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Im Johannesevangelium greift Jesus das Bild auf und vergleicht sich selbst mit dem Weinstock und uns mit den Weintrauben. Wenn wir mit ihm verbunden bleiben, bringen wir reiche Frucht.

Joh 15,1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer.

2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.

3 Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.

4 Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.

6 Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.

7 Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.

8 Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

9 Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!

10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.

11 Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

12 Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

13 Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.

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© Thomas Gertler


Der Baum

Mein erster Baum war der alte Kirschbaum in unserem Garten. Er trug große dunkle, fast schwarze Kirschen. Und sie waren so süß. Gern habe ich darunter gesessen, allein oder auch im Sommer mit der ganzen Familie und Gästen. Manchmal bin ich raufgeklettert, obwohl ich nicht so ein toller Kletterer bin und immer so was wie Höhenangst habe. Aber so hoch war er ja auch wieder nicht. Ich erinnere mich sogar wie ich als Kind sein Harz gegessen habe. Oder gefährlicher, wie ich darunter saß und mit dem Hammer die Kirschkerne geknackt und den Inhalt gegessen habe. Es wurde mir sehr schlecht davon. Später habe ich auch sein Sterben miterlebt. Erst brach ein großer Ast ab. Dann spaltete er sich und es blieb nur ein Rest. Dann war sein Ende da.

Haben Sie auch so einen Baum, an den Sie sich erinnern und der eine Rolle in Ihrem Leben gespielt hat?

Ein anderer Baum ist die Blutbuche, die hier über dem Impuls abgebildet ist. Sie steht in Frankfurt am Main im Park von Sankt Georgen, der Hochschule, wo ich lange gelebt habe. Sie ist der eindrucksvollste Baum in dem Park, der viele wertvolle und prächtige Bäume hat. Sie ist mit Abstand der größte und schönste Baum. Sie ist wohl älter als der Park selber und ist schon erwachsen dorthin verpflanzt worden. Man kann richtig hineingehen und dann umfängt sie einen wie ein Haus oder auch wie eine Kapelle. Ich erinnere mich, dass wir einmal in dem Baum auch die Heilige Messe gefeiert haben. Für Kinder ist dieser Baum wie ein Wunder, zum Verstecken, zum Besteigen, zum Schaukeln, zum Träumen. „Schlag noch einmal die Bogen um mich du grünes Zelt...

© Thomas Gertler

Es gibt eine tiefe innere Verbundenheit zwischen dem Baum und dem Menschen. Nicht nur weil er so nützlich ist und sein Holz immer noch der wichtigste Rohstoff und Brennstoff der Erde. Nicht nur wegen der vielen Früchte, die er uns trägt. Nicht nur wegen des Sauerstoffs, den er produziert und wegen der Reinigung unserer Luft. All das würde schon reichen. Aber er ist auch so etwas wie ein Symbol für das menschliche und das spirituelle Leben des Menschen. Das ist uns so selbstverständlich, dass wir es kaum bedenken.

Über jedes der folgenden Worte können Sie im Hinblick auf den Baum und Ihr Leben meditieren: Wurzeln haben, Wurzeln schlagen, der Stamm, die Abstammung. wachsen, blühen, grünen, gedeihen, sich ausbreiten oder Blätter verlieren, verwelken und verdorren, Früchte bringen, Schutz bieten vor Regen und Sturm. Mit was für einem Baum würden Sie sich selbst vergleichen?

Die Jahreszeiten sind am Baum wie die Lebenszeiten abzulesen. Im Frühling das neue Ausschlagen und Erblühen. Der Sommer mit dem vollen Grün und dem Wachsen der Früchte. Der Herbst und die Ernte und das Abwerfen der Blätter im Herbststurm. Der Winter mit seiner Zeit der Ruhe und dem Zurückfahren der Vegetation.

Auch die menschliche Gestalt hat viel vom Baum: Mit den Füßen am Boden und den Zehen, die sich wie Wurzeln in den Boden krallen können. Der Leib wie der Baumstamm. Die ausgebreiteten Arme und der zum Himmel erhoben Kopf wie die Äste. Finger wie die Zweige. Haare wie die Blätter.

Für die christliche Symbolik sind besonders zwei Bäume wichtig geworden. Der Baum des Paradieses, von dem Adam und Eva aßen gegen Gottes ausdrücklichen Befehl und der darum den Tod brachte. Und der Baum des Kreuzes, an dem Jesus starb, von dem her aber das neue Leben kam. Von daher hat man schon früh das Kreuz als einen Lebensbaum dargestellt, wie er auf der rechten Seite zu sehen ist. Wer sein Leben um jeden Preis retten will, wird es verlieren. Wer es hingibt und herschenkt wie Jesus, der wird es retten und finden (Mt 16,24ff).

Lernen Sie vom Baum und geben Sie ihm Raum!

Viele Grüße
Thomas Gertler SJ

3. Juli 2013

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