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Zwei Stellen möchte ich Ihnen heute mitgeben. Die eine aus dem Galaterbrief des hl. Paulus nennt das Grundprinzip: durch den Glauben und die Taufe haben wir Christus als Gewand angelegt und sind darum alle ein einziges Gewand oder ein einziger Leib Christi. Und der Kolosserbrief schreibt, was das für ein Gewand ist, das wir abgelegt haben, und was das für ein Gewand ist, das wir angelegt haben. Das hat nämlich bestimmte Eigenschaften.

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Gal 3,26 Ihr seid alle durch den Glauben Söhne (und Töchter) Gottes in Christus Jesus.

27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.

28 Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus.

29 Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung.

 

Kol 3,1Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt.

2 Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!

3 Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.

4 Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.

8 Jetzt aber sollt ihr das alles ablegen: Zorn, Wut und Bosheit; auch Lästerungen und Zoten sollen nicht mehr über eure Lippen kommen.

9 Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt

10 und seid zu einem neuen Menschen geworden, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird, um ihn zu erkennen.

11 Wo das geschieht, gibt es nicht mehr Griechen oder Juden, Beschnittene oder Unbeschnittene, Fremde, Skythen, Sklaven oder Freie, sondern Christus ist alles und in allen.

12 Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!

13 Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

14 Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.

15 In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!

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© Thomas Gertler


Die Hose

In meinen Ferien habe ich mir eine neue Hose gekauft. Eine richtige Bluejeans. Ich habe jahrelang keine mehr getragen. Und sie passt so gut. Und gefällt mir so gut. Fast wie früher in der Jugend trage ich sie fast täglich. So eine Jeans vermittelt ja so ein Lebensgefühl, also nicht gerade Cowboy, aber doch ein bisschen was Lässiges, ein bisschen was Sportliches oder wenigstens nicht so hoch empfindlich. Ich muss nicht so vorsichtig sein, ob noch eine Bügelfalte zu sehen ist und kein Fleck drauf ist, ob sie vielleicht schon abgewetzt aussieht. Im Gegenteil, je mehr getragen und je mehr der Auflösung nahe, umso mehr weiß die Hose an Abenteuern zu erzählen. Na ja, das ist jetzt alles etwas übertrieben und nicht so ganz ernst. Aber das transportiert sie alles noch mit, denn nicht umsonst werden sie schon vor dem Verkauf starken Strapazen ausgesetzt, mit Steinen gewaschen und mit Abriebstellen versehen.

Haben Sie auch solche Lieblingskleidungsstücke? Etwas, das Sie eigentlich immer tragen mögen? Als Zwölfjähriger bekam ich mal eine lederne Kniebundhose aus dem Westen mitgebracht. In der DDR damals ein völlig unbekanntes Kleidungsstück, das meine Schulklasse in zwei Lager spaltete. Und freilich musste ich meinen Mut zusammennehmen, um damit in die Schule zu gehen. Dann aber wurde sie so ein Lieblingsstück. So praktisch, so unverwüstlich, so bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit gut zu tragen. Und sie wuchs mit, wenigstens ein Stückchen. Ich habe sie getragen bis ich 16 Jahre alt war und wir in der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) auf dem Feld gearbeitet habe. Bei den Kühen bekam sie dann die letzte Weihe.

Dann gibt es ja so Kleidungsstücke, die einen tatsächlich völlig verwandeln. Eine Polizeiuniform zum Beispiel. Oder wenn ich mal mein Priesterhemd mit dem römischen Kragen trage und damit in Straßen- oder Eisenbahn durch die Gegend reise, merke ich, wie die Leute mir oft aus dem Wege gehen. Sie fühlen sich ein bisschen unsicher. Und denken vielleicht: „Was mach ich, wenn er plötzlich ein Gespräch über Gott anfängt?“ Andere wieder verschließen sich, wappnen sich mit Abwehr. Machen ihr Gesicht hart wie Kieselstein. Wieder andere sind sehr nett und sagen, sie freuen sich, dass ich als Priester erkennbar bin.

Das schönste Gewand in Richtung Verwandlung ist sicher das Hochzeitskleid. Es zaubert allen – nicht nur der Braut – ein frohes Lächeln aufs Gesicht. Und wie lange wird da überlegt und besprochen und probiert. Es ist ja einmalig. Und gerade darum so wichtig. Das muss wirklich das richtige Kleid sein. Ich habe ja sehr viele Trauungen gehalten in meinem Leben. Die Bräute waren immer schön. Und immer glücklich und wirklich hoch erhoben. Glückliche Verwandlung und Hoch-Zeit.

So wichtig wie das Hochzeitskleid sind Kleider auch in der Glaubensgeschichte. Es fängt mit dem Taufkleid an. Öfter habe ich schon erlebt, dass es Generationen alt war. Sehr vorsichtig zu behandelnde uralte Spitze. Es erzählt davon, an wie viele Geschlechter der Glaube schon weitergegeben wurde. Von der Symbolik her will es sagen, dass mit der Taufe ein neuer Lebensabschnitt beginnt, dass wir nun weiße Kleider tragen, weil wir aus dem Bad der Taufe kommen, nun rein sind und Christus als unser Kleid anziehen.

Oder wenn eine Frau in eine Ordensgemeinschaft eintritt, beispielsweise Benediktinerin wird, bekommt sie auch ein neues Kleid. Sie wird „eingekleidet“. Das ist gewissermaßen Weiterführung der Taufe in eine bestimmte Lebensform und kann auch wie eine Hochzeit verstanden werden. Es geht um die Vermählung mit Christus. Oder bei der Priesterweihe bekommt der neu Geweihte feierlich die priesterlichen Gewänder angelegt. Und früher war eine ganze Reihe von Gebeten vorgeschrieben bei jedem Anlegen der Messgewänder.

Wir machen uns vielleicht kaum fromme Gedanken beim morgendlichen Anziehen. Aber das wäre doch möglich. Zum Beispiel an die Taufe zu denken. Daran, dass Jesus zu mir passt und zu mir passen möchte wie ein geliebtes Gewand. Ein Gewand, das ich nicht nur zu Hoch-Zeiten sondern täglich gern trage und mir lieb ist – wie meine Jeans. Denken Sie doch einmal daran!

Viele Grüße
Thomas Gertler SJ

10. Okt. 2012

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