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Die größten Augen werden wir freilich noch machen, wenn wir Gott schauen, wie er ist. Das ist die Überzeugung des heiligen Apostels Johannes. Er schreibt in seinem ersten Brief:

(c) Vladimir Koshkarov - Fotolia.com

1 Joh 3,2 Liebe Brüder (und Schwestern), jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 

Und Paulus schreibt uns, dass das, was wir sehen werden, alle unsere Vorstellungen übertreffen wird. Und er schreibt auch von diesem Organ, mit dem wir Gott erkennen. Das ist bei Paulus Gottes Geist selbst, den er uns schenkt. Also auf dieses unvorstellbar Schöne gehen wir zu. Ihn, unseren Gott werden wir schauen. Das ist unsere Zukunft. Das ist der Advent: 

1 Kor 2,7 Wir verkündigen das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung. 

8 Keiner der Machthaber dieser Welt hat sie erkannt; denn hätten sie die Weisheit Gottes erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 

9 Nein, wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. 

10 Denn uns hat es Gott enthüllt durch den Geist. Der Geist ergründet nämlich alles, auch die Tiefen Gottes. 

11 Wer von den Menschen kennt den Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So erkennt auch keiner Gott - nur der Geist Gottes. 

12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist. 

13 Davon reden wir auch, nicht mit Worten, wie menschliche Weisheit sie lehrt, sondern wie der Geist sie lehrt, indem wir den Geisterfüllten das Wirken des Geistes deuten. 

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Große Augen machen 

Der Advent ist ja so eine Zeit, in der die Kinder immer wieder große Augen machen. Da gibt es Kerzen, in die man schauen kann. Schnee im Garten. Da gibt es Wunder auf dem Weihnachtsmarkt. Spielzeug über Spielzeug. Selbst ich bin immer wieder fasziniert. Gerade hier in Augsburg gibt es außer der lebensgroßen Krippe in der Mitte viele Stände mit Krippenfiguren. Ganze Krippen und einzelne Figuren, Könige, Hirten, Schafe, Esel, Kamele, Kühe einzeln oder zu mehreren. Aber auch Engel jeder Art und Stärke, große, kleine, lustige und kitschige, teure und billige. Man kommt aus dem Schauen gar nicht mehr heraus. Waren Sie schon auf dem Weihnachtsmarkt? Haben Sie etwas entdeckt? 

Kaum ein Sinn wird heute so verwöhnt, aber auch überfordert wie das Auge. Alle kämpfen um meinen Augen-Blick. Die Geschäfte, die Zeitungen, das Fernsehen, ja, jede Straßenbahn – beklebt von oben bis unten mit Reklame. Oder die sagenhaften Filme, die jetzt so gedreht werden. Effekte über Effekte. Jetzt immer öfter plastisch in drei Dimensionen. Das Auge kommt zuerst, weil wir damit am meisten aufnehmen. Weil es der oberste der fünf Sinne ist. Darum wird um das Auge gekämpft. Wer schaut wohin zuerst? (Wohin schauen Sie zuerst?) Darüber wird geforscht, danach richtet sich die Werbung. 

Aber wie abgestumpft sind wir da auch schon. Wann haben Sie denn zum letzten Mal richtig große Augen gemacht? Wann haben Sie gestaunt und große Augen gemacht? Wenn ich überlege, so war es wohl das letzte Mal im Zirkus. Ja, stellen Sie sich vor, ich war in diesem Sommer im Zirkus. Und das war toll. Ein Fest für die Augen. Der Jongleur. Der Zauberer. Ein Pärchen, das tanzte und währenddessen immer wieder komplett wie im Fluge die Garderobe wechselte, indem es in einen Ring tanzte, der hochgezogen wurde. Beim Hochziehen fiel von dem Ring so eine Art Vorhang herunter. Wenn der Ring blitzschnell wieder fiel, hatte die Frau andere Kleider an und mit einer neuen Melodie ging der Tanz weiter in den nächsten Ring. Ein Seifenblasenkünstler blies nicht nur die schönsten riesigen bunten Luftblasen, sondern jonglierte sogar mit ihnen. Füllte sie mit Rauch. Ließ sie platzen und Rauch stieg auf. Sagenhafte Kunststücke und Illusionen. Artisten unter der Zirkusdecke. Man konnte fast nicht hinsehen, so gewagt war es. Und natürlich ist es etwas ganz anderes, wenn man wirklich dabei ist und es nicht nur aus dem Fernsehsessel zuschaut. 

