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Erstaunlicherweise gibt es schon im Neuen Testament diese Frage nach dem Beweis der Existenz Gottes oder wenigstens eines ewiges Gerichtes Gottes, damit sich die Leute bekehren. Und lesen Sie nur mal, was damals die Antwort ist. Weder die Verwandlung von Maybrit Illner, noch die Auferstehung Jesu von den Toten hilft, wenn man innerlich nicht will. Und das was wir haben, nämlich das Zeugnis der Heiligen Schrift und die Erfahrung so vieler Glaubender und sogar vernünftige Gottesbeweise, das reicht auch heute, wenn wir uns denn auftun.

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Lk 16,19 - 31

16,19 Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. 20 Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. 21 Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22 Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. 23 In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß. 24 Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. 25 Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. 26 Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. 27 Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! 28 Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. 29 Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. 30 Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. 31 Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

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© Foto: Thomas Gertler


Endgültig bewiesen!

Mein Russischlehrer hat mir in meiner sozialistischen Oberschule einmal gesagt: „Es würde an meinem Leben nichts ändern, ob es Gott gibt oder nicht.“ Ich meinte damals - ganz fest überzeugt -, dass sich selbstverständlich alles ändern würde, wenn die Frage beantwortet würde, ob es Gott gibt oder nicht. Was meinen Sie? Ändert sich Ihr Leben oder nicht? Bleibt alles so, oder nicht? Ist die Existenz Gottes nur so etwas wie der berühmte Sack Reis in China - total egal, ob er noch steht oder umgefallen ist?

Gerne lese ich die Kolumnen von Axel Hacke (Magazin der Süddeutschen Zeitung) oder auch von Harald Martenstein (Zeit-Magazin), wenn ich denn dran komme. Jetzt bei meinem Besuch in Frankfurt kam ich mal wieder dran. Und sehr witzig, ein Artikel von Harald Martenstein behandelt folgendes Thema: Gottes Existenz ist nun tatsächlich mit dem Computer endgültig bewiesen. Hä? Was tatsächlich? Kaum zu glauben - aber wahr! Mit dem Computer wurde der berühmte Gottesbeweis des mathematischen Genies Kurt Gödel nachgerechnet, und er stimmt. Es wurde mehrfach gemeldet. Der Spiegel hat einen Artikel darüber geschrieben. Schon 2013. Und mehrere Zeitungen. Und sogar Focus schreibt darüber, findet es aber nicht ausreichend, Gott nur mathematisch und computergestützt zu beweisen.

Stimmt. Es scheint nicht zu reichen. Es wird einfach nur zur Kenntnis genommen. Ja, es gibt diesen komplizierten Beweis von Gödel. Übrigens schon seit 1941. Und er stimmt. Gott ist bewiesen. Objektiv durch Computer nachgerechnet. Unumstößlich und sicher. Und doch: Alles bleibt beim Alten. Martenstein wundert sich über seine Kollegen Journalisten, dass da kein größerer Bohei entsteht. Und das in unserer Republik, die sich so gern aufregt und medial zuweilen völlig aus dem Häuschen ist. Der endgültige Beweis für die Existenz Gottes regt niemanden wirklich auf.

Hat also mein alter Russischlehrer Recht? Es scheint so zu sein. Ob Gott existiert oder nicht, das ändert nichts an meinem Leben. Das ändert die Welt nicht. Ändert es wenigstens Harald Martenstein? Nein. Er bleibt Agnostiker.

Doch eins hat sich bei ihm geändert. Und auch das ist ganz bezeichnend. Der Name des mathematischen Genies hat sich bei Martenstein geändert. Bei ihm heißt er nämlich Göbel und nicht Gödel. Göbel ist ja naheliegend und gewöhnlich. Ganz verständlich, dass Martenstein Göbel statt Gödel schreibt. Könnte mir auch passieren. Denn Gödel ist komisch irgendwie. Finden Sie nicht auch? Klingt lustig. Gödel.

Aber es ist bezeichnend. Es wird recherchiert, aber eben nur so oberflächlich. Göbel statt Gödel. Existenz Gottes, ja, aber eben nur oberflächlich. Nur nicht wirklich tief gehen lassen. Den Gottesbeweis nur nicht als Existenzfrage sehen. Martenstein rät darum als medial wirksameren Beweis „zu einer Sintflut oder zu der Verwandlung von Maybrit Illner in eine Salzsäule. Am besten live.“ Wäre toll. Aber auch das würde nichts ändern - außer für Maybrit Illner. Sintflut haben wir ja schon immer wieder. Ändert uns auch nicht.

Noch was aus meiner eigenen Erfahrung. Als ich noch Jugendlicher war, hat uns ein schlauer Jesuitenpater einmal die Gottesbeweise vorgeführt. Ich war schwer beeindruckt und begeistert. Jetzt kann ich meiner atheistischen Klassenlehrerin endlich beweisen, dass es Gott gibt. Mein Vater sagte damals zu mir: Ja, die Gottesbeweise sind gut. Sie zeigen, dass es mit der Vernunft vereinbar ist, an Gott zu glauben. Aber an Gott musst du trotzdem immer noch glauben. Sie nehmen dir den Glauben nicht ab. Und heute sage ich mit 66 Jahren: So isses.

Lassen Sie die Frage nach Gottes Existenz nicht einen objektiven Beweis, eine bloße Information bleiben, sondern zu persönlichen Frage, zur Frage nach Ihrer eigenen Existenz werden. Dann fangen Sie an zu glauben und dann ändert sich alles.

Viele herzliche Grüße
Thomas Gertler SJ

01. Oktober 2014

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