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Das Leben des Paulus hängt mal wieder am seidenen Faden. Doch mitten in Sturm und Untergang kann er Gottes Stimme hören und mit seinen Begleitern zusammen wieder Vertrauen fassen:

Rembrandt, Seenot

Apg 27, 13-24

13 Als leichter Südwind aufkam, meinten sie, ihr Vorhaben sei schon geglückt; sie lichteten den Anker und fuhren dicht an Kreta entlang.14 Doch kurz darauf brach von der Insel her ein Orkan los, Eurakylon genannt. 15 Das Schiff wurde mitgerissen, und weil es nicht mehr gegen den Wind gedreht werden konnte, gaben wir auf und ließen uns treiben. 16 Während wir unter einer kleinen Insel namens Kauda hinfuhren, konnten wir das Beiboot nur mit Mühe in die Gewalt bekommen. 17 Die Matrosen hoben es hoch, dann sicherten sie das Schiff, indem sie Taue darum herumspannten. Weil sie fürchteten, in die Syrte zu geraten, ließen sie den Treibanker hinab und trieben dahin. 18 Da wir vom Sturm hart bedrängt wurden, erleichterten sie am nächsten Tag das Schiff, 19 und am dritten Tag warfen sie eigenhändig die Schiffsausrüstung über Bord. 20 Mehrere Tage hindurch zeigten sich weder Sonne noch Sterne und der heftige Sturm hielt an. Schließlich schwand uns alle Hoffnung auf Rettung. 21 Niemand wollte mehr essen; da trat Paulus in ihre Mitte und sagte: Männer, man hätte auf mich hören und von Kreta nicht abfahren sollen, dann wären uns dieses Unglück und der Schaden erspart geblieben. 22 Doch jetzt ermahne ich euch: Verliert nicht den Mut! Niemand von euch wird sein Leben verlieren, nur das Schiff wird untergehen. 23 Denn in dieser Nacht ist ein Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, zu mir gekommen 24 und hat gesagt: Fürchte dich nicht, Paulus!

Seitwert


Dreiecksdrachen
© Foto: Huhu Uet - CC BY 3.0

"Fliege mit mir in den Himmel ..."

Auf meiner Brötchentüte ist in diesen Wochen ein fliegender Drachen abgebildet. - Es ist mal wieder Herbst.

Als ich Kind war, hat unser Vater einmal mit uns einen Drachen gebastelt, leuchtend rot war er, aus leichtem Holzgestänge und Papier, mit einem lächelnden Gesicht darauf. Wir haben den Drachen mit seinem langen Schweif dann auf einem abgeernteten Getreidefeld, wo viel Platz zum Laufen war, fliegen lassen. Wer dabei die meiste Freude empfand, mein Vater oder wir Kinder, weiß ich nicht …

Der uralte Traum vom Fliegenkönnen lässt die Menschen, ob Erwachsene oder Kinder, nicht los: Sich loslösen von der Erdenschwere, und wenn schon nicht mit dem eigenen Leib, dann doch wenigstens mit seinen Träumen und seiner Sehnsucht, für einen Moment über den Dingen schweben, Leichtigkeit, Weite und Freiheit empfinden.

Wer einen Drachen steigen lässt, hat es buchstäblich selbst in der Hand, wie weit bzw. hoch er sein Flugobjekt kommen lässt. Die Länge der abgerollten Schnur bestimmt den Bewegungsradius des Drachens. Ein Pilot, der die Schnur eher kurz hält, geht erst einmal auf Nummer sicher. Der Drachen bleibt, falls er abstürzt, in Reichweite. Wer mehr und mehr Schnur gibt, für dessen Augen wird der Drachen hoch oben zwar immer kleiner, seine Freude am Tun jedoch immer größer. Falls der Drachen aber abstürzt, kann dieser weit entfernt ungesehen in einem Baum, hinter einem Zaun oder auf einem parkenden Auto landen.

Was würde Ihnen mehr behagen, die kurze oder die längere Schnur?
Wozu lockt es Sie, wenn Sie vor einem Wagnis stehen? Gehen Sie eher auf Nummer sicher oder auf Risiko?
Wieviel „Bewegungsradius“ geben Sie Ihren Träumen und Ihrer Sehnsucht?

Das Bild vom fliegenden Drachen übt noch eine weitere Faszination aus: Wieso bleibt er überhaupt dort oben und fällt nicht herunter? Klar kann man das physikalisch erklären. Aber in seiner Symbolik sagt dieses Bild doch auch: Richtig fliegen kann der Drachen nur dann, wenn er fest angebunden ist. Nur mit der gespannten Leine, also nur in Spannung und in Anbindung, kann das Fluggerät seinen eigentlichen Zweck erfüllen, nämlich fliegen.

Das Bild vom Drachen - ein Sinnbild für unseren Glauben? Wer verbunden ist mit Gott, zuweilen vielleicht nur durch einen seidenen Faden, kann nicht verlorengehen. „Halte mein ganzes Sein fest in Dir“, so betete einst John Henry Newman, „und lass mich dein Angesicht nie aus den Augen verlieren.“ Wer mit Gott verbunden ist, dem bleiben auch Spannungen nicht erspart. Fragen, Lebensfragen, Glaubenszweifel kommen. Aber gerade diese Spannungen bergen eine Kraft in sich, auf die es sich lohnt, geduldig aufmerksam zu sein, um immer mehr zur eigenen und eigentlichen persönlichen Bestimmung zu finden. Nur unter einer gemäßen Spannung erreicht der Drachen mehr Höhe - und menschliches Leben mehr Tiefe.

„Der Mensch lerne zuerst, dass sein Herz festbleibe in Gott. So wird er beständig werden in allen seinen Werken“ (Meister Eckehart). Festbleiben in Gott wie der fliegende Drachen an seiner mal kürzeren, mal längeren Schnur - so kann ein Mensch frei werden von falscher Sicherheit, vom Zwang der Mainstreams und Moden. So kann er frei werden für die Freiheit der Kinder Gottes (Röm 8,21).

Wir selber sind Pilotin oder Pilot unserer Sehnsucht und Träume. Dabei gilt, was Gott unzähligen Menschen in der Bibel zuspricht, heute und morgen auch Ihnen und mir:
„Fürchte dich nicht!“ – auch nicht davor, dem Zug der Leine hier oder dort nachzugeben.

Herzlich grüßt Sie
Marlies Fricke (GCL)

19. Oktober 2016

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