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In der schönen Erzählung von den Emmausjüngern erfahren wir, wie der österliche Glaube entsteht. Zuerst müssen sich die Enttäuschung und der Zweifel daran äußern, dass in den furchtbaren Ereignissen von Folter und Tod Jesu Gott gegenwärtig sein konnte. Dann aber öffnet Jesus die Augen, dass es so kommen musste, dass es in Gottes Wort schon so vorhergesagt worden ist, dass es also sehr wohl von Gott so vorgesehen war. Und als sie erkennen, dass doch Gott alles das trägt und es nicht sinnlos war, da brennt ihr Herz. Und als sie Jesus als Lebenden am Gestus des Brotbrechens erkennen, müssen sie umkehren und das allen sagen. Das darf man nicht für sich behalten. Und indem wir das bezeugen, erfahren wir selbst die Auferstehung und das neue Leben und die österliche Freude und das nach aller Enttäuschung wieder brennende Herz.

Lk 24,13 Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.

14 Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.

15 Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen.

16 Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, sodass sie ihn nicht erkannten.

17 Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen,

18 und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

19 Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk.

20 Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.

21 Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.

22 Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab,

23 fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.

24 Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.

25 Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.

26 Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?

27 Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.

28 So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen,

29 aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.

30 Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.

31 Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.

32 Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?

33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.

34 Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.

35 Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

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Endliche Freiheit der Menschen und allmächtige Freiheit Gottes  

Beim letzten Mal habe ich die Frage offen gelassen, wie sich die menschliche Freiheit und die Vorherbestimmung oder Vorsehung Gottes zueinander verhalten. Hat Gott alles in der Hand - auch meine Freiheit? Ist sie letztlich nur Einbildung? Können meine begrenzte Freiheit und meine endliche Erkenntnis vor der allmächtigen Freiheit und der allwissenden Erkenntnis Gottes bestehen? Oder ist Gott gar nicht allwissend und nicht allmächtig? Nun, wenn er das nicht mehr ist, dann ist er auch nicht mehr Gott. Wenn wir an Gott als Gott glauben, müssen wir auch seine Allmacht und Allwissenheit annehmen. Sind dann aber meine Freiheit und meine Erkenntnis als meine eigenen wirklich noch möglich? Werden sie nicht von Gott überwältigt? Soweit ich weiß, hat Jean-Paul Sartre so gedacht und um der menschlichen Freiheit willen die Existenz Gottes verneint. Entweder Gott oder die Freiheit!

Vielleicht müssen wir das Ganze anders denken! Und uns Gott nicht als Konkurrenten der menschlichen Freiheit vorstellen. Nicht ein „entweder - oder“ denken. Denn Gottes Freiheit und menschliche Freiheit begrenzen sich nicht gegenseitig, wie das menschlich endliche Freiheiten tun. Auf dieser menschlichen Ebene schließen sich Freiheiten aus und muss ich darum den Freiheitsraum des anderen achten. Gott gegenüber ist es anders. Seine unendliche Freiheit liegt nicht auf der gleichen Ebene wie meine endliche Freiheit. Ich kann Gott in keiner Weise einschränken. Vielmehr trägt, ermöglicht und will seine unendliche Freiheit meine endliche menschliche Freiheit. Ohne eine solche unendliche göttliche Freiheit hängt nämlich die menschlich begrenzte Freiheit in der Luft und ist gar nicht begründbar und auch nicht verständlich zu machen.  

Das kann ich daran erkennen, dass wir fast unwillkürlich unsere menschliche Freiheit für grundsätzlich grenzenlos halten. Wir halten uns im Prinzip alle für kleine Götter. Obwohl unsere Freiheit Grenzen hat, ist sie jedenfalls denkerisch, phantasiemäßig unendlich. Und wir reagieren sehr empfindlich, wenn wir sie eingeschränkt fühlen. Ja, ein Grundproblem für die Menschen heute ist es gerade, die Begrenztheit unserer Freiheit zu akzeptieren und zu bejahen. Aber davon vielleicht in einem anderen Impuls. Zurück zum ersten Gedanken: Die endliche Freiheit von uns Menschen ist nur denkbar, wenn sie von einer unendlichen Freiheit gewollt und getragen ist. So ähnlich wie ein Kind sich in seiner Freiheit nur entwickelt und eine eigene Person wird, wenn die Eltern das wollen, bejahen, bestätigen, fördern und sich freuen über die ganz eigene Entwicklung ihres Kindes. Gott ist der Erfinder und Schöpfer unserer Freiheit. Er will unsere Freiheit und unsere Kreativität. Er will uns als je eigene Menschen. Sogar dann noch, wenn wir Nein sagen. Und es gibt niemanden, der die menschliche Freiheit so sehr achtet wie Gott. Er verletzt sie niemals. Sie ist ihm heilig. Das sollten wir immer bedenken! 

