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Wer seine Schritte mit Gott tut, der „schreitet dahin mit wachsender Kraft“, wie uns Psalm 84 sagt, weil er sie aus der Gemeinschaft mit Gott heraus und in die tiefere Gemeinschaft mit Gott und in die Gemeinschaft mit dem Nächsten hinein tut, sich also wie der Psalm sagt, in den Tempel hinein begibt. Und dieses Hineinschreiten und die richtigen Schritte tun, das macht froh und gibt Kraft, weil ich mich damit auch weiter hinein in meine eigene Wahrheit und Freiheit bewege.

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Ps 84, 2 - 13

2 Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen! /
3 Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht / nach dem Tempel des Herrn. Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, / ihm, dem lebendigen Gott.
4 Auch der Sperling findet ein Haus / und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen / deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein König.
5 Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, /die dich allezeit loben.
6 Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir, / wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten.
7 Ziehen sie durch das trostlose Tal, / wird es für sie zum Quellgrund / und Frühregen hüllt es in Segen.
8 Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft; / dann schauen sie Gott auf dem Zion.
9 Herr der Heerscharen, höre mein Beten, / vernimm es, Gott Jakobs!
10 Gott, sieh her auf unsern Schild, / schau auf das Antlitz deines Gesalbten!
11 Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums / ist besser als tausend andere. Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes / als wohnen in den Zelten der Frevler.
12 Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild. / Er schenkt Gnade und Herrlichkeit; der Herr versagt denen, die rechtschaffen sind, keine Gabe. /
13Herr der Heerscharen, wohl dem, der dir vertraut!

 

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Der nächste, mir mögliche Schritt

Es gibt einen Silvesterspruch von Erich Kästner. Er lautet so:

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

Hier können Sie es sogar gesprochen hören. Ich stimme Erich Kästner gern zu in allem bis auf den letzten Satz. „Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!“ Programm ist schon richtig, wenn es denn realistisch ist. Sein Vorschlag des Drauflos-Besserns ist nämlich nicht besser als die tausend Vorsätze, die nicht verwirklicht werden. Drauflos-Bessern heißt nämlich im Grunde, es bleibt alles, wie es war.

Ich habe einen besseren Vorschlag für Sie. Einen Vorschlag, den ich schon mehr als einmal gemacht habe und viele werden ihn kennen. Es ist aber gut, sich wieder daran zu erinnern. Noch besser, ihn erneut und heut zu verwirklichen. Und für die, die ihn nicht kennen, ist es gut, ihn kennen zu lernen. Und das ist der Grundsatz vom nächsten, mir möglichen Schritt. Besonders wichtig für Neujahr oder für Vorsätze bei Geburtstagen, bei stillen Tagen im Kloster und ähnlichen Gelegenheiten.

Alle drei Punkte sind dabei wichtig. Zum ersten: der nächste Schritt. Wie oft träumen wir über unser Leben. Das will ich tun… Das muss ich unbedingt noch erreichen… Das ist lange überfällig... Tausend Dinge fallen mir ein wie bei Erich Kästner. Es ist aber immer nur eines wichtig, nämlich der nächste Schritt, nicht der übernächste oder der Gesamtplan. Den nächsten Schritt zu bedenken ist eine echte Demutsübung, denn er ist sehr dicht an meiner eigenen Wirklichkeit. Er schreitet eben kaum über das Alltägliche hinaus. Und so ist er ein sehr wichtiges Kriterium dafür, wie ernst es mir tatsächlich mit der Änderung meines Lebens ist. Darüber nachdenken, was heute dran ist. Welches der nächste konkrete Schritt ist, das tut geradezu weh, weil er tatsächlich getan werden kann und getan werden will. Er schreit danach. Aber gerade darum überhöre und übersehe ich ihn gern. Das Nächstliegende ist schwer wahrzunehmen und zu verwirklichen. Aber gerade darum: nur Mut, christliche Seele!

Zum zweiten: der mir mögliche Schritt. So leicht und so schnell fällt mir ein, was die anderen für Schritte tun sollten und alles wird besser. Stimmt’s? Aber was ich tatsächlich tun kann, das ist schwer zu sagen. Da gibt es tausend Ausreden und Probleme, warum etwas nicht geht oder nur so unerträglich schwer. Und doch gibt es immer etwas, das ich tatsächlich tun kann. Ja, und das ist so wichtig, von der eigenen Freiheit Gebrauch zu machen. Das ist so befreiend und beglückend: einen Schritt über sich selbst hinaus zu tun. Das wünsche ich Ihnen! Nicht verzweifeln an der eigenen Ohnmacht, sondern den nächsten mir möglichen Schritt tun!

Und zum Dritten: der nächste Schritt. Mehr ist nicht nötig als ein Schritt. Das ist das menschliche Maß und das ist tröstlich. Keine großen Sprünge machen. Nicht mit einem Satz zum nächsten Gipfel. Nein, auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Er ist so klein und doch unendlich mehr als kein Schritt. Mehr braucht es nicht. Im ganzen Leben nicht als das: den nächsten mir möglichen Schritt auf Gott zu und den Nächsten und hinein ins Leben und damit zugleich näher zu mir selbst und zur Freude.

Und als Letztes: diesen Schritt im Gebet und vor Gott bedenken und um die Kraft bitten, ihn zu tun.

Das ist es, was ich mir wünsche und Ihnen. Gottes Kraft und Geleit dafür!
Thomas Gertler SJ

7. Januar 2015

 

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