Foto: Marlies Fricke


Hoffnung: eine göttliche Antriebskraft

Kreuz, Anker und Herz symbolisieren die drei „göttlichen Tugenden“ Glaube, Hoffnung und Liebe. Viele tragen diese Symbolik als Schmuck- oder Schlüsselanhänger, manche sogar als Tattoo. In meiner Kindheit gab es draußen am Stadtrand eine prachtvolle Buchenhecke, in deren oberes Drittel diese drei Zeichen meterhoch hineingeschnitten waren, weithin sichtbar im Sommer wie im Winter. Darunter stand eine Bank, auf der verträumt so manches Liebespaar gesessen hat.

Nicht jede/r wird mit der Symbolik Kreuz-Anker-Herz etwas Göttliches verbinden, aber es lässt sich dahinter der Wunsch nach Segen, Beständigkeit und Schutz erahnen. Die göttlichen Tugenden, so lese ich im ‚Katechismus der katholischen Kirche‘, werden von Gott in die Seele der Gläubigen eingegossen. „Sie sind das Unterpfand dafür, dass der Heilige Geist in den menschlichen Fähigkeiten wirkt und gegenwärtig ist“ (1813). Ignatius von Loyola beschreibt in seinem Exerzitienbuch (316) „alle Zunahme an Hoffnung, Glaube und Liebe“ als ein Zeichen von innerer Tröstung, von Ruhe und Frieden der Seele bei Gott.

Schauen wir jetzt in der Frühlings- und Osterzeit bewusst näher auf den Anker: Die Hoffnung ist für mich wie eine göttliche Antriebskraft. Sie will mir - wie ein Anker in der Tiefe - einen festen Halt geben. Es klingt paradox, aber ohne Hoffnungsanker würden wir uns wohl kaum vom Fleck bewegen. Aufgrund einer Hoffnung setzen wir uns für einen Menschen oder eine Sache ein. Aufgrund einer Hoffnung wagen wir einen Aufbruch, halten wir Ungewissheit oder Leiden aus. Nur mit einer Hoffnung fährt ein deutscher Arzt zum Ebola-Einsatz nach Liberia, setzen sich in diesen Tagen so Viele für die Flüchtlinge ein.

Aber wenn die Hoffnung stirbt und Hoffnungslosigkeit sich breit macht? Wenn der letzte Hoffnungsschimmer schwindet durch eine medizinische Diagnose, durch eine endgültige Trennung, durch den Tod? – Ernstfall der Hoffnung! Dann dürfen wir schauen, ja schreien „zu Jesus Christ, zu ihm, der unsre Hoffnung ist“ (Gotteslob 329); der geschmähte Kreuzträger will uns Hoffnungsträger sein. „Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen …, durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jes 53,4-5)

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagen wir, auch als Christen, oft so daher. Die christliche Hoffnung stirbt nicht zuletzt, sie stirbt nie, weil das Leben in Gottes Hand nie stirbt, denn es ist „ein Leben, das kein Tod entreißt“. Das Grab ist leer! Hier hat unsere christliche Hoffnung ihren tiefsten, schönsten und unüberbietbaren Grund: in der Verheißung des Heiles und des Ewigen Lebens.

Doch während wir das himmlische Jerusalem erwarten, seien wir in unserem irdischen Alltag aufmerksam auf die kleinen Zeichen der Hoffnung! Manchmal kann eine banale Apfelsine zum Hoffnungsschimmer werden. - Lesen Sie das Gedicht „Stadtkirche am Vormittag“ von Rainer Malkowski:

Wer die Tür nicht festhält,
löst einen Schuß aus:
Totenstille danach
im Kirchenschiff.

Die alte Frau in der letzten Bank,
vornübergenickt,
rührt sich nicht.

Das Haus des Lebendigen –

erhellt
durch eine Orange,
die in der Dämmerung allmählich
aus dem Einkaufsnetz der Frau
zu leuchten beginnt.

Vom Markt in die Kirche. Mal kurz den Anker sinken lassen, der Stille lauschen, danken, Hoffnung schöpfen, bitten, „damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens unsere Herzen dort verankert seien, wo die wahren Freuden sind“ (Gebet der Kirche in der Osterzeit).

Wohinein lassen Sie Ihren Anker heute fallen?

Mit osterfrohen Grüßen!
Marlies Fricke

15. April 2015

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