Manchmal wünsche ich mir, dass Er mir so einige Entscheidungen abnimmt und ich nicht immer wieder selbst gefordert bin und mich entschließen muss. Das macht mir so viel Mühe in der Seele. Aber das tut Gott nicht. Das was ich selber kann, soll und muss ich auch selber tun. Andererseits ermutigt uns Gott auch. Er freut sich daran, dass wir unsere Talente einsetzen und gebrauchen und sie vermehren. So erzählt uns Jesus jedenfalls im Gleichnis von den Talenten (vgl. Mt 25,14-30).

Aber wenn Gott unsere Freiheit niemals verletzt und überspielt, dann verzichtet er doch auf seine Allmacht in diesem Punkt oder? Das stimmt. Wir müssen aber noch genauer sein. Gott trägt und ermöglicht alles in jedem Augenblick. Wenn ich gut und richtig denke und handle, so tue ich es immer mit Gott zusammen. Wenn ich falsch handle, dann tue ich das auch noch mit Gottes Hilfe, aber nicht mehr mit ihm zusammen. Insofern er mir durch sein Tragen aller Wirklichkeit auch ermöglicht, dass ich jetzt im Kaufhaus die CD unter mein Hemd schiebe. Insofern er durch die Naturgesetze ermöglicht, dass der Zünder der Bombe des Selbstmordattentäters funktioniert. Insofern anders herum die Bombe beim Attentat Stauffenbergs auf Hitler ihr Ziel nicht erreicht. Und hier wird es natürlich sehr schwer für uns, Gott noch zu verstehen. Denn hätte die Tasche Stauffenbergs nur 20 cm anders gestanden, dann wäre Hitler wohl zu Tode gekommen und Hunderttausende andere dann nicht mehr. Womöglich. Wir können es nicht wissen, nur vermuten.

Also Gott ermöglicht das freie Handeln zum Guten aber auch, dass der Mensch sich falsch, ja sogar zum Bösen entscheidet. Da verzichtet er auf seine Allmacht, mit der er uns überspielen könnte. Aber er verzichtet nicht darauf, mit seiner göttlichen Freiheit, Phantasie und Schöpfermacht alles Seine zu tun, das Loch, das durch das Böse und das Nein gerissen wird, wieder mit seiner Liebe zu füllen, und das Leid, das zugefügt wird, wieder zu heilen. Das geschieht von dem Moment an, da durch die Weigerung der Menschen, mit Gott das Gute zu tun, das Loch gerissen wurde, durch das dann Unheil, Leid und Nichts in die Schöpfung einströmen. Aber er tut das immer zusammen mit uns. Du gerade darin werden wir selbst erlöst und in die wahre Freiheit geführt. Augustinus hat das so gesagt: „Gott, der uns ohne uns erschaffen hat, wollte uns nicht ohne uns erlösen.“ Also auch dabei ist dann unsere Freiheit wieder angesprochen, ob ich mich daran beteilige und den Weg mitgehe, den Gott mit all den großen und guten Menschen in der Geschichte geht, die nicht Nein, sondern Ja zu Gott sagen. Das ist nicht allein die Geschichte von Abraham, sondern die aller Frauen und Männer, die sich mit Gott zusammen für Wahrheit, Güte, Vergebung, Erbarmen und Liebe entscheiden. Wie zum Beispiel Maria, deren Monat wir jetzt begehen. 

Und wie diese Geschichte von menschlicher und göttlicher Freiheit einmal ausgeht, das erkennen wir daran, wo Jesu Weg durch alles Leid, alle Not und allen Tod hin führt: in das Leben, die Freiheit und die Liebe Gottes, die niemals enden. Und das feiern wir jetzt 50 Tage die ganze Osterzeit lang.

Es grüßt Sie in österlicher Freude 

04. Mai 2011

Thomas Gertler

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