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Mit viel kürzeren Worten als ich schildert uns das Johannesevangelium diesen Umschwung von Trauer, Angst, Schuldbewusstsein, Verschlossenheit zu Freude, zu Vergebung, zu Frieden, zu neuer Gemeinschaft mit Jesus in der Mitte, der uns einen neuem Geist einhaucht und uns die Kraft der Vergebung schenkt. Versuchen Sie diesen Umschwung und neuen Geist zu spüren, zu fühlen und sich davon erfüllen zu lassen.

© Foto: Sebastian Ritter - CC BY-SA 2.5

Joh 20, 19 - 23

20,19 Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. 21 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

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© Foto: Thomas Gertler


Freude

Erst mal Ungewissheit und Wagnis, Mühe und Sorge in der Vorbereitung auf zwei Vorträge. Wird es gut gehen? Kommen überhaupt Leute? Werde ich den richtigen Ton treffen? Wird es für sie interessant und hilfreich? Soll ich mir so etwas überhaupt noch und wieder zumuten? Immer diese Anstrengung und immer diese Plage! Die Ängste und die Zitterigkeit. Furchtbar. Hätte ich es doch nicht übernommen! Lampenfieber. Aufgeregtsein.

Das kennen Sie auch alles?

Und dann tatsächlich und überraschend. Der Raum für den Vortrag ist voll, ja übervoll. Er muss sogar wegen Überfüllung geschlossen werden. Auf Tischen, Fensterbrettern und am Boden sitzen die Menschen oder stehen in der Türnische. So viele wollen beim Katholikentag in Regensburg hören, wie man Gott in den ignatianischen Exerzitien erfahren kann. Und bei mir geht der Vortrag wie von selbst. Adrenalin in allen Adern. Präsent, aufmerksam und wach mehr als hundertprozentig. Und die Leute gehen mit. Sie lachen. Es ist eine ganz gelöste und frohe Stimmung. Und so kann auch ich immer besser reden. Und dann Diskussion, Gespräch und ganz persönliche Fragen noch nachdem die Veranstaltung vorbei ist.

Freude, richtig große Freude. Innerer Jubel und Dankbarkeit.

Es war doch gut, die Mühe auf sich zu nehmen. Es war doch gut, sich das alles noch einmal zuzumuten. Es ist gelungen. Es war ein Geschenk. Es war eine Gnadenstunde. Das hätte ich nicht gedacht. Das war ja so gar nicht zu erwarten. Gott sei Dank! Gott sei Dank! Freude und Erschöpfung.

Ich hoffe, Sie haben das alles auch schon einmal erlebt. Vielleicht anders. Bei einer Prüfung. Bei einer der Bezwingung eines Gipfels. Bei einer Wallfahrt zu Fuß und über lange Strecken. Bei einem großen Familienfest. Bei der glücklichen Geburt eines Kindes. Anstrengung, Mühe, Plage, Zweifel, Ungewissheit und Wagnis. Und dann Gelingen und etwas Größeres und Schöneres als erwartet und auch als zu planen und vorzubereiten und zu machen war. Und daraus die große Freude, die große Dankbarkeit. Gott sei Dank! Freude und Erschöpfung.

Oder vielleicht noch tiefer. Trennung von einem geliebten Menschen. Er zieht weit weg. Aber es gab keinen richtigen Abschied, denn es war Streit und keine Aussöhnung. Also Trauer und Verlust. Und darin auch noch eigene Schuld und eigenes Versagen. Wir hätten noch so viel zu besprechen gehabt. Wir hätten über den Riss und den Konflikt sprechen müssen. Aber ich war zu feige. Ich habe die Gelegenheit nicht ergriffen. Ich habe mich weggeduckt. Ich bin weggelaufen davor, das Schlimme miteinander anzusehen. Ich sitze da und bin voller Trauer. Verschlossen. Im Dunkel. Schuldbewusst.

Da kommt ein Anruf. Du, ich bin hier gut angekommen und eingezogen und es geht mir gut. Und ich möchte doch Frieden und dass unsere Freundschaft bleibt. Lass uns doch wieder gut sein miteinander. Ja, ja, ja, rufe ich und bin so froh, so froh. Gott sei Dank! Jubel und Dankbarkeit. Neues Leben. Alles ist wieder gut. Neue Gemeinschaft und alte Freundschaft. Gott sei Dank! Welch ein Geschenk! Wie gut von meinem Freund, dass er den Schritt getan hat, dass er hindurchgegangen ist durch meine Verschlossenheit. Durch meine Dunkelheit. Dass er den Mut und das Vertrauen hatte und dass er mir Vergebung geschenkt hat. Jetzt ist alles neu und ich kann wieder aufatmen und leben. Frieden. Wieder Frieden. Gott sei Dank. Riesenfreude.

Haben Sie das auch schon erlebt? Ich wünsche es Ihnen. Das ist nämlich das Gefühl der Jünger zu Pfingsten. Ein neues Leben, ein neuer Geist, eine neue Gemeinschaft mit Jesus in der Mitte, Vergebung und Glück und Freude. Große Freude, die nicht bei sich bleiben kann, sondern herausgeht aus sich selbst und sie weitergibt, die große Freude.

Das wünsche ich Ihnen und mir von Herzen
Thomas Gertler SJ

4. Juni 2014

 

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