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Und hier noch einmal das ganze Lied mit allen seinen Strophen, die dann auch besingen, wie wir selbst zum Schiff der Liebe werden.

© Foto: Hrsg. von Paul Heitz, Straßburg 1900 - Neujahrswünsche des XV. Jahrhunderts.


Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein' höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft' auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muss es sein.

Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muss vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,

danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
das ewig Leben erben,
wie an ihm ist geschehn.

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© Foto: Thomas Gertler


Es kommt ein Schiff

Wir saßen im Büro bei unserer Brotzeit zusammen und knackten Nüsse. Richtig große schöne Walnüsse von Centas Bäumen in Heilbach. Und da habe ich erzählt, dass ich früher aus solchen Walnüssen kleine Schiffchen oder kleine Koggen gebaut hätte. „Das musst Du unbedingt mal wieder machen!“, sagten mir meine Kolleginnen. Und so habe ich mal wieder gebastelt. Und das tut mir sooo gut. Ich bin ganz dabei, vergesse Zeit und Raum und erhole mich auf diese Weise ganz ausgezeichnet und bin nachher glücklich über mein kleines Werk. Denn so ein kleines Schiffchen hat es ja vorher noch nicht gegeben. Und jetzt steht es da vor mir.

Und beim Basteln fiel mir ein, das Schiffchen könnte ich ja verschenken und damit eine Freude machen. Denn wie dieses Schiff gewissermaßen zu mir gekommen ist in meinen Hafen an meinen Küchentisch, der zum Basteltisch wurde, so will und soll es nun zu einem jeden kommen. Mit dem großen roten Herzen auf dem Segel. Und das ist die Liebe. Die Liebe will zu mir und einem jeden kommen und Anker werfen. Und ich darf jetzt einmal wieder Kind sein und dieses kleine Schiff auf mich zukommen lassen. Ich fasse es mit meinen Fingern oben am Mast, wo die Fahne weht und fahre mit ihm über die weiten Ozeane meines Küchentischs, dann über das Sofa und die Wellenberge der Kissen und dann sogar des Teppichs im Wohnzimmer.

Und von da segelt das Schiff durch Stürme und Wind meiner Kinderphantasie die Treppe hinauf bis in mein Kinderzimmer damals. Und da wirft es dann Anker. Und ich freue mich, dass es zu mir kommt. Gerade zu mir. Ja, wirklich. Und es bringt den ganz, ganz großen Schatz der Liebe. Und ich klatsche in die Hände und freue mich.

Und nun höre ich mit meinem Kinderherzen das alte, innige Lied in der klassischen Fassung oder hier etwas moderner:

Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein' höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft' auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.

Gehen wir einmal ein wenig mit dem Lied mit. Das Schiff kommt. Es ist das Schiff Gottes selbst. Es durchquert die unendlichen Räume vom Himmel bis auf die Erde – nach uralter Vorstellung der Bibel sind ja alle Räume jenseits des hohen himmlischen Glasgewölbes (oder des Firmamentes) und vom Meeresufer ab und unter der Erdscheibe hin alle mit Wasser gefüllt. Durch alle diese chaotischen Wassermächte kommt das Schiff mit der frohen Botschaft Gottes, mit dem Sohn Gottes, der selbst die Botschaft ist, nämlich Gottes Liebeswort, das er mir sagen und senden will. Das Segel ist die Liebe. Das Segel Gottes, das diese Botschaft Gottes vorwärts bringt, ist die Liebe. Ist Seine Liebe. Und der Heilige Geist ist der Mast. Er hält das Segel. Aber freilich ist der Heilige Geist nicht nur der Mast. Er ist zugleich der Sturm und Wind und Lufthauch, der über den Wassern schwebt (Gen 1) und das Segel bläht und zu uns bläst. Dieses Schiff geht still im Triebe. Die Liebe Gottes, die da kommt ist nicht laut, sondern leise, sehr leise. Behutsam und vorsichtig trägt es seine teure Last und es kann auch nur in der Stille vernommen werden.

Und nun erreicht es sein Ziel. Unsere Erde. Hier will das Wort Fleisch werden. Es erreicht sein Ziel: mein Herz. Hier will das Wort Fleisch werden. Hier will die Liebe landen und sich erden. Hier will sie ankern. Und dann mich wieder zum Schiff werden lassen. Will meine Seele zum Schiff werden lassen, das den Hafen verlässt und die teure Last, nämlich die Liebe Gottes und sein Wort weiter trägt. Wie Maria, die so ein Schiff der Liebe Gottes ist oder wie die Kirche, die so ein Schiff der Liebe Gottes sein soll und diese Liebe zu allen trägt.

Lassen Sie die Liebe bei sich landen, glauben Sie ihr, das Sie von ihr gemeint sind und tragen Sie sie weiter!

Ich wünsche Ihren frohe und gesegnete Weihnachten!
Thomas Gertler SJ

24.Dezember 2014

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