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Der Psalm 33 besingt voll Freude den Gott, der alles in der Hand hält und der dazu gut und gütig ist. Das ist der Gott, der Jesus dem Totenreich entrissen hat (Vers 19) hat und dem wir nun mit Harfe und Zither jubeln, weil er stärker ist als die Chaosmacht des Bösen und des Todes.

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Ps 33,1 Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn; / für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben. 

2 Preist den Herrn mit der Zither, / spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! 

3 Singt ihm ein neues Lied, / greift voll in die Saiten und jubelt laut! 14,3 

4 Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig, / all sein Tun ist verlässlich. 

5 Er liebt Gerechtigkeit und Recht, / die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. 

6 Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, / ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.

7 Wie in einem Schlauch fasst er das Wasser des Meeres, / verschließt die Urflut in Kammern. 

8 Alle Welt fürchte den Herrn; / vor ihm sollen alle beben, die den Erdkreis bewohnen. 

9 Denn der Herr sprach und sogleich geschah es; / er gebot und alles war da. 

10 Der Herr vereitelt die Beschlüsse der Heiden, / er macht die Pläne der Völker zunichte. 

11 Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, / die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten. 

12 Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, / der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat.

13 Der Herr blickt herab vom Himmel, / er sieht auf alle Menschen. 

14 Von seinem Thronsitz schaut er nieder / auf alle Bewohner der Erde. 

15 Der ihre Herzen gebildet hat, / er achtet auf all ihre Taten. 

16 Dem König hilft nicht sein starkes Heer, / der Held rettet sich nicht durch große Stärke. 

17 Nichts nützen die Rosse zum Sieg, / mit all ihrer Kraft können sie niemand retten. 

18 Doch das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren, / die nach seiner Güte ausschaun; 

19 denn er will sie dem Tod entreißen / und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. 

20 Unsre Seele hofft auf den Herrn; / er ist für uns Schild und Hilfe. 

21 Ja, an ihm freut sich unser Herz, / wir vertrauen auf seinen heiligen Namen. 

22 Lass deine Güte über uns walten, o Herr, / denn wir schauen aus nach dir. 

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Gibt es Zufall? 

Toller Zufall, so ein Foto! Ein verträumt lächelnder Himmel. Und eine fliegende Dreieinigkeit. Das soll Sie zu Ostern ein wenig zum Lächeln bringen. Wie mich das Bild zum Lächeln brachte, als ich es geschickt bekam – noch dazu mit der Aufforderung, es an andere weiterzuschicken. Und das mache ich hiermit. Zu Ostern haben ja früher die Pfarrer immer einen Witz erzählt. Man nannte das „risus paschalis“. Es waren zum Teil sehr derbe Geschichten. Ich schicke Ihnen erstmal das Bild. Dabei habe ich natürlich sofort Zweifel, ob es echt ist, tatsächlich ein himmlischer Zufall für den Fotografen, oder ein Fake des Foto-Grafikers, also künstlich hergestellt. 

Zufall oder nicht? Immer habe ich es gleich wieder mit Glaubens- und Unglaubensfragen zu tun. Oder liegt das nur an mir und meinem Beruf, dass ich die Welt nur so gläubig oder ungläubig anschauen kann. An unserer Straßenbahnhaltestelle Mühlberg verkündet ein Schild: „Kathodischer Korrosionsschutz“. Und ich lese selbstverständlich katholischer Korrosionsschutz und wundere mich, was das ist. Aber ich dachte dann, ja, täte eigentlich der katholischen Kirche ganz gut. Gerade jetzt. Oder haben etwa auch Sie zuerst katholischer Korrosionsschutz gelesen? Na, dann haben wir ja etwas gemeinsam. 

Die Voreinstellung spielt bei Zufällen auf jeden Fall eine gewisse Rolle. Wenn man selbst schwanger ist, dann sieht man „zufällig“ lauter andere schwangere Frauen auf der Straße. Woher weiß er das, wenn er selbst vermutlich nie schwanger war, wird sich jetzt manche Schwangere fragen. Nun, ich weiß es von den Schwangeren. Die haben mir das versichert. Und ich glaube es gern. Die Aufmerksamkeit ist ganz anders eingestellt, wenn man selbst betroffen ist. Auch scheinbar zufällige Erfindungen werden auf diese Weise gemacht. Gerade weil sich ein Wissenschaftler, sagen wir mal Isaak Newton, so intensiv mit der Schwerkraft beschäftigt hat, fällt ihm der Apfel auf den Kopf. Nein, weil er sich so intensiv mit der Schwerkraft beschäftigt hat, fällt ihm das Gesetz der Schwerkraft ein, als ihm der Apfel zufällig auf den Kopf fällt. So ist es wohl richtig.

Also was ist überhaupt Zufall? Ich meine mich zu erinnern, dass wir in der Schule gelernt haben, dass Zufall die Kreuzung von zwei (mindestens?) Notwendigkeiten sei. Durch deren Zusammenstoß wird dann etwas zufälliges Ereignis. Mit dieser Definition oder Umschreibung wollte man klar machen, dass Zufall nicht etwas völlig Unverständliches ist und die Notwendigkeiten nicht aufhebt. Nur das Zusammenfallen dieser beiden Ereignisse war so nicht vorhersehbar, eben zu-fällig. Für sich genommen waren sie es schon berechenbar und vorhersehbar. Mein Onkel hat zum Beispiel mal mit einigen Schulkameraden von der hohen Brücke bei Dingelstädt (meinem Geburtsort) im Winter eine dicke Schneekugel auf den unten durchfahrenden Zug fallen lassen. Und zufälligerweise oder absichtlich und zufällig zugleich trafen sie genau den Schornstein der Dampflok. Die fuhr noch ein paar Meter, seufze tief und blieb dann stehen, während mein Onkel und seine Genossen rannten, was das Zeug hielt, aber das Zugpersonal hat sie doch erwischt und die Eltern mussten 50 Reichsmark zahlen. Damals viel Geld. Toller Streich. Glücklicher und unglücklicher Zufall zugleich.  

Also Zufall ist das nicht berechenbare Eintreffen eines Ereignisses, auch wenn es im Prinzip berechenbar wäre. Die Jungs auf der Brücke haben so nach Gefühl die Kugel fallenlassen. Es wäre jedoch genau berechenbar gewesen, wann sie das Ding hätten fallen lassen müssen, um den Schornstein zu treffen. So war es Zufall. Aber jetzt erhebt sich eine schwere und – soweit ich sehe - unentschiedene Frage, ob es auch einen Zufall gibt, der prinzipiell nicht berechenbar ist. Gibt es wirklich Chaos, also völlig Ungeregeltes, Gesetzloses? Oder handelt es sich nur um so viele Faktoren, dass es UNS unmöglich ist, sie zu berechnen? Was denken Sie? Gibt es tatsächlich grundsätzlich unvorhersagbare Ereignisse? Gibt es wirklich im ganz Großen oder ganz Kleinen chaotische, nicht mehr von Naturgesetzen geregelte Ereignisse und Zustände? Es gibt auf jeden Fall im mikroskopischen Bereich Ereignisse, die für uns nicht mehr berechenbar sind. Und es spricht einiges dafür, dass sie grundsätzlich ungeregelt sind, also chaotisch. Aber Albert Einstein hat sich gegen eine solche Vorstellung heftig gewehrt und etwas salopp gesagt: „Der Alte würfelt nicht!“ Das ist eine theologische Aussage und meint, Gott hält zuletzt alles in der Hand und bestimmt es. Er überlässt nichts dem zufälligen Fallen der Würfel. Er spielt nicht mit uns. Er hat keine Welt geschaffen, die zuletzt oder in Teilen wirklich vom Zufall oder vom Chaos beherrscht wird. Also nach Einstein gibt es keinen Zufall. Und auch der Schöpfungsbericht in der Bibel sagt, dass Gott aus dem Chaos den Kosmos, das schön geordnete Gaze macht. 

Das ist erst einmal tröstlich, weil es verlässlich ist. Auch wenn ich in ganz vielem vom Zufall abhänge, einen gibt es, der alles bestimmt und alles in seiner Hand hält. Ein Glück! Aber jetzt noch eine weitere Frage: was ist dann mit meiner Freiheit? Ist sie nur Illusion? Ich denke, ich entscheide frei und aus eigener Einsicht, aber in Wirklichkeit gibt es einen, der diese freie Entscheidung schon bestimmt hat? Was denken Sie? Was ist denn die Freiheit? Und was ist die freie Handlung? Sie ist doch weder etwas Zufälliges, noch etwas unabwendbar Notwendiges. Beides widerspräche der Freiheit. Was ist dann? 

Bei dieser Frage lassen wir es für heute bewenden. Statt dessen ein Witz zum Schluss, der etwas entlastet: „Ein junger Rabbiner ist so verrückt nach Golf, dass er sich selbst an Jom Kippur, dem heiligsten Tag des jüdischen Jahres, davonstiehlt, um schnelle neun Löcher zu spielen. Abschlag am letzten Loch: Der Rabbi zieht den Schläger durch, der Ball steigt in die Höhe, wird von einer Windböe über das Loch getragen und fällt genau hinein. Ein ASS! Welch ein toller Zufall oder gar ein Wunder! Ein Engel, der das mit angesehen hat, beschwert sich bei Gott: ‚Dieser Kerl spielt Golf an Jom Kippur, und du verhilfst ihm zu einem Hole-in-one? Soll das etwa eine Strafe sein?’ ‚Aber sicher’, erwidert Gott lächelnd: ‚Bei wem kann er damit jetzt angeben?’ 

Liebe Leserinnen und Leser, damit erst einmal von Herzen frohe Ostertage! Und hier noch obendrauf ein fröhlich tanzender Osterhase

Versuchen Sie doch auch ein paar Hopser!

27. April 2011

Thomas Gertler SJ

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