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Der Psalm 23 gehört zur eisernen Ration des Gebetes und des Trostes. Gott verhindert nicht, dass wir durchs dunkle Tal und die schreckliche Schlucht müssen, aber er geht mit uns hindurch und behütet uns. Und der Psalm stärkt in uns das Vertrauen, gerade wenn die Ängste kommen.

„Christus, der gute Hirte auf einem antiken Mosaik“ - Mausoleum der Galla Placidia, Ravenna
© Foto: via Wikimedia Commons

Psalm 23

23,1 [Ein Psalm Davids.] Der Herr ist mein Hirte, / nichts wird mir fehlen.
2 Er lässt mich lagern auf grünen Auen /und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
3 Er stillt mein Verlangen; / er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
4 Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, /ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, / dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
5 Du deckst mir den Tisch / vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, /du füllst mir reichlich den Becher.
6 Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang /und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

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© Foto: Alter Fritz - CC-BY-SA-3.0 -via Wikimedia Commons


Für den Notfall...

Sind Sie schon mal geflogen? Am Anfang üben die BordbetreuerInnen immer mit dem ganzen Flugzeug die Sicherheitsmaßnahmen. Sie kennen es: Was man tut, wenn der Kabinendruck nachlässt und dann die Masken von der Decke fallen. Sehr freundlich vorgetragen. Und wo der Notausstieg ist und wie man im Wasser die Schwimmweste bedient. Fast niemand passt auf oder sieht hin. Nicht nur weil man es schon so oft erlebt hat, nein, weil man einfach nicht erleben möchte, dass der Druck in der Kabine abfällt oder man gar notwassern muss. Nein, daran will ich nicht erinnert werden, auch wenn es so nett vorgetragen und eingeübt wird, wie Sie es hier sehen und hören können.

Dabei wäre es doch wirklich wichtig, dass man im Notfall alles richtig macht und den Weg raus findet und weiß, wie die Schwimmweste funktioniert. Jede Schule übt jährlich, wie die Klassen verlassen werden, wie man sich an einer bestimmten Stelle im Hof versammelt, wenn es brennt. Und es geht gar nicht, dass ein Lehrer den Unterricht dann nicht unterbricht, wenn die Sirene ruft. Da gibt es dann richtig Ärger.

Vorsicht Witz: Der Kapitän sagt über Lautsprecher zu den Schiffspassagieren, die gerade im großen Saal feiern: Liebe Passagiere, leider muss ich Ihnen sagen, dass wir ein Leck im Rumpf haben und schnell untergehen. Ich bitte, wenn es jemanden gibt, der sich da auskennt, doch noch einen religiösen Akt zu vollziehen. Einer der Herren nimmt seinen Hut, geht von einem zum anderen und sammelt Geld ein.

Es ist leider nicht der beste Witz, aber er zeigt, dass es ganz gut ist, besser auch für den geistlichen Notfall gerüstet zu sein. Auch und gerade, wenn es ums Ganze geht. Früher, ganz früher gab es solche geistlichen Notrationen, die einem halfen, wenn es in solche Situationen ging. Die meisten Menschen kannten wenigstens das Vaterunser. Viele Katholiken auch noch das Ave Maria. Darin heißt es: Bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Und ich erinnere mich, dass meine Mitjesuiten den letzten Teil des Satzes besonders laut beteten, wenn ich am Steuer des Trabants saß.

Viele evangelische Christen kannten außer dem Vaterunser den Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte…“ Und darin heißt es: „… muss ich auch wandern durchs finstere Tal, der Herr ist bei mir.“ Das sind solche wichtigen Hilfen für den Notfall. Aber es geht nicht nur um solche auswendig gelernten Gebete – so hilfreich sie sind. Es geht noch tiefer darum, sich im Gebet der Gegenwart Gottes bewusst zu werden. Es geht darum, sich in der Zeit außerhalb des bewussten Gebetes, immer mehr der helfenden Gegenwart Gottes bewusst zu sein und zu bleiben. Denn immer und unter allen Umständen ist Gott gegenwärtig und er ist da für mich und für uns. Er sieht unsere Not. Damit ich das nicht vergesse, muss ich immer und immer üben.

Für den Notfall. Aber nicht nur für den Notfall. Ich übe das Jesusgebet, weil ich einfach immer mit Jesus zusammen sein und leben will. Und das gibt meinem Leben letztlich einen Sinn. Es gibt mir einen Halt und eine Lebensrichtung. Es gibt mir einen tiefen Frieden. Es gibt mir ein Fundament, auf dem mein Lebenshaus fest stehen kann, auch wenn die Stürme und die Fluten kommen (vgl. Mt 7,24ff).

So schrieb jetzt jemand, als eine schwierige Diagnose bevorstand: „Weißt Du, das ist es doch, wofür wir üben.“ Ja, dafür üben wir. Nicht nur für den Notfall, aber eben auch gerade dafür. Denn man kann nicht zu üben anfangen, wenn der Notfall eintritt. Da kriegt man dann nur so einen religiösen Akt zustande wie in dem Witz… Nein, heute muss man beginnen mit dem Üben. Heute anfangen zu beten. Dann kann ich es, wenn der Notfall kommt.

Also fangen Sie heute an oder wieder an.

Und den Psalm 23 sollten Sie auswendig lernen.

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

22. Juli 2015

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