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Der Mensch, der am tiefsten auf Gott gehört hat, ist Maria. In ihr ist das Wort Gottes lebendig geworden. Sie hat Ja gesagt, dass Jesus durch sie zur Welt kommt. Lukas erzählt uns diese Geschichte, die die ganze Welt verändert hat.

Lk 1,26 Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret

27 zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. 

28 Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

29 Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

30 Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

31 Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

32 Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. 

33 Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. 

34 Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 

35 Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. 

36 Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. 

37 Denn für Gott ist nichts unmöglich. 

38 Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel. 

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(c) Christy Thompson - Fotolia.com


Hören

Das Sehen ist der oberste der fünf Sinne. Das Hören aber ist der Sinn, über den wohl die meisten Gefühle vermittelt werden. Nicht umsonst sprechen wir von „Stimmung“. Die hat es mit der Stimme, dem Stimmigen, dem Klang, der Harmonie oder Disharmonie zu tun. Stimmung nehmen wir vor allem über das Ohr auf. Meistens gar nicht bewusst, sondern unbewusst. Wir reagieren aber unmittelbar. Wenn der Mann ganz brummig sagt: „Wo ist denn wieder der Schlüssel?!“ Dann wird das von Ehefrau leicht als Vorwurf aufgefasst und entsprechend reagiert, ganz automatisch, ohne Überlegung. Es braucht lange Übung, um sich dieser Gefühle, die über das Ohr sofort aufgenommen werden, bewusst zu werden. Und sie womöglich zu benennen: „Das macht Dich ganz brummig, dass Du Deinen Schlüssel nicht findest.“ Und nicht zu sagen: „Ich hab ihn nicht in der Hand gehabt. Den hast wie immer Du verschmissen.“ 

Das Ohr ist für die tieferen Gefühle empfänglich. Das Auge eher für die oberflächlichen. Denken Sie nur an die Musik. Da wird die Sehnsucht, da werden die Träume, da werden Jugenderinnerungen mit transportiert. Manchmal höre ich mir dann so alte Schlager bei youtube an von Caterina Valente oder ein Stück von Louis Armstrong wie zum Beispiel „Mack the Knife“. Ja und da kommt dann die Stimmung der Jugendzeit wieder hoch. Ein Freund klassischer Musik bin ich leider nie gewesen, sondern immer ein Jazz-Fan. 

Sie können ja selbst einmal nachdenken, welche Ihrer Lieblingsmusik Sie gern einmal weder hören wollen. Das ist ja so etwas Schönes und Tröstliches. Und tatsächlich ist beinahe alles auf youtube zu hören. Das sollte man sich wirklich ab und zu antun und so alte Lieblingsmusik anhören. Da geht es einem gleich wieder gut. Und bei mir ist dann all der Swing wieder da. 

Oder jetzt die Advents- und Weihnachtszeit. So viele Lieder der Sehnsucht und der Träume und der Gefühle. Ich hatte einmal einen jungen Mann zu Gast, der geistig behindert war. Er hat mir einige Lehren erteilt, die ich nicht vergessen habe. Der arme Mensch hatte immer wieder furchtbare Ängste und wandelte schlaflos durch sein Zimmer. Um ihm etwas zu helfen, fragte ich ihn: „Wovor hast Du denn Angst?“ „Vor Sachen, die es gibt, und vor Sachen, die es nicht gibt“, war seine Antwort und wie wahr! So ist es auch bei uns. Wir können es nur nicht so einfach sagen. Und um ihm einen Weg in seiner Angst zu zeigen, fragte ich ihn: „Glaubst Du denn an Gott?“ „Manchmal glaube ich und manchmal glaube ich nicht.“ Ja, das kenne ich auch… „Und wann kannst Du glauben?“ „Wenn ich eine schöne Musik höre – am liebsten mit Gitarre.“ Ja, das stimmt auch. Die Musik hilft zum Glauben. Paulus sagt es uns: „Der Glaube kommt vom Hören“ (Röm 10,7 Die Einheitsübersetzung lässt hier ärgerlicherweise das Hören weg. Aber es steht im Griechischen da, wörtlich: „vom Hören oder vom Gehörten“.).“ Nicht so sehr vom Hören von Musik. Obwohl Johann Sebastian Bach als der fünfte Evangelist gilt und für viele Weihnachten ohne das Weihnachtsoratorium nicht denkbar ist. Glaube kommt vom Hören. Natürlich zuerst vom Hören der Frohen Botschaft. 

Hören ist dabei nie nur rein passives Aufnehmen. Es hört auch nicht mein Ohr, sondern ICH höre vermittels meines Ohres. Das Ohr ist nur Mittel, damit ich höre. Hören ist meine aktive Leistung. Ich muss zuhören und verstehen wollen. Ich muss offen sein. Wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit anderswo bin, kann ich selbst laute Geräusche überhören. Hören Sie immer bei Gesprächen zu? Oder sind Sie zuweilen ganz woanders und versuchen nur interessiert auszusehen? Dass das Hören nicht nur eine passive Angelegenheit ist, ist besonders deutlich am sogenannten Ammenschlaf. Die Mutter schläft tief und fest wie eine Bärin, aber sobald ihr kleines Kind auch nur ein kleines ungewöhnliches Geräusch macht, ist sie hellwach. Sie ist eben innerlich ganz auf das Kind eingestellt. 

Glauben ist ein solches aktives offenes und bereites inneres Hören auf Gott. Und da geht das Hören in eine besondere Form des Hörens über, nämlich in den Gehorsam. Ein Wort, das bei uns schwierig geworden ist, weil Gehorsam so sehr missbraucht wurde und heute unserem Freiheitsverständnis entgegensteht. Man darf das Wort „Gehorsam“ fast nicht mehr sagen. Aber Glaube ist ohne das Hören wollen auf Gott und ohne das ihm Folgen wollen nicht möglich. Freilich ist Glauben mein freier Entschluss. Gott überrollt uns nicht. Gott will keine Sklaven. Er will auch keine Kadaver. Darum ist für mich „Kadavergehorsam“ ein sehr schlechtes Bild für diesen Gehorsam. Ein Kadaver ist für mich allen Ernstes der Gipfel des passiven Widerstandes und bewegt sich überhaupt nicht. Nein, was Gott will, ist viel mehr als Kadavergehorsam. Er will meinen freiwilligen Einsatz für ihn mit allen meinen Kräften. Mit all meiner Phantasie. Mit aller Kreativität. Mit all meiner Liebe für ihn. 

Und ein Letztes. Zu dieser Form des Hörens und Zugehörens im Glauben gehört notwendigerweise das Schweigen. Ohne die Stille, ohne das Schweigen ist Gott nicht zu vernehmen. Darum hören viele Menschen Gottes Stimme erst, wenn sie durch ein Stopp zum Stillhalten gezwungen werden. Gott durchbricht nicht die vielen Geräusche, mit denen ich ihn übertöne und überhöre. Er wartet, bis wir still sind und bereit zu Hören. Diese Zeit des Adventes ist die Zeit des Hinhörens, des Lauschens und des Horchens. „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ (Lk 8,8). So ruft uns Jesus zu. 

Dass Sie wie Maria im Evangelium die Frohe Botschaft hören und in sich aufnehmen und lebendig werden lassen, wünsche ich Ihnen.

15.12.2010

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