Worin aber jeder Mensch – wenn er nicht krank oder blind ist – am meisten Übung hat, ist das Sehen und Verstehen des menschlichen Gesichts. Gesicht kommt ja von Sehen. Das ist für jeden immer noch die bekannteste und interessanteste Landschaft. Für die einen sind die Augen im Gesicht des anderen das Wichtigste. Für Sie auch? Für mich ist es der Mund, worauf ich vornehmlich schaue. Gerade beim vertrauten Menschen reicht ein kurzer Blick, um zu sehen, wie er gestimmt ist. Und ich staune immer, welch winzigste Bewegung oder Veränderung in der Mimik wir sofort verstehen. Und darauf reagieren. Meist gar nicht bewusst. Und doch sehr genau. Und nie werde ich müde, in das Gesicht des geliebten Menschen zu schauen. Verliebte schauen sich tief in die Augen und das geht ihnen durch und durch. Erinnern Sie sich? 

Mir schickte ein lieber Mensch kürzlich ein Gedicht von Gabriela Mistral. Hier nur die erste Strophe: 

Wenn du mich anblickst, werd’ ich schön, 
schön wie das Riedgras unterm Tau. 
Wenn ich zum Fluß hinuntersteige,
erkennt das hohe Schilf mein sel’ges 
Angesicht nicht mehr. 


So ist es. Der Blick der Liebe macht schön. Der Blick der/s Liebenden verwandelt die/den Geliebten. Nicht als Illusion der Liebe, die blind macht, sondern wahrhaftig erweckt sie die Schönheit des anderen. Denn der liebende Blick verwandelt mein Angesicht, lässt es leuchten und strahlen, neu werden. 

Und genau das tut auch Gottes Blick mit uns. Sein liebendes, strahlendes und leuchtendes Angesicht verwandelt mein Antlitz und das Antlitz der Erde. Aber, werden Sie sagen, wir können doch Gott gar nicht sehen! „Niemand hat Gott je gesehen“, heißt es im Johannesevangelium (1,18). Das stimmt, andererseits sagt schon Goethe nach einem Wort des Philosophen Plotin: 

„Wär’ nicht das Auge sonnenhaft,
wie könnten wir das Licht erblicken?
Lebt’ nicht in uns des Gottes eig’ne Kraft,
wie könnt’ uns Göttliches entzücken?“ 


Es gibt in uns ein „Organ“, mit dem wir Gott verspüren. Das sind die sogenannten „geistlichen Sinne.“ Gott selbst hat sie uns eingeschaffen. Wir sind zum Vernehmen Gottes fähig („capax dei“ heißt der Fachausdruck) wie unser leibliches Auge fähig ist, das Licht zu schauen. Wir schauen Gott mit den Augen des Glaubens. Mit dem geistlichen, spirituellen Auge. Wir spüren „Sein Auge“ auf uns voll Liebe. Das zu glauben und zu spüren, das anzunehmen und darüber zu staunen, versuche ich an jedem Morgen in meiner „Betrachtung“. Und dabei hilft mir mein Bild Jesu. Er, Jesus Christus, schaut mich an und mit ihm Gott selbst: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ (Joh 14,9) Thomas, glaubst du das? 

Dass auch Sie diesen Blick der Liebe Gottes spüren, Ihm glauben und darin glücklich und schön werden, wünsche ich Ihnen

08.12.2010 